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Gesundheit Nordhessen: Erneut positives Ergebnis

Kassel, 26. Juni 2015. Die Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH) kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken und hat 2014 ihr Ergebnis des Vorjahres erneut übertroffen. Trotz steigender Sach- und Personalkosten und stagnierender Vergütung durch die Kassen konnte das Unternehmen einen Gewinn von 3,55 Mio. Euro erreichen (2013: 3,23 Mio.). Den Beschäftigten kann mit mehr als 5,9 Mio. Euro erneut der Großteil des 2014 vorsorglich einbehaltenen Gehaltes zurückgezahlt werden. Die Gesundheit Nordhessen hat ihre Position als einer der größten Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe der Region weiter gefestigt: Obwohl die Zahl der Vollzeitstellen wegen der Schließung der Kreisklinik Helmarshausen 2014 gesunken ist, hat das Unternehmen seit 2010 74 zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen.

Das Jahr 2014 hat für die Krankenhäuser in Deutschland nur wenige Änderungen bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen gebracht. Da die seit langem aufgestellten Forderungen der Kliniken, z.B. nach vollem Tarifausgleich und verlässlicher Investitionsförderung durch die Ländern, keinen Eingang in die Gesetzgebung fanden, ist die Kosten-Erlös-Schere weiter auseinandergegangen. Der finanzielle Druck auf die Krankenhäuser hat sich erneut erhöht: Allgemeine Kostensteigerungen, Tariferhöhungen, der demographische Wandel, immer komplexere medizinische Verfahren und zunehmende Struktur- und Qualitätsvorgaben ohne unmittelbare Gegenfinanzierung verursachen höhere Ausgaben, die durch Erlössteigerungen bei weitem nicht aufgefangen werden können. Die Gesundheit Nordhessen konnte dennoch 2014 ihr Ergebnis erneut verbessern auf 3,55 Mio. Euro (2013: 3,23 Mio. Euro). Ein leichter Rückgang auf 72.407 stationäre Patienten (2013: 73.532) konnte durch die Behandlung von komplexeren Erkrankungen kompensiert werden.

Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen sei es umso positiver zu bewerten, dass die Gesundheit Nordhessen nun schon zum sechsten Mal in Folge einen Gewinn ausweise, so Karsten Honsel, seit 1. März 2015 Vorstandsvorsitzender der GNH. Er habe ein sehr gut aufgestelltes Unternehmen vorgefunden, das eine exzellente medizinische Versorgung biete. Das Klinikum Kassel halte ein sogar für ein Krankenhaus der Maximalversorgung ungewöhnlich differenziertes Leistungsspektrum vor und brauche den Vergleich mit den Universitätskliniken nicht scheuen.

Auch 2014 konnte die GNH etliche Kennzahlen gegenüber dem Vorjahr verbessern.  Der Umsatz (Gesamtleistung) ist um 1,4 % auf 350,56 Mio. Euro gestiegen (2013: 345,34 Mio. Euro), obwohl die Kreisklinik Helmarshausen geschlossen wurde. Das Eigenkapital erhöhte sich auf 68,33 Mio. Euro (2013: 65,14 Mio.), das operative Ergebnis (EBITDA) lag 2014 bei 17,56 Mio. Euro (2013: 17,74 Mio.). Das Betriebsergebnis stieg 2014 erneut an auf jetzt 10,11 Mio Euro (2013: 9,6 Mio.). Der Umsatz pro Vollzeitkraft stieg im Zeitraum 2009 bis 2014 von 0,09 auf 0,12 Mio. Euro.

Erneut ist das positive Ergebnis der Gesundheit Nordhessen auf die Klinikum Kassel GmbH zurückzuführen, die als einziges Tochterunternehmen der GNH deutlich im Plus abschloss. Das Klinikum Kassel als das Krankenhaus der Maximalversorgung in Nordhessen konnte den Casemix, in welchen der Schweregrad der Erkrankung einfließt, deutlich steigern, und erreichte 2014 ein Ergebnis von 9,74 Mio. Euro (2013: 7,51 Mio.). Mit diesem Ergebnis liegt das Klinikum über dem Durchschnitt der öffentlich-rechtlichen und auch der freigemeinnützigen Häuser. Die Klinikum-Tochter Zentrum für Medizinische Versorgung GmbH verringerte ihren Verlust auf 0,26 Mio. Euro (2013: 0,78 Mio. Euro).

Bei der Krankenhaus Bad Arolsen GmbH konnte ein erneut leicht gestiegener Casemix 2014 die steigenden Kosten nicht ausgleichen, sodass ein Fehlbetrag von 0,24 Mio. Euro (2013: Fehlbetrag 0,04 Mio. Euro) entstanden ist. Die Kreiskliniken Kassel GmbH hat 2014 mit einem Fehlbetrag von 5,43 Mio Euro (2013: Fehlbetrag 2,86 Mio.) abgeschlossen, wobei die Kreisklinik Wolfhagen auf einen Fehlbetrag von 1,66 Mio. Euro, die Kreisklinik Hofgeismar auf einen Fehlbetrag von 0,75 Mio. Euro und die Kreisklinik Helmarshausen auf einen Fehlbetrag von 3,01 Mio. Euro kam. Diese wirtschaftliche Entwicklung in den Kreiskliniken Kassel wurde im Wesentlichen durch die Kosten des 2014 geschlossenen Standortes Helmarshausen geprägt (nachfolgende Schließungskosten).

Die bundesweite Tendenz der vergangenen Jahre, dass mittelgroße und große Kliniken sowie Häuser mit hohem Spezialisierungsgrad wirtschaftlich besser abschneiden, setzt sich damit fort. Vorstandsvorsitzender Honsel nannte vier Punkte als Voraussetzung für eine positive Entwicklung der kleineren Häuser: eine gute Vernetzung innerhalb des Konzerns, die Gewinnung von qualifizierten Fachkräften, eine hohe medizinische Qualität und eine hohe Patientenzufriedenheit. Als Beispiel für die enge Kooperation führte er die gute Zusammenarbeit aller vier Häuser beim Patientenansturm im März dieses Jahres an. „Wir konnten allen Patienten, die eines unserer Häuser betreten haben, nahezu zu jeder Zeit auch eine Behandlung anbieten.“ Weiteres Beispiel: die Telemedizin. So gebe es bereits eine etablierte Teleradiologie zwischen den Kliniken der GNH und kürzlich sei das Teleneurologie-Projekt mit sieben Kliniken aus Nordhessen und dem angrenzenden Westfalen gestartet.

Bei der Seniorenwohnanlagen (SWA) Kassel GmbH hat sich das Ergebnis durch im Altenhilfebereich zu hohe Personal- und Sachkosten auf einen Fehlbetrag von 0,77 Mio. Euro (2013: 0,31 Mio. Euro) verschlechtert. Seit vorigem Jahr verhandelt der GNH-Vorstand mit einem kirchlichen Träger, der Interesse an einer Übernahme der SWA bekundet hat. Ziele sind der Erhalt aller Arbeitsplätze sowie der Abschluss eines Tarifvertrages mit einer in der Altenhilfe üblichen Entlohnung.

Das Segment Rehabilitation hat das Jahr mit einem Fehlbetrag von 0,11 Mio. Euro abgeschlossen (2013: 0,05 Mio. Euro). Zwar konnten die Leistungszahlen, insbesondere im Präventionsbereich, weiter gesteigert werden (2014: 157.339, 2013: 152.216). Insbesondere die ambulante Rehabilitation werde durch die Vorgaben der Rentenversicherung und die Vergütung der Rezeptleistungen durch die Krankenkassen jedoch nicht ausreichend finanziert, so Honsel. Bei der Servicegesellschaft ökomed GmbH (Speisenversorgung, Reinigung, Logistik, Immobilienbewirtschaftung) stieg der Fehlbetrag auf 1,6 Mio. Euro (2013: Fehlbetrag 1,33 Mio. Euro). 

Um die Wirtschaftlichkeit der GNH zu sichern, wurde 2006 ein Zukunftssicherungstarifvertrag geschlossen. Danach verzichten die nicht-ärztlichen und außertariflich Beschäftigten von 2007 bis 2015 auf einen Teil ihrer Vergütung, im Gegenzug sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen und ein Verbleib in kommunaler Trägerschaft ist zugesichert. Den Großteil des vom Lohn und Gehalt einbehaltenen Betrages haben die Beschäftigten in jedem Jahr zurückerhalten, so auch für 2014: Es werden insgesamt 5,92 Mio. Euro an die Beschäftigten zurückgezahlt.

Personalvorstand Birgit Dilchert bezeichnete den Zukunftssicherungsvertrag als ein „Erfolgsmodell“: Er habe Sicherheit für alle Beteiligten gegeben und Arbeitsplätze gesichert, außerdem seien mit diesem Instrument erhebliche Investitionen ermöglicht worden. Der GNH-Vorstand beabsichtigt, über eine Verlängerung des Zukunftssicherungsvertrages ab 2016 mit den Gewerkschaften ver.di und Marburger Bund zu verhandeln.

Die Zahl der Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt ist wegen der Schließung der Kreisklinik Helmarshausen auf 3.198 gesunken (2013: 3.219), wobei allen Helmarshäuser Beschäftigten aufgrund des vereinbarten Interessensausgleichs und freiwilligen Sozialplans vergleichbare andere Arbeitsplätze im Konzern angeboten wurden. In der Folge kam es zu Versetzungen, aber auch Vertragsbeendigungen aufgrund zeitlicher Befristungen oder Wunsch der Mitarbeiter. Insgesamt wurden in der GNH seit 2010 74 Vollzeitstellen zusätzlich geschaffen. Die Stellen verteilen sich auf insgesamt 4.764 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Jahresende, einschließlich 383 Auszubildender. Das entspricht einer Ausbildungsquote von 7,45 Prozent.

Der nachhaltige Unternehmenserfolg der GNH als regionaler Gesundheitsdienstleister beruht auf den Leistungen ihrer hervorragend qualifizierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Um qualifizierte Fach- und Führungskräfte, aber auch Nachwuchskräfte zu gewinnen und dauerhaft zu binden, müsse die GNH als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden, so Personalvorstand Dilchert. „Insbesondere in den ländlichen Regionen stellt es zunehmend eine Herausforderung dar, Arztstellen zu besetzen.“ Daher setze das Unternehmen auf verschiedene Instrumente, unter anderem ein äußerst vielfältiges Fort- und Weiterbildungsprogramm, zahlreiche Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie und ein umfangreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement. Erfreulicherweise sei die GNH im Vergleich mit anderen Gesundheitsunternehmen bislang noch nicht so schwer vom Fachkräftemangel im Pflegebereich betroffen, sagte Dilchert. Dazu leistet die langjährig etablierte Krankenpflegeschule einen wichtigen Beitrag. Um eine zusätzliche Zielgruppe zu akquirieren wurde im vorigen Jahr erstmals eine Teilzeit-Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege angeboten, die auf große Nachfrage stieß. 20 Teilnehmerinnen haben im September 2014 mit der auf vier Jahre verlängerten Ausbildung begonnen. Dass die GNH mit diesen vielfältigen Maßnahmen auf dem richtigen Weg ist, hat nicht zuletzt auch eine Focus-Untersuchung gezeigt. Bei einer Bewertung von Arbeitgebern in Deutschland hat die GNH den ersten Platz im Bereich „Gesundheit und Soziales“ erreicht.

Für das laufende Jahr rechnet die GNH wieder mit einem positiven Ergebnis. Mit großer Sorge sieht der Vorstand den Gesetzentwurf zur Krankenhausreform, den das Bundeskabinett am 10. Juni verabschiedet hat. „Es gibt einige positive Aspekte für die Krankenhäuser, aber in der Summe wird im vorliegenden Entwurf den Kliniken definitiv mehr genommen als gegeben“, bilanzierte Honsel. Die angekündigten Zuschüssen beispielsweise in Form des Pflegestellenförderprogramms wögen die Verluste beispielsweise durch den Wegfall des Versorgungszuschlages bei weitem nicht auf. Der Gesetzentwurf zielt nach Honsels Worten auf eine Konzentration der Krankenhausstandorte in Deutschland – „ein Anliegen, in dem die Bundespolitik im Widerspruch zur lokalen Politik und auch zu den Bemühungen der GNH steht“, so Honsel. Dilchert kritisierte insbesondere, dass erneut die volle Refinanzierung von Tarifsteigerungen nicht beinhaltet ist. „Gute medizinische und pflegerische Versorgung benötigt aber ausreichend und angemessen bezahlte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Qualität kostet!“.

Mit der Eröffnung des neuen Empfangsgebäudes am Klinikum Kassel Anfang dieses Jahres ist die größte Baumaßnahme des Konzerns abgeschlossen. In Sommer steht die Fertigstellung der neuen Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung neben dem Klinikum an. Diese wird von einer Servicegesellschaft betrieben, welche das Klinikum gemeinsam mit dem Krankenhausdienstleister VAMED gegründet hat.

 
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