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Hauttransplantation schonend und schmerzfrei

Kassel, 15. März 2016. Seit kurzem ist eine neue Art der Hauttransplantation ohne Operation, ohne Narkose und ohne Schmerzen in der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie im Klinikum Kassel möglich. Bei der epidermalen Hauttransplantation wird auf eine sehr schonende Weise gesunde Haut des Patienten entnommen, um die Heilung chronischer oder akuter Wunden zu unterstützen.

Karl-Wilhelm Schmidt aus Korbach hatte sich im vorigen Jahr am Unterschenkel gestoßen und eine kleine Wunde zugezogen. Da diese nach drei Monaten immer noch nicht verheilt war, stellte er sich in der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie des Klinikum Kassel vor. Die Ärzte stellten fest, dass die Wunde wegen eines Krampfaderleidens nicht heilte. Die Entfernung der erkrankten Vene (Varikose) war daher der erste Behandlungsschritt.

„Anschließend konnten wir mit der neuen Technik minimal-invasiv und ohne Schmerzen für die Patienten eine epidermale Hauttransplantation durchführen“, erläutert Ibrahim Sharaf, Leitender Oberarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie. Bei dem Verfahren wird ein kleines Gerät für etwa eine Dreiviertelstunde auf gesunde Haut des Patienten gesetzt, bei Karl-Wilhelm Schmidt war es der Oberschenkel. Mit Hilfe von Temperaturen von 37 bis 41  Grad und einem Unterdruck von ca. -400 mmHg werden Oberhaut-Zellen entnommen und auf eine klebende Spezialfolie fixiert. Die Folie mit dem Mikrotransplantat wird dann auf der Wunde platziert, wo sich die transplantierten, gesunden Zellen vermehren und die Wunde zügig verheilt. 

„Eine wunderbare Sache“, nennt Patient Schmidt dieses in Deutschland noch recht junge Verfahren, das in Kassel und Umgebung derzeit nur im Klinikum angeboten wird. „Ich habe bei der Entnahme überhaupt keine Schmerzen gehabt. Die Stelle, an welcher die Hautzellen entnommen wurden, war ein bisschen rau, aber zwei Tage später hat man dort überhaupt nichts mehr bemerkt. Auch die Wunde am Unterschenkel ist zügig verheilt – ohne Narbe.“

Oberarzt Ibrahim Sharaf ist von der epidermalen Hauttransplantation absolut überzeugt. Das Verfahren sei für Wunden bis zu einem Durchmesser von fünf bis zehn Zentimetern geeignet. „Bei anderen Haut-Transplantationsverfahren muss man den Patienten eine neue Verletzung zufügen, um eine Wunde zu schließen. Mit dieser minimal-invasiven Methode zur Wundbehandlung können wir den Patienten Operation, Narkose sowie Schmerzen ersparen und den Krankenhausaufenthalt verkürzen.“

Schlecht heilende und chronische Wunden sind in der Gefäßchirurgie ein tägliches Thema, weil Gefäßerkrankungen häufig der Grund für Wundheilungsstörungen sind. In der gefäßchirurgischen Ambulanz prüfen die Ärzte die Ursache für die chronische Wunde und ob die Wunde mit dem neuen Verfahren behandelt werden kann.

Das Verfahren der epidermalen Hauttransplantation wird auch bei den Kasseler Gesundheitstagen am 18./19. März vorgestellt, am Stand der Gesundheit Nordhessen im Blauen Saal (leicht erkennbar am überdimensionalen Venenmodell).

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