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"Bunter Kreis Kassel" schließt Versorgungslücke

Kassel. Der „Bunte Kreis Kassel“ bietet Hilfen für Familien mit Frühgeborenen oder Kindern mit schweren chronischen Erkrankungen/Behinderungen – insbesondere beim Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Umgebung. Das inzwischen achtköpfige Team hat im vorigen Jahr 80 Familien aus ganz Nordhessen betreut. Träger der Nachsorgeeinrichtung ist der Kasseler Verein „Hilfe für Kinder und Erwachsene im Krankenhaus“. Seit dieser Woche stellt sich der „Bunte Kreis Kassel“ mit einer Fotoausstellung im Eingangsgebäude des Klinikums der Öffentlichkeit vor.

„Das war ein krasser Bruch – im Krankenhaus kann man sich jederzeit mit Fragen an die Schwestern wenden. Zu Hause hat man diese Möglichkeit schlagartig nicht mehr“, sagt Christian Knauf aus Kassel. Seine Tochter Carlotta musste wegen Atem- und Schluckstörungen gleich nach der Geburt auf der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation im Klinikum Kassel betreut werden. Auch für die erste Zeit zu Hause benötigte sie noch eine Magensonde zur Unterstützung der Ernährung, außerdem kontrolliert ein tragbarer Monitor rund um die Uhr den Sauerstoffgehalt des Blutes.  „Ich habe mir im Krankenhaus schon viele Gedanken gemacht, wie wir das zu Hause schaffen“, berichtet Mutter Diana Knauf. „Meine Hauptsorge war der Umgang mit der Magensonde.“

Diese Angst konnte ihr Kerstin Neusel rasch nehmen. Im Rahmen der sozialmedizinischen Nachsorge stand die Mitarbeiterin des „Bunten Kreises Kassel“ der Familie in Carlottas ersten Wochen zu Hause mit Rat und Tat zur Seite. Die erfahrene Kinderkrankenschwester unterstützte die Eltern bei der Versorgung, beim Umgang mit den Geräten, beim Ausfüllen von Anträgen und bei der Koordination der weiteren Behandlungsschritte. „Wir geben professionelle Hilfe zur Selbsthilfe“, beschreibt Kerstin Neusel die Tätigkeit.

In Frage kommt die sozialmedizinische Nachsorge für Familien mit Kindern und Jugendlichen, bei denen über einen längeren Zeitraum oder dauerhaft mit einer deutlichen Einschränkung im Alltag zu rechnen ist. Das kann zum Beispiel bei kleinen Frühgeborenen, bei Kindern nach schweren Unfällen, mit angeborenen Fehlbildungen oder mit schweren Herzerkrankungen der Fall sein. Dr. Thomas Fischer, Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Kinder und Erwachsene im Krankenhaus“, sieht steigenden Bedarf für die sozialmedizinische Nachsorge. „Es wird viel Geld ausgegeben, um Frühgeborene gut ins Leben zu begleiten. Sobald sie nach Hause kommen, bricht häufig die Versorgung zusammen. Diese Lücke schließt das Team des „Bunten Kreises Kassel“.

Für die sozialmedizinische Nachsorge, die vom Arzt verordnet wird, steht beim „Bunten Kreis Kassel“ ein Team aus fünf Kinderkrankenschwestern, einem Arzt, einer Sozialpädagogin und einer Psychologin bereit. „Wir nehmen schon in der Klinik Kontakt mit der betroffenen Familie auf und klären, wo Unterstützung benötigt wird“, so Leiterin Maria Einax-Wagner. „Dabei arbeiten wir eng mit der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation und ihrem ärztlichen Leiter Dr. Dirk Müller zusammen.“ Das Angebot des „Bunten Kreises“ gelte natürlich auch für Familien mit Kindern, die nicht im Klinikum behandelt wurden. Für die kompetente Betreuung der Familien in ganz Nordhessen ist eine intensive Vernetzung mit den Angeboten vor Ort notwendig, um die Familien bei Bedarf an weitere Anlaufstellen zu vermitteln - seien es Kinderärzte, Therapeuten, Beratungs- oder Frühförderstellen.

Der „Bunte Kreis Kassel“ ist aus dem Projekt „Brücke ins Leben“ hervorgegangen, das ausschließlich mit Spenden, insbesondere aus der Weihnachtsaktion des „Extratip“ finanziert worden war. Seit Frühjahr 2017 ist der Bunte Kreis Kassel von den Krankenkassen als sozialmedizinische Nachsorgeeinrichtung anerkannt. Allerdings werden die Leistungen des Nachsorgeteams nicht komplett von den Krankenkassen übernommen, so dass der Bunte Kreis weiterhin auf Spenden angewiesen ist, um den Familien auch künftig unkompliziert zur Seite stehen zu können.

Kontakt: Telefon 0561/980-19714 oder E-Mail: Bunter-Kreis-Kassel@t-online.de
Spendenkonto des Vereins „Hilfe für Kinder und Erwachsene im Krankenhaus“: IBAN: DE14 5205 0353 0002 1421 28, SWIFT-BIC: HELADEF1KAS.

 
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