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Bad Arolsen: Medikamentenwirkung auf der Spur

Bad Arolsen, 21. Dezember 2016. Bei Beschwerden im Oberbauch ist Pantoprazol ein häufig verschriebener Wirkstoff, der dazu dient, den Säuregehalt des Magens zu reduzieren. Mit dem Zusammenhang von Pantoprazol-Dosierung, Säuregehalt des Magens und Schmerzstärke hat sich jetzt Lisa Bader anhand der Daten von 189 Patientinnen und Patienten des Bad Arolser Krankenhauses beschäftigt. Die 23-Jährige ist Studentin an der Kassel School of Medicine (KSM) und fertigt bereits im dritten Studienjahr eine wissenschaftliche Arbeit an. Betreut hat sie Oberarzt Dr. Peter Dravoj, der als Facharzt für Gastroenterologie auf Magen-Darm-Erkrankungen spezialisiert ist. 

Pantoprazol oder ähnliche Wirkstoffe sind häufig das erste Mittel der Wahl bei Schmerzen im Oberbauch. Falls trotz Medikamenten die Schmerzen bestehen bleiben, folgt üblicherweise eine Magenspiegelung. Dabei hat Dr. Dravoj in den vergangenen Jahren auch den Säuregehalt des  Magens gemessen, um mögliche Zusammenhänge zu untersuchen. Lisa Bader hat nun die Daten zusammengetragen und unter anderem Medikamentendosierung, Schmerzzustand und Magensäure  in Beziehung zueinander gesetzt.

Dabei zeigte sich, dass der Wirkstoff nicht bei jedem Patienten die gleiche säurereduzierende Wirkung hatte. Die Dosierung erlaubt also keine sichere Vorhersage, wie stark der Säurewert durch die Medikamenten-Einnahme sinkt. Lisa Bader: „Die Messung des Säuregehaltes bei einer Gastroskopie ermöglicht es daher, die Wirkstoff-Menge individuell an den jeweiligen Patienten anzupassen.“ Außerdem zeigte sich ein recht geringer Zusammenhang zwischen Schmerzstärke und Säuregehalt im Magen. Falls die Schmerzen bei Gabe von Pantoprazol also nicht nachlassen, könnte die Dosis zu gering gewesen sein oder die Schmerzen sind nicht säurebedingt.
Die Ergebnisse von Lisa Bader deuten darauf hin, dass es von Vorteil ist, bei Patienten, die Pantoprazol einnehmen, bei einer Magenspiegelung den pH-Wert zu messen. Für eine Erhöhung der Aussagekraft bräuchte man allerdings die Daten einer noch größeren Patientengruppe.  „Aber wir konnten zeigen, dass mehr Forschung in diese Richtung sinnvoll wäre“, meint die angehende Medizinerin. Das praxisnahe Thema und die Tätigkeit im Krankenhaus Bad Arolsen haben ihr sehr gut gefallen, „das war ein absolut familiäres Verhältnis und Dr. Dravoj hat sich sehr viel Zeit genommen.“ Auch der erfahrene Gastroenterologe beurteilt die Zusammenarbeit sehr positiv und freut sich, dass dank der Kooperation mit der KSM diese Fragestellung näher beleuchtet werden konnte.

Die Kassel School of Medicine gehört zur Gesundheit Nordhessen und bietet zusammen mit der University of Southampton seit 2013 ein europäisches Medizinstudium an. In einem zweisprachigen Studiengang werden jährlich bis zu 30 Studierende in fünf Jahren zum Mediziner ausgebildet. Die Studierenden sind während der gesamten Studienzeit an der University of Southampton eingeschrieben, wo in den ersten beiden Studienjahren die wissenschaftlichen Grundlagen sowie klinische Basisfähigkeiten vermittelt werden. Ab dem dritten Studienjahr verfeinern die Studierenden an den Klinken der Gesundheit Nordhessen und weiteren Ausbildungsstätten ihre Kenntnisse und erhalten eine klinisch orientierte Ausbildung. Nach erfolgreicher Absolvierung der fünf Studienjahre schließen sie mit dem akademischen Grad eines Bachelor of Medicine, Bachelor of Surgery (BMBS) ab. Ein Forschungsprojekt im dritten Studienjahr, wie es Lisa Bader in Bad Arolsen angefertigt hat, berechtigt zum Führen des akademischen Grades eines Bachelor of Medical Science (BMedSc). Im Anschluss an das Studium wird in Kassel ein einjähriges Programm zum strukturierten Berufseinstieg absolviert, das „Foundation Year“. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die KSM-Absolventen ihre volle Approbation als Arzt. Sie gilt EU-weit und wird auch von weiteren Ländern anerkannt.

 
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