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Erste Lymphknotentransplantation im Klinikum Kassel

Kassel, 11. Dezember 2013. Das Klinikum Kassel hat sein Angebotsspektrum im Bereich Plastische Chirurgie weiter ausgebaut: In der Klinik für Plastisch-rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie wurde kürzlich die erste Lymphknotentransplantation erfolgreich durchgeführt. Der Eingriff diente zur Behandlung eines chronischen Lymphödems, bei dem sämtliche konservativen Therapiemaßnahmen ausgeschöpft waren.

Das Lymphsystem ist Teil des Immunsystems und spielt eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern. Die Lymphgefäße transportieren die Lymphflüssigkeit durch den Körper, die Lymphknoten dienen dabei als Filterstation. Wird der Lymphfluss gestört, staut sich die Lymphflüssigkeit im Gewebe. Es kann sich ein Lymphödem bilden und zu einer starken Schwellung führen, von der häufig Arme und Beine, aber auch andere Körperteile betroffen sind. Eine Störung des Lymphflusses kann erbliche Ursachen haben oder im Laufe des Lebens als Folge einer Erkrankung oder Verletzung erworben werden, beispielsweise durch eine Operation oder Strahlentherapie bei einer Krebserkrankung. Konservativ wird ein Lymphödem mit Lymphdrainage und Kompressionswäsche behandelt. Helfen diese Therapiemaßnahmen nicht, kommt eine Lymphknotentransplantation in Frage, die nur an sehr wenigen Kliniken in Deutschland angeboten wird.
 
„Man kann fast alle Gewebearten unseres Körpers frei transplantieren", erklärt Prof. Dr. Goetz A. Giessler, Direktor der Klinik für Plastisch-rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie. „Werden Lymphknoten in ein chronisch ödematöses, also angeschwollenes Körperteil transplantiert, so wird damit ein neuer Lymphabfluss geschaffen, was unseren Patienten mittelfristig erhebliche Erleichterung bringen kann“.
Zusammen mit dem Leitenden Oberarzt der Klinik, Dr. Holger Engel, bietet Prof. Giessler noch eine weitere Möglichkeit zur Entstauung von Armen und Beinen an: „Mittels ultrafeiner Fäden und Spezialinstrumenten können in supramikrochirurgischer Technik auch Kurzschlüsse zwischen Lymphgefäßen und Venen mit einem Durchmesser von nur 0,5 bis 1 Millimeter genäht werden, eine Art Bypass. Diese können ebenfalls den Lymphabfluss verbessern und damit entstauend wirken“, schildert Dr. Engel.

Die beiden Plastischen Chirurgen betonen, dass für erfolgreiche Eingriffe eine exakte Indikationsstellung notwendig ist, die in einem detaillierten Aufklärungsgespräch erfolgt.

 
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