> Aktuelles > Presseinformationen > Archiv 2009 > „Andacht für die Sinne“ – unter dieser Überschrift[...]
Kontakt  |  Impressum  |  Datenschutz  |  A  A  A 
 

Spezieller Gottesdienst für Demente

Kassel, 2. Dezember 2009. „Andacht für die Sinne“ – unter dieser Überschrift wird in der Seniorenwohnanlage (SWA) Lindenberg einmal im Monat ein evangelischer Gottesdienst für demente Bewohner und Bewohnerinnen des Pflegeheims gefeiert, zu dem natürlich auch alle anderen Interessierten willkommen sind. Die Idee zu dieser Gottesdienstform, die in Kassel bisher einmalig ist, stammt von Pfarrerin Birgit Innerle: „Ich fand es immer schade, dass unsere sonntäglichen Gottesdienste, die wir alle vierzehn Tage feiern, sowohl inhaltlich als auch liturgisch nicht so recht den Bedürfnissen unserer dementen Bewohner und Bewohnerinnen entsprechen.“ Angeregt durch Erfahrungen von Kolleginnen und durch Fortbildungen startete sie mit Unterstützung der Einrichtungsleiterin Heide Tepper und den Mitarbeiterinnen des Begleitenden Dienstes das Projekt „Andacht für die Sinne“.

Was sie im Verlauf eines Tages machen, haben Demenzkranke oft schon kurze Zeit später wieder vergessen. Aber an Symbole, Gerüche, Lieder, die sie ein Leben lang begleitet haben, können sich viele erinnern. Daher ist es Birgit Innerle wichtig, dass der Gottesdienst im Kirchenraum stattfindet, so wie auch der gesamte Rahmen klassisch gottesdienstlich ist: Es läuten Kirchenglocken von einer CD, es gibt ein Orgelvorspiel und -nachspiel, die Anwesenden beten den Psalm und das Vaterunser. Die Pfarrerin trägt in jedem Fall ihren Talar, damit ihre Funktion für jeden erkennbar ist. Für die Predigt, die nur fünf bis höchstens sieben Minuten dauert, bringt sie immer ein Symbol zum Anfassen mit: Eine Blume, einen Stein oder eine Perle für jeden und jede, mit denen gemeinsam eine Kette aufgefädelt wird. Diese wir angelehnt an eine Geschichte zur Lebensgeschichte der Gottesdienstbesucher und –besucherinnen. Zum Abschluss des Gottesdienstes wird jeder einzeln gesegnet – ein ganz besonderer Moment, bei dem viele gerührt sind.

Mit Hilfe der Symbole und Rituale gelingt es, die dementiell erkrankten Menschen auf der Gefühlsebene anzusprechen und so einen Zugang zu ihnen zu bekommen. Geschichten, die in die Vergangenheit zurückgreifen, verstärkt durch etwas Greifbares, sprechen demente Menschen an, lassen sie sich erinnern, sie fühlen sich sicher und ernst genommen. „Viele Worte, die uns nicht dementen Menschen zur Kommunikation dienen, kommen oft nicht mehr an“, weiß Pfarrerin Innerle. „Wenn wir aber gemeinsam die alten Kirchenlieder wie ,Lobe den Herren‘ oder ,So nimm denn meine Hände‘ singen, dann sind Texte oder Gesangbücher nicht mehr nötig. Dann sprudelt es nur so aus den alten Menschen heraus.“

Die bisherigen Erfahrungen mit den „Andachten für die Sinne“ sind nach den Worten von Einrichtungsleiterin Tepper durchwegs positiv. Dass der Gottesdienst für die Menschen mit Demenz eine wertvolle Erinnerungsarbeit darstelle, zeige sich in kontinuierlich steigenden Teilnehmerzahlen seit dem Start im Februar 2009.


Weitere Information: Heide Tepper, Telefon 0561/95077-10; Birgit Innerle, Telefon 0561/512190

 

 
Leiterin Unternehmens­kommunikation
Ulrike Meyer auf der Heide
Telefon 0561 980-4804
Telefax 0561 980-6870
E-Mail
Pressesprecherin
Gisa Stämm
Telefon 0561 980-4807
Telefax 0561 980-6870
E-Mail
Pressesprecherin
Inga Eisel
Telefon 0561 980-4898
Telefax 0561 980-6870
E-Mail