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Gelpolster gegen die Harninkontinenz

Wolfhagen, 26. Februar 2009. An der Kreisklinik Wolfhagen wird ein neues Verfahren zur Behandlung der Blasenschwäche bei Frauen angeboten. Dabei wird die Harnröhre mit Gelpolstern unterspritzt, so dass der Schließmuskel die Harnröhre wieder abdichten kann. Die gynäkologische Abteilung an der Kreisklinik hat damit eine weitere Möglichkeit zur Behandlung der Belastungs-Harninkontinenz eingeführt und ihr Therapiespektrum komplettiert.

Rund acht Millionen Frauen in Deutschland leiden unter Harninkontinenz. Die häufigste Form der Blasenschwäche stellt die Belastungsinkontinenz dar: Bei körperlicher Belastung wie Niesen, Husten, Lachen oder Tragen von Lasten kommt es zu unfreiwilligem Harnverlust. Ursachen sind schwaches Bindegewebe sowie eine geschwächte Muskulatur im Beckenboden. Die gängigen Behandlungen sind Beckenbodentraining, Medikamente oder der operative Einsatz eines Scheidenbändchens (TVT-Methode).

Als weitere Therapie bieten die Gynäkologen an der Kreisklinik Wolfhagen jetzt die Injektion eines speziellen Gelpolsters in die Harnröhre an. Dabei wird mit einem besonderen Cystoskop (= Instrument zur Untersuchung von Harnblase und –röhre) an drei Stellen das Hydrogel Bulkamid zwischen Blasenhals und Schließmuskel gespritzt. Dieses besteht zu 97,5 Prozent aus Wasser und zu 2,5 Prozent aus Polyacrylamid. Bulkamid ist geruchlos, pH-neutral, nicht allergen und verbindet sich nach und nach mit dem umliegenden Gewebe, erläutert Dr. Werner Prinz, der die Belegabteilung mit Dr. Marion Reif-Kaiser und Dr. Axel Vetter leitet. Durch die Gelpolster wird der Druck auf die Harnröhre erhöht, der Schließmuskel dichtet diese wieder zuverlässig ab. Der ganze Eingriff dauert etwa zehn Minuten und kann in Vollnarkose oder mit Lokalanästhesie erfolgen.
Die Bulkamid-Methode ist nach Angaben von Dr. Prinz besonders für Patientinnen geeignet, welche

Die Erfahrungen mit der neuen Methode in der Kreisklinik Wolfhagen sind gut: „Alle Patientinnen waren nach dem Eingriff kontinent“, berichtet Dr. Prinz. Bulkamid sei als Unterspritzung eine der sichersten Eingriffsmethoden. In den Anwendungsstudien habe sich eine Erfolgsquote von 87 Prozent nach sechs Monaten gezeigt (77 Prozent geheilt, 10 Prozent verbessert).

Die Gynäkologen an der Kreisklinik Wolfhagen sind Mitglied im Beckenbodenzentrum Nordhessen und haben die Therapie der weiblichen Beckenbodenschwäche als Schwerpunkt ausgebaut. Dazu gehört neben Diagnostik und Therapie der Harninkontinenz auch die Behandlung von Senkung und Vorfall der Scheide sowie der Gebärmutter.

Information: Tel. 05692/98855-0.
 

 
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