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In besten Händen

Gerade bei Krebserkrankungen der weiblichen Genitalorgane verbessert eine frühzeitige Erkennung, Abklärung und Behandlung die Überlebenschancen erheblich. Mit Hilfe einer schonenden Diagnostik beurteilen die erfahrenen Onkologen des Gynäkologischen Tumorzentrums (GTZ), ob eine Gewebeveränderung bösartig ist.

Eine Krebsdiagnose wirft jede Patientin aus der Bahn. Die Grundlage jeder Behandlung ist daher ein offenes Gespräch und umfassende, verständliche Informationen über Behandlungsoptionen samt Aussichten und Nebenwirkungen. Denn heute ist kaum eine Krebstherapie wie die andere: Welche Art von Operation ist nötig? Ist eine Chemotherapie sinnvoll? Wie lässt sich die Genesung noch fördern?

Durch kontinuierliche Fortbildung und Austausch mit Fachleuten in aller Welt halten wir unser Wissen auf dem aktuellen Stand. Wir erklären Ihnen neueste Behandlungsverfahren und arbeiten, wo es geht, mit minimalinvasiven Methoden. Weil wir wissen, dass seelische Aspekte bei der Heilung eine große Rolle spielen, ist eine mitfühlende Begleitung für uns selbstverständlich. Treten Sie gerne mit uns in Kontakt, wenn Sie spezielle Fragen haben oder sich mit einer Zweitmeinung absichern möchten.

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen

Die gynäkologische Onkologie beschäftigt sich mit der Prävention, der Früherkennung, der Diagnostik und der operativen und medikamentösen Therapie von bösartigen Erkrankungen, die die Genitalorgane der Frau betreffen. Zu diesen zählen die äußeren Genitale, die Scheide, der Muttermund, die Gebärmutterkörper, die Eileiter und die Eierstöcke.

Alle diese Organe können von Krebserkrankungen betroffen sein. Das Ziel ist eine möglichst frühzeitige Erkennung dieser Tumoren, da dadurch die Überlebenschancen wesentlich ansteigen.

Bei einem bösartigen Tumor handelt es sich um Gewebe mit einer ungehemmten und unkontrollierten Zellteilung und mit einem durchdringend, zerstörenden sowie Tcohtergeschwulste bildendem Wachstumscharakter. Bösartiges Gewebe ist dadurch charakterisiert, daß es sich in der Organisation dem Gesamtorganismus entzieht und sein Wachstum und Stoffwechsel nur zur eigenen Erhaltung dient. Eine Schädigung erfährt der Gesamtorganismus durch Verdrängungserscheinungen in Folge der Gewebewucherung und Gewebezerstörung. Ziel muß es sein, diese Herde früh zu erkennen und sie dann durch eine umfassende operative Entfernung, Zerstörung, Wachstumseinschränkung durch spezielle medikamentöse Therapien bzw. strahlentherapeutische Maßnahmen oder durch eine Kombination dieser Möglichkeiten zu vernichten.

Operation

 

Sinn und Ziel der Operation ist ein an die Art des Tumors angepasster, möglichst organerhaltender, individualisierter operativer Eingriff, um das bösartige Gewebe vollständig zu entfernen, ohne die Lebensqualität der Patientin zu beeinträchtigen. Das ist allerdings nicht immer möglich. Fortgeschrittene Tumoren bedürfen auch einer größeren Operation, möglicherweise mit Entfernung benachbarter gesunder Organe oder Gewebe.

Häufig müssen die Lymphabflußgebiete (Lymphknoten), die von dem befallenen Organ ausgehen, mitentfernt werden. Diese operativen Eingriffe sollten bei bösartigen Erkrankungen in Zentren stattfinden, in denen sowohl die technische Ausstattung, vor allem aber auch spezialisierte gynäkologische Operateure und gynäkologische Onkologen tätig sind und den Eingriff durchführen.

Zahlreiche Studien beweisen, dass der Einfluss der ersten Operation auf den weiteren Verlauf der Erkrankung entscheidend ist. Sie beweisen auch, dass die Patientinnen mit einem entsprechend dafür ausgebildeten und geschulten Team die besten Chancen für die Zukunft haben.

 

Chemotherapie

Unter einer Chemotherapie im engeren Sinne versteht man die Gabe von Substanzen, die durch einen Eingriff in den Stoffwechsel der bösartigen Zellen, deren Zellteilungsvorgänge entweder hemmen, oder unterbinden. Damit wird deren Zellwachstum gestört und die Tumorzelle im positivsten Falle zum Absterben gebracht. Prinzipiell wirken diese Substanzen bei allen Körperzellen. Tumorzellen zeigen jedoch auf Grund ihres erhöhten Stoffwechsels eine höhere Empfindlichkeit gegenüber Chemotherapeutika, als gesunde Zellen.
Die Chemotherapie hat heute von ihrem Schrecken verloren, da zahlreiche hochwirksame Medikamente zur Verfügung stehen, mit denen die Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, etc. gut beherrschbar sind. Diese Medikamente werden in unterschiedlichen Intervallen und unterschiedlich lange gegeben.

Die Gabe von Chemotherapeutika sollte nur in Einrichtungen erfolgen, wo entsprechende Erfahrungen mit diesen Substanzen vorliegen, um bestmögliche Ergebnisse bei geringsten Nebenwirkungen zu erreichen. Eine Hauptnebenwirkung, die bis heute leider nicht gut beeinflussbar ist, ist der Haarverlust bei einigen Chemotherapie-Regimen. Die Haare wachsen aber nach kurzer Zeit nach Beendigung der Chemotherapie in der vorher dagewesenen Weise wieder nach. Die meisten Chemotherapien können ambulant durchgeführt werden. Das hat den großen Vorteil, dass die Patienten nicht aus ihrem sozialen Umfeld gerissen werden. Die Chemotherapien im Klinikum Kassel finden in unserer Tagesklinik statt, wo wir uns bemühen, eine möglichst individualisierte Betreuung für die Patienten sicherzustellen, gerade durch ein gleichbleibendes Team, das die Patienten mit ihrer Krankengeschichte persönlich kennt.

Hormontherapie

Viele gynäkologische Tumoren sind hormonabhängig und können mit einer Hormontherapie positiv beeinflusst werden. Hormone sind chemische Botenstoffe, die das Tumorwachstum beeinflussen. Hormone, die über spezielle biochemische Vorgänge die Differenzierung, bzw. die Ausreifung der Zellen fördern, sind im Vergleich zu Chemotherapeutika viel besser verträglich, die Nebenwirkungen sind sehr viel geringer, so dass man sich bei hormonell beeinflussbaren Tumoren wenn möglich für eine Hormontherapie entscheidet.

Strahlentherapie

Das Ziel jeder Strahlentherapie bösartiger Erkrankungen ist eine maximale Zerstörung des Tumors und weitgehende Schonung des benachbarten mitbestrahlten Gewebes. Strahlen wirken nur bei sich teilenden Zellen, die dadurch zerstört werden.

Die strahlentherapeutische Beherrschung eines Tumors hängt aber nicht nur von seiner Strahlenempfindlichkeit ab, sondern auch von der Empfindlichkeit des umgebenden normalen Gewebes. Dabei kommen im Klinikum Kassel modernste Therapieplanungen, Therapieanwendungen zum Tragen.

Immuntherapie

Die Entstehung von bösartigen Zellen aus einer normalen gesunden Mutterzelle geschieht durch ein Versagen der lokalen Immunreaktionen auf eine solche Veränderung der Erbsubstanz. Die Wissenschaft ist heute in der Lage, einige dieser immunologischen Vorgänge besser zu verstehen und es gibt erste ermutigende Ansätze über eine lmmuntherapie, die das Wachstum von Tumorzellen beeinflussen.

Das am weitesten fortgeschrittene Medikament ist das Herceptin, das bei Brustdrüsenerkrankungen bei vielen Patientinnen das Wachstum der Tumorzellen hemmen kann. Man hat hiermit ein Medikament, welches nebenwirkungsarm und gut wirksam ist.

Vulvacarcinom (Krebs der äußeren Schamlippen)

Das Vulvacarcinom ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters. Die Vulvacarcinome der jüngeren Frauen sind durch eine HPV-Virusinfektion bedingt. Primäres Ziel ist, durch eine an die Ausdehnung und Art des Tumors angepasste operative Therapie dieses Vulvacarcinom zu entfernen. Bei kleinen Tumoren ist eine örtliche Umschneidung ausreichend, bei größeren Tumoren die sog. radikale Vulvektomie, d.h. die gesamte Entfernung des äußeren Genitale unter Einbeziehung der Leistenlymphknoten.

Bei fortgeschrittenen Vulvacarcinomen wird das Operationsgebiet und der Leistenbereich bestrahlt. Eine Chemotherapie ist hierbei nicht sinnvoll.

Patienten sollten bei langanhaltendem Juckreiz, bei nicht abheilenden Defekten, Verhärtungen, Vorwölbungen, pigmentartigen Veränderungen, Blutungen, Ausfluss einen Arzt aufsuchen, da bei dem Vulvacarcinom die frühe Erkennung von besonderer Bedeutung ist.

Vaginalcarcinom (Krebs der Scheide)

Das Vaginalcarcinom ist ein seltenes Carcinom, am häufigsten zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Es tritt gehäuft bei Patientinnen auf, die in ihrer Vorgeschichte bereits einen Gebärmutterhalskrebs gehabt haben, oder bei denen eine HPV-Infektion nachgewiesen wurde. Als Erstsymptom finden sich meist vaginale Blutungen, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, Ausfluss, unangenemer Geruch.

Die operative Therapie sieht die Entfernung der Scheide vor, meist vom Bauchschnitt mit Entfernung der Beckenlymphknoten, bei fortgeschrittenen Stadien ist die kombinierte Bestrahlung die Therapie der Wahl. Auch hier kann eine simultane Radio- / Chemotherapie versucht werden.

Cervixcarcinom (Gebärmutterhalskrebs)

Das Cervixcarcinom ist eines der häufigsten Genitalcarcinome der Frau und entsteht fast immer durch und nach einer Infektion mit Papillomaviren. Der Altersgipfel liegt am Ende der geschlechtsreifen Zeit, kann aber auch schon vor dem 30. Lebensjahr auftreten. Es entwickelt sich mit einer Verzögerung von bis zu 10 Jahren über Zellveränderungen, sog. Krebs-Vorstufen. Durch die regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeprogrammen mit Zellabstrich) gibt es eine Möglichkeit diese Tumoren sehr früh zu erkennen und sie zu 100 % zu heilen.

Symptome sind: Blutungsunregelmäßigkeiten, Kontaktblutungen, riechender, blutig-wässriger Ausfluß. Die operative Therapie in den frühen Stadien besteht in einer Operation mit Entfernung der Gebärmutter, dem umgebenden Gewebe, einer Scheidenmanschette, der Beckenlymphknoten und bei Befall der Beckenlymphknoten auch in einer Entfernung der paraaortalen Lymphknoten.

Bei darüber hinaus gehenden Tumorstadien erfolgt die primäre Radio-/Chemotherapie. Die Prognose ist abhängig von dem Tumorstadium. Sowohl nach Operation und Strahlentherapie treten aber bis zu 90 % der Rezidive in den ersten drei bis fünf Jahren auf, danach darf man von einer Dauerheilung ausgehen.

Endometriumcarcinom (Gebärmutterkörperkrebs)

Das Endometriumcarcinom stellt inzwischen das häufigste Genitalkarcinom in Deutschland dar. Es entwickelt sich überwiegend bei älteren Frauen, der Häufigkeitsgipfel liegt um das 65-jährige Lebensjahr. Risikogruppen sind Frauen, die keine Kinder geboren haben, übergewichtige Frauen und Patienten mit Diabetes und hohem Blutdruck.

Das Frühsymptom ist eine postmenopausale Blutung, so dass jede suspekte vaginale Blutung jenseits des 40. Lebensjahres durch Histologie abgeklärt werden sollte. Hier ist in erster Linie die Abrasio (Ausschabung) und die Spiegelung der Gebärmutterhöhle indiziert. Die operative Therapie sollte immer angestrebt werden, im Stadium 1 werden ausschließlich die Gebärmutter und die Eierstöcke entfernt, je nach Tumortyp und Ausbreitung auch die Lymphknoten im Becken oder paraaortal. Bei fortgeschritteneren Stadien werden auch größere Operationen notwendig.

Die Strahlentherapie muss individualisiert werden. Der Standardoperation folgt nur eine Scheidenbestrahlung, bei höhergradigen Stadien auch eine Bestrahlung des Beckens und der Lymphabflussgebiete. Eine Chemotherapie ist evtl. möglich, ebenso eine Hormontherapie.

Ovarialcarcinom (Eierstockkrebs)

An Eierstockskrebs erkranken in Deutschland etwa 8000 Patienten jährlich neu. Die Frühsymptome sind praktisch nicht vorhanden. Beschwerden sind meistens Zeichen eines bereits fortgeschritteneren Tumors. Die früheren Carcinome werden nur zufällig im Rahmen der Vorsorge und einer begleitenden Ultraschalluntersuchung erkannt.

Das Ziel der operativen Therapie ist die vollständige Entfernung des Tumors. Hierzu sind oft große operative Eingriffe notwendig, die ein fachübergreifendes operatives Team erforderlich machen. Das Überleben der an einem Ovarialcarcinom erkrankten Patientinnen hängt von dem Ausmaß und dem Ergebnis der Primäroperation ab. Deshalb sollten diese Patienten nur in operativen Zentren mit erfahrenen gynäkologischen onkologischen Operateuren behandelt werden.

Bei ungenügendem Operationserfolg kann auch eine Chemotherapie die Heilungschance nicht wesentlich verbessern. Zur Standardoperation zählt die Entfernung der Gebärmutter mit beiden Eierstöcken, ggf. die Entfernung des großen Bauchnetzes, die Entfernung der Becken- und paraaortalen Lymphknoten, die Entfernung des befallenen Bauchfells und die evtl. Mitentfernung befallener Darmanteile.

Notfall
 


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