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Baby-Sicherungssystem: Chip beschützt Neugeborene

Kassel, 8. Juli 2014. Auf der Wochenstation der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Klinikum Kassel sorgt „BabyGuard“ ab sofort für die Sicherheit der Neugeborenen. Die Zahl der Baby-Entführungen in deutschen Krankenhäusern ist mit rund 12 Fällen pro Jahr eher gering, doch einzelne spektakuläre Fälle sorgen dafür, dass das Thema bei vielen Eltern stets präsent ist. Mit der Einführung des Sicherungssystems erhalten sie die beruhigende Gewissheit, dass ihr Kind im Klinikum Kassel vor unbefugtem Verlassen der Wochenstation geschützt ist.

Gewährleistet wird dies durch Transponderchips in der Größe einer Armbanduhr, die von Mutter und Kind getragen werden und als eine Art elektronischer Ausweis zur Identifizierung funktionieren. An allen Ausgängen der Wochenstation sind Lesegeräte angebracht, die Alarm auslösen, wenn ein Baby-Transponder ohne den passenden Transponder der Mutter die Türe passiert.

Für den Stationsalltag verfügen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wochenstation über einen General-Transponder. Die Chips arbeiten im medizinisch unbedenklichen Radiowellenbereich mit einer Frequenz von 125 kHz und werden nur aktiv, wenn sie sich in der Nähe eines Lesegerätes befinden.

Im Alarmfall wird ein optisches und akustisches Signal für  alle Stationsmitarbeiter ausgelöst. Im Stützpunkt der Station kann auf einem Monitor zusätzlich nachverfolgt werden, um welchen Ausgang es sich handelt. Die Mitarbeiter reagieren in diesem Fall sofort und kontrollieren die entsprechende Türe. Im Notfall werden zusätzlich der Sicherheitsdienst des Klinikums und die Polizei alarmiert. Glücklicherweise handelte es sich bisher stets um Fehlalarme – z.B. wenn die Väter alleine mit ihrem Nachwuchs unterwegs waren.

Am Klinikum Kassel wurden rund 50.000 Euro in die Einführung des Systems investiert. Eine Investition, die sich laut Dr. Andreas Worms, Leiter der Geburtshilfe im Klinikum Kassel, auf jeden Fall gelohnt hat: „Wir entsprechen damit dem Wunsch der Eltern nach größtmöglicher Sicherheit“. Ob sie das System nutzen möchten, entscheiden die Eltern selbst. Die bisherigen Reaktionen sind eindeutig: „Die Mütter nehmen das sehr positiv an“, weiß Bettina Wüst, Leitende Hebamme im Klinikum Kassel.

Auch Katrin Bender-Golden, deren Sohn Darragh vor wenigen Tagen im Klinikum Kassel geboren wurde, hat sich für das Sicherheitssystem entschieden. Sie kennt die Technik bereits aus Irland, wo sie vor einigen Jahren ihr erstes Kind zur Welt brachte, und wundert sich, dass diese Art der Sicherung in deutschen Geburtshilfen noch kein Standard ist. „Man schläft damit einfach ruhiger“, ist sie überzeugt. Katja Gehl hat bereits vor der Geburt von Tochter Finja auf einer Informationsveranstaltung des Klinikums vom neuen Sicherungssystem erfahren und kann dies – wie die frischgebackene Mutter Lena Stern – nur bestätigen.

 
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