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TIA-Einheit zur Prävention von Schlaganfällen

Kassel, 9. Mai 2016. Das Klinikum Kassel hat sein Leistungsspektrum und die Versorgungskapazität für Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall bzw. Verdacht auf Schlaganfall noch weiter ausgebaut: Anfang Mai ist in der Zentralen Notaufnahme eine TIA-Einheit mit vier zusätzlichen Betten in Betrieb gegangen. TIA steht für transitorische ischämische Attacke und bezeichnet eine vorübergehende Durchblutungsstörung in Bereichen des Gehirns. Obwohl die Symptome wieder komplett verschwinden, gilt sie als Vorbote eines „großen“ Schlaganfalls. Daher sollten die Ursachen unbedingt sofort geklärt und behandelt werden, um das Schlaganfall-Risiko des Patienten zu mindern. Das Klinikum Kassel verfügt über sämtliche Möglichkeiten, um TIA sowie Schlaganfälle optimal zu diagnostizieren und zu behandeln, einschließlich einer zertifizierten Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) mit 17 Betten.

Die Symptome einer TIA ähneln denen eines Schlaganfalls, können allerdings schwächer ausgeprägt sein und verschwinden nach kurzer Zeit – nach Sekunden, Minuten oder wenigen Stunden, erläutert Prof. Dr. Andreas Ferbert, Direktor der Klinik für Neurologie im Klinikum. Als häufige Symptome nennt er Sehstörungen auf einem Auge, Lähmungen (einer Körperhälfte, einer Gesichtshälfte, einer Extremität), motorische Störungen, Gefühlsstörungen (Taubheit, Kribbeln), Sprachstörungen und Schwindel.

Eine TIA wird meist durch ein kleines Blutgerinnsel hervorgerufen, das sich aus einer verkalkten Halsschlagader gelöst hat und kurzzeitig ein Hirngefäß verstopft. Auch Vorhofflimmern oder andere Erkrankungen können kleine Blutgerinnsel freisetzen. Prof. Ferbert: „Die Ursachen für TIA und Schlaganfall sind weitgehend gleich, daher ist eine TIA als Warnzeichen unbedingt ernst zu nehmen.“ Bis zu 40 Prozent der Patientinnen und Patienten mit einer TIA erlitten innerhalb von fünf Jahren einen Schlaganfall, ungefähr 10 bis 15 Prozent sogar innerhalb der ersten zwei Wochen – sofern keine Behandlung erfolgt.

Für die neue TIA-Einheit im Klinikum Kassel wurden zwei bisher anderweitig genutzte Räume im Bettenbereich der Zentralen Notaufnahme umgebaut sowie das ärztliche und pflegerische Team erweitert. Patientinnen und Patienten, die mit Verdacht auf eine TIA in das Klinikum Kassel kommen, durchlaufen hier eine strukturierte und schnelle Diagnostik und Behandlung. „Wir prüfen die Risikofaktoren des Patienten und klären ab, ob es sich wirklich um eine TIA handelt“, sagt Dr. Klaus Weber, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme. „Die Symptome könnten auch auf abgedrückte Nerven oder Mini-Krampfanfälle hinweisen.“

Da auf eine TIA innerhalb kurzer Zeit ein Schlaganfall folgen kann, bleiben die Patienten bei Bedarf 24 Stunden unter intensiver Beobachtung in der TIA-Einheit. Dr. Weber: „Mit einer eigenständigen TIA-Einheit und der Möglichkeit einer Beobachtung über 24 Stunden betreten wir bundesweit Neuland.“ Jüngste Fachartikel belegen nach Webers Worten die hohe Bedeutung einer systematischen TIA-Akutbehandlung an einem spezialisierten und erfahrenen Zentrum für die Verhinderung von Schlaganfällen. Die Autoren gehen davon aus, dass das Risiko einen „großen“ Schlaganfall zu erleiden nach systematischer Behandlung in einer TIA-Einheit erheblich niedriger ist als ohne diese Behandlung.

Die TIA-Einheit ist eng mit der Stroke Unit des Klinikums vernetzt und arbeitet nach den gleichen Behandlungsleitlinien. Wird bei den Untersuchungen ein hohes Schlaganfall-Risiko eines Patienten festgestellt, kann dieser zur weiteren Versorgung direkt auf die Spezialstation verlegt werden, die als einzige Einrichtung in der Region von der Stiftung Deutsche Schlagfallhilfe als überregionales Zentrum zertifiziert ist. Außerdem ist das Klinikum koordinierendes Zentrum des Neurovaskulären Netzwerkes für Nordhessen, das von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zertifiziert wurde.

Das Klinikum Kassel, einziges Krankenhaus der Maximalversorgung in Nordhessen, ist nach Angaben des Geschäftsführers und GNH-Vorstandsvorsitzenden Karsten Honsel schon seit vielen Jahren auf die Diagnose und Behandlung von Schlaganfällen und anderen neurovaskulären, d.h. die Nerven und Blutgefäße betreffenden Erkrankungen spezialisiert. Zur optimalen Versorgung stehe hier im neurovaskulären Zentrum ein erfahrenes interdisziplinäres Team mit Neurologen sowie Neuroradiologen, Kardiologen, Neurochirurgen und Gefäßchirurgen bereit − und das rund um die Uhr. „Mit der neuen TIA-Einheit haben wir dem neurovaskulären Zentrum den nächsten wichtigen Baustein im Sinne der Prävention von Schlaganfällen hinzugefügt.“

 
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