> Kliniken > Klinikum Kassel > Kliniken & Institute > Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chiru[...] > Leistungsspektrum > Orthopädische Fußchirurgie > Hallux rigidus (Großzehengrundgelenksarthrose)
Kontakt  |  Impressum  |  Datenschutz  |  A  A  A 
 

Hallux rigidus (Großzehengrundgelenksarthrose)

Die Arthrose des Großzehengrundgelenkes äußert sich vor allem in einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung, die schließlich in einer Steife des Gelenks – des Hallux rigidus – mündet. Die Frühstadien werden auch als Hallux limitus bezeichnet. Als Ursache werden immer wiederkehrende kleine mikrotraumata als Stöße im Gelenk diskutiert, die dann im Verlauf zu einer Knorpelschädigung, also der Arthrose führen. Männer sind hier im Gegensatz zum Hallux valgus im Schnitt häufiger betroffen als Frauen. Unterschieden werden insgesamt 4 Stadien, nach denen sich auch die Therapie richtet.

Am Anfang steht die konservative Behandlung. Sie beinhaltet medikamentöse, physikalische und orthopädietechnische Maßnahmen, wie z.B. eine Ballenrolle oder Rigidusfeder . Sollten die Beschwerden hierunter nicht ausreichend besser werden, kommen mehrere unterschiedliche Operationsverfahren in Frage, die in Abhängigkeit vom Stadium der Erkrankung, evtl. vorhandener Begleiterkrankungen sowie unter Berücksichtigung des Aktivitätsniveaus des Patienten gewählt werden sollten.

Im Frühstadium mit noch guter Restbeweglichkeit kann es ausreichend sein, die überstehenden Knochenanbauten zu entfernen (Cheilektomie). Des weiteren kommt noch eine Verkürzung des 1.Mittelfußknochens (OP nach Youngswick) in Frage, um die Beweglichkeit zu verbessern und den Druck aus dem Gelenk zu nehmen. Dies sollte jedoch nur bei noch guten Knorpelverhältnissen durchgeführt werden, ggf. kann aber auch eine Mikrofrakturierung erfolgen. Im Endstadium mit weitgehend zerstörtem Gelenk ist die Versteifung (Arthrodese) des Großzehengrundgelenkes das Standardverfahren. Auch nach einer Versteifung des Gelenkes kann in der Regel hinterher ein normaler Konfektionsschuh getragen werden und es wird ein normales physiologisches Gangbild vorliegen.

Für 6 Wochen muß ein Vorfußentlastungsschuh getragen werden, mit dem aber nach kurzer Eingewöhnungsphase eine Vollbelastung ohne Gehhilfen möglich ist. Intensive Physiotherapie sowie tägliche Eigenübungen zum Erhalt der Beweglichkeit im Großzehengrundgelenk nach einer OP nach Youngswick und der Cheilektomie ist sehr wichtig Danach kann in der Regel wieder ein normaler Konfektionsschuh mit ggf. einer neuen Einlage getragen werden. Für den Eingriff ist in der Regel ein stationärer Aufenthalt von 3-5 Tagen erforderlich.
Links: nach Arthrodese mit Schrauben
Rechts: Ausgangsbefund mit deutlicher Arthrose
Notfall
 


Zurück