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Kreisklinik Wolfhagen stellt Geburtshilfe ein

Wolfhagen, 10. Dezember 2013. Die Kreisklinik Wolfhagen stellt zum 31. Januar 2014 ihr geburtshilfliches Angebot ein. Die Entscheidung sei allen schwer gefallen, geben die Belegärzte und die Klinikleitung bekannt. Die Gynäkologen Dr. Werner Prinz, Dr. Marion Reif-Kaiser und Dr. Julia Jungermann sowie die Klinikleitung legen großen Wert auf eine sichere und leitliniengerechte Medizin. Daher haben sie sich gemeinsam entschieden, ab Februar keine Geburtshilfe mehr in der Kreisklinik Wolfhagen anzubieten. Neben den drei gynäkologischen Belegärzten stellen auch die Beleghebammen ihre Tätigkeit zu diesem Zeitpunkt ein.

„Ich bedauere, dass das geburtshilfliche Angebot für unsere Patientinnen in der Kreisklinik Wolfhagen nicht aufrechterhalten werden kann. Gleichzeitig ist mir wichtig zu betonen, dass alle angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in diesem Bereich eingesetzt sind, weiter am Standort Wolfhagen beschäftigt werden“, sagt Bernd Tilenius, Geschäftsführer der Kreiskliniken Kassel. Das gynäkologisch-operative Angebot bleibt unverändert aufrechterhalten, so dass die gynäkologischen Patientinnen nach operativen Eingriffen weiterhin auf der interdisziplinären Station versorgt werden.

In der Geburtshilfe wurden nach Auskunft der Gynäkologen die Leitlinien in den vergangenen Jahren stetig verschärft. Beispielsweise ist eine Rund um die Uhr-Versorgung der Neugeborenen durch Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger oder entsprechend geschultes und erfahrenes Pflegepersonal vorgesehen. Die Ärzte sehen diese Anforderung auf Dauer im Wolfhager Krankenhaus nicht mehr gesichert, da es nicht möglich gewesen sei, offene Stellen im Bereich der Kinderkrankenpflege nachzubesetzen. „Die Klinik hat sich durchaus ernsthaft bemüht, diese Lücke zu schließen. Letztlich aber ohne Erfolg“, sagt Dr. Marion Reif-Kaiser.

Für die Beleghebammen ist die erneute Erhöhung der Haftpflichtprämien im kommenden Jahr der wesentliche Grund für ihre Entscheidung. Sie soll zur Jahresmitte auf 5100 Euro angehoben werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 waren es noch rund 3000 Euro. Und die nächste Erhöhung ist für das Jahr 2015 bereits angekündigt. Diese hohen Prämien stellen bei nur gut 230 Geburten im Jahr einen hohen Kostenfaktor für die Beleghebammen dar.

Die finanzielle Unterdeckung der Abteilung aufgrund der niedrigen Geburtenzahlen ist auch ein Grund für die Klinik, das geburtshilfliche Angebot einzustellen. Die Gynäkologen betonen gleichzeitig, dass der wesentliche Anlass für ihre Entscheidung, keine Geburtshilfe mehr anzubieten, der Blick auf die dauerhaft leitliniengerechte Medizin sei. Unabhängig davon, bieten sie weiterhin Vorsorgeuntersuchungen für schwangere Patientinnen in ihrer Praxis auf dem Gelände der Kreisklinik Wolfhagen an.

 
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