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Glücklich über Ausbildungsplatz für Maik

Felsberg, 4. September 2009. „Ich will meinen Meistertitel kriegen.“ Meik Seidl sagt das mit einem Lachen im Gesicht, aber das klar formulierte Ziel scheint durchaus ernst gemeint. Gerade erst hat er in der Jugendwerkstatt Felsberg eine Ausbildung zum Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik, begonnen und scherzt schon, dass er seiner Ausbildungsmeisterin Regina Suchy später einmal Konkurrenz machen will. Mit dem 19-Jährigen hat erstmals ein junger Mensch durch die  Zusammenarbeit zwischen der Kinderonkologie im Klinikum Kassel und dem „Freundeskreis sozial engagierter Unternehmer e.V.“ aus Lohfelden bei Kassel eine Lehrstelle erhalten.

Wenn die jungen Patientinnen und Patienten der Kinderonkologie im Klinikum ihre Therapie abgeschlossen haben, merkt man ihnen von ihrer Krankheit meist nichts mehr an. Aber durch die oft lange Abwesenheit in der Schule haben sie vielleicht nicht den ursprünglich angestrebten Schulabschluss erreicht oder haben dafür länger gebraucht als andere. „Gerade in Zeiten, wo es für die jungen Leute ohnehin schwierig ist, einen Ausbildungsplatz zu finden, kann eine längere Erkrankung im Lebenslauf möglicherweise ein Ausschlusskriterium sein“, weiß Privat-Dozentin Dr. Michaela Nathrath, Direktorin der Klinik für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (= Kinderonkologie) im Klinikum. Auch könnten Kinder nach Operationen von beispielsweise Hirn- oder Knochentumoren in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sein. „Die Rückkehr ins normale Alltagsleben ist oft schwierig.“

Um den ehemaligen Patientinnen und Patienten trotzdem eine Ausbildung als fundierten Start ins Berufsleben zu ermöglichen, arbeitet die Kinderonkologie seit kurzem mit dem „Freundeskreis sozial engagierter Unternehmer e.V.“ in Lohfelden zusammen. Der Kontakt kam über Schatzmeister Peter Vaupel zustanden, der als Vorstand der „Helga und Heinrich Holzhauer-Stiftung“ aus Melsungen schon weit über 200.000 Euro für krebskranke Kinder in Nordhessen zur Verfügung gestellt hat.
Bei Meik Seidl hatten die Ärzte 2006 kurz vor seinem Hauptschulabschluss an der Drei-Burgen-Schule in Felsberg eine bösartige Knochenmarkserkrankung festgestellt. Es folgte eine mehrmonatiger Aufenthalt in der Klinik für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie im Klinikum Kassel, wo er starke Medikamente erhielt. Eine schwere Zeit für den jungen Mann. Weil sein Immunsystem sehr geschwächt war, durfte er nicht unter Leute, bekam eine spezielle, keimarme Kost zu essen. Und natürlich stellte die Erkrankung selbst eine große Belastung dar. „Ich habe mir schon viele Gedanken gemacht, wie es weitergeht“, erzählt er. „Am meisten wegen meines Schulabschlusses.“ Mit Hilfe von Dr. Dieter Vaupel, Schulleiter der Drei-Burgen-Schule, wurde eine individuelle Lösung gefunden, damit er trotz verpasster Prüfung den Hauptschulabschluss erreichen konnte.
 
Nach der intensiven Therapiephase im Klinikum Kassel musste Meik Seidl weiterhin Medikamente nehmen und war noch einige Zeit krank geschrieben. Weil er gerne einen handwerklichen Beruf erlernen wollte, absolvierte er anschließend ein Einstiegsqualifizierungsjahr bei VW und schickte auf der Suche nach einer Lehrstelle zahlreiche Bewerbungen auf den Weg. „Dass ich eine schwere Erkrankung hinter mir habe, hat die möglichen Arbeitgeber teilweise schon abgeschreckt“, berichtet der Gensunger.

Um so mehr freut es Meik Seidl, dass es nun doch mit einer Lehrstelle geklappt hat. Privat-Dozentin Dr. Nathrath bat den Freundeskreis sozial engagierter Unternehmer aus Lohfelden um Unterstützung. Der Verein engagiert sich nach Angaben des Vorsitzenden Heinz Hibbeln in verschiedenen sozialen Bereichen und stellt beispielsweise Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, einen „Zeitspender“ beratend zur Seite. Da Meik aus Gensungen stammt, bat Vereinsmitglied Vaupel seinen Bruder, Schulleiter Dr. Dieter Vaupel, um Hilfe, der sich wiederum an Rüdiger Metzger von der Jugendwerkstatt Felsberg e.V. wandte. Der Sozialpädagoge setzte alle Hebel in Bewegung und schaffte es, dass Meik zum 1. September diesen Jahre seine Ausbildung beginnen konnte. „Ohne Herr Metzger würde ich nicht hier sitzen“, ist sich der neue Azubi sicher. Auch Rüdiger Metzger ist voll des Lobes über den neuen Lehrling: „Klasse. Hochmotiviert, zuverlässig.“

 

 
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