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Schonende Entfernung von Krebszellen

Kassel, 29. Dezember 2011. Eine neue Methode zur Behandlung von Primärtumoren und Metastasen verschiedener Körperregionen ist die Mikrowellenablation. Am Klinikum Kassel wurden im Zentrum für Radiologie (Direktor Prof. Dr. Fritz-Peter Kuhn) kürzlich die ersten Patienten mit dieser Methode erfolgreich behandelt. Sie kommt in Frage, wenn das Tumorgewebe nicht mit einer Operation entfernt werden kann, wenn eine Operation wegen Begleiterkrankungen zu risikoreich wäre und auch alternative Behandlungsverfahren wie eine Lebertransplantation nicht möglich sind. Das Verfahren wird nach Angaben von Oberarzt Nael Abusalim insbesondere bei Tumoren und Metastasen in Leber, Lunge und Niere angewandt.

Bei der Mikrowellenablation werden die Tumoren durch Hitze zerstört. Die Hitze wird durch eine Sonde erzeugt, die unter Computertomografie-Kontrolle in den Tumor eingebracht wird. Durch einen Generator werden elektromagnetische Schwingungen (ca. 910 MHz) erzeugt, die über die Sonde zu einem starken Temperaturanstieg im Gewebe und so zu einem „Verkochen“ des Tumors führen. Der Tumor verändert sich während der Behandlung quasi zu einem dunklen Fleck und stirbt dabei ab. Die Tumorzerstörung wird mit Hilfe der Computertomografie kontrolliert. „Die Ränder des Tumors werden von dem Energiefeld überschritten, so dass ein Sicherheitssaum bis in das gesunde Gewebe entsteht“, erläutert Nael Abusalim.
 
Als  Vorteile der Mikrowellenablation nennt der Oberarzt die geringen Nebenwirkungen und die niedrige Komplikationsrate. Der Eingriff wird unter Betäubung und Schmerzausschaltung, jedoch ohne Vollnarkose durchgeführt. Die Dauer des Eingriffs beträgt je nach Größe und Zahl der behandelten Tumore zwischen 10 und 15 Minuten. In der Regel ist für eine Mikrowellenablation ein stationärer Aufenthalt von wenigen Tagen (durchschnittlich drei bis fünf Tage) ausreichend. Da der Eingriff mit einer Nadel durchgeführt wird, bleiben keine sichtbaren Narben oder Operationswunden.
 
Neben der seit vielen Jahren etablierten Radiofrequenzablation, bei welcher die Erhitzung mit Hilfe von Radiowellen erfolgt, stellt die Mikrowellenablation am Klinikum Kassel eine weitere Innovation im Kampf gegen das Tumorleiden dar. Dabei bietet die Mikrowellenablation einige Vorteile: Sie ist sicherer, schneller und verursacht deutlich weniger Schmerzen als die Radiofrequenzablation.

Die Entscheidung zur Anwendung der Mikrowellenablation wird im Klinikum Kassel ausschließlich interdisziplinär getroffen. Das wöchentlich stattfindende Tumorboard bringt alle Spezialisten an einen Tisch und ermöglicht eine rasche Entscheidung unter Einbeziehung der aktuellen medizinischen Leitlinien. „Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit der Allgemein- und Viszeralchirurgie unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Faß, den Medizinischen Klinik I und IV unter Leitung von Prof. Dr. Frank Schuppert und Prof. Dr. Martin Wolf sowie der Urologie mit Direktor Prof. Dr. Björn Volkmer stellen wir individuell für jeden Patienten kurzfristig die am besten geeignete Therapie zusammen“, so Oberarzt Abusalim.

Information: Nael Abusalim, Mail: nael.abusalim@klinikum-kassel.de

 
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