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"Es erschließt sich eine neue Welt"

Kassel, 28. Juni 2007. Ein neues Operationsmikroskop der jüngsten Generation hat die Klinik für Neurochirurgie im Klinikum Kassel erhalten. Damit sind nun während einer Operation Gefäßdarstellungen möglich, was die Eingriffe noch sicherer und für die Patienten schonender macht. Mit dieser Investition werde das neurologisch-neurochirurgische Zentrum des Klinikums weiter gestärkt und die Voraussetzung für Neurochirurgie auf höchstem Niveau geschaffen, betont Klinikum-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schwarz.  

Eine Operation am Gehirn ist immer ein dynamischer Prozess, da sich im Verlauf des Eingriffs die räumlichen Verhältnisse im Gehirn ändern. Nach dem Öffnen der Schädeldecke kommt es zu Verschiebungen der Hirnmasse, weil Gehirnflüssigkeit entweicht und der Hirndruck nachlässt, erläutert Prof. Dr. Wolfgang Deinsberger, Direktor der Klinik für Neurochirurgie im Klinikum Kassel. Daher ist es in der Neurochirurgie von großer Bedeutung, während der Operation den Verlauf zu kontrollieren. Nachdem die Klinik im vorigen Jahr ein neues Navigationsgerät erhalten hat, das Ultraschallbilder während der Operation liefert, ist die Ausstattung jetzt erneut verbessert worden.

Mit Hilfe des neuen Operationsmikroskops, das seit einem knappen Jahr auf dem Markt ist, lässt sich unter anderem die Durchblutung von Gefäßen im Gehirn darstellen. Dazu wird dem Patienten ein harmloser Fluoreszenz-Farbstoff gespritzt,  der das Blut grün leuchten lässt. So können die Neurochirurgen während der Operation beispielsweise prüfen, ob eine Gefäßaussackung (Aneurysma) komplett verschlossen wurde oder eine Gefäß-Engstelle wieder ausreichend von Blut durchflossen wird. Bisher erfolgte diese Kontrolle mittels Doppler-Ultraschall, der aber nicht die gleiche Genauigkeit erreicht. Für den Patienten bringt die Fluorenszenz-Angiographie (Gefäßdarstellung) außerdem keine zusätzliche Strahlenbelastung mit sich.
 
Ein weiteres Einsatzgebiet des neuen Mikroskops ist die Entfernung von Hirntumoren. Bei bösartigen Tumoren ist die Blut-Hirn-Schranke, die das Gehirn vor schädlichen Stoffen aus dem Blutkreislauf schützt, defekt. Daher kann Farbstoff in das Tumorgewebe eindringen und lässt selbst kleinste Tumorreste unter Infrarot-Licht blauviolett leuchten. Somit können die Neurochirurgen während der Operation prüfen, ob der Tumor vollständig entfernt wurde, und gleichzeitig das umliegende, gesunde Gewebe maximal schonen.
Im Klinikum Kassel, das als einziges Krankenhaus in Nordhessen Hirntumore entfernt, erfolgen pro Jahr 200 bis 300 dieser Eingriffe.

Prof. Deinsberger ist von dem neuen, in Deutschland entwickelten Operationsmikroskop mit einem Listenpreis von 250000 Euro begeistert: „Auflösung und Bildqualität sind genial und mit den neuen Möglichkeiten der Gefäßdarstellung erschließt sich für uns geradezu eine neue Welt.“

Weitere Information:
Prof. Dr. med. Deinsberger, Tel. 0561 980-3086
E-Mail: wolfgang-deinsberger@klinikum-kassel.de.

 
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