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Hallux valgus Großzehenballen

Der Hallux valgus ist eine Zivilisationskrankheit der Industrieländer. In Japan zum Beispiel war diese Erkrankung vor dem 2. Weltkrieg so gut wie unbekannt. Erst im Zuge der Übernahme der westlichen Schuhmode, wurde dieses Krankheitsbild zunehmend auch in Japan bekannt. Allerdings ist diese Fehlstellung nicht allein auf unpassendes Schuhwerk zurückzuführen, auch wenn im allgemeinen oft das Bild von Frauen mit Schuhen mit hohen Absätzen dargestellt wird. Ebenso wie ungünstiges Schuhwerk spielen aber auch genetische Faktoren oder Folgezuständen nach Verletzungen des Fußes eine Rolle in der Entstehung des Hallux valgus.

Der Hallux valgus ist häufig vergesellschaftet mit einem Spreizfuß, der die Statik des Vorfußes empfindlich stört. Dabei weicht der erste Mittelfußknochen nach und die Großzehe immer mehr nach außen ab. Daraus kann sich Schritt für Schritt eine leidvolle, z.T. schmerzhafte Erkrankung des Fußes entwickeln. Die Verbreiterung des Fußes und das Entstehen eines "Ballens" führen zu Problemen im Schuh, zu Druckstellen am Ballen, die sich auch entzünden können. Es können dann im Verlauf auch Folgedeformitäten wie Hammerzehen und Krallenzehen entstehen. Aus dem anfänglich kosmetischen Problem des Hallux valgus können sich mit der Zeit ernsthafte Beschwerden entwickeln. Fehlbelastungen und Gelenkverschleiß (Arthrose) und ein „durchgetretener“ Fuß“ können zu starken und dauerhaften Schmerzen führen.

Je nach Beschwerden und Ausmaß der Fehlstellung des Hallux valgus stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zu Wahl, die sich immer am individuellen Beschwerde- und Krankheitsbild des Patienten orientieren müssen.

Eine konservative Therapie mit Einlagenversorgung und Fußgymnastik kann zu einer vorrübergehenden Besserung der Beschwerden, kann aber die knöcherne Deformität nicht wieder rückgängig machen. Sollten die Beschwerden, jedoch nicht besser werden, ist eine Operation die nächste Option.

Das Prinzip der Operation besteht in der Korrektur des Winkels zwischen 1. Und 2. Mittelfußknochen sowie den Mittelfußballen wieder Richtung Boden zu verschieben, um die Fußstatik wiederherzustellen. Hierfür haben sich in den letzten Jahrzehnten mehrere OP-Verfahren unter sehr vielen herauskristallisiert, die einen langanhaltenden Therapieerfolg versprechen. Im Prinzip gilt, dass je weiter fortgeschritten der Befund ist, umso weiter hinten erfolgt die Umstellung des 1. Mittelfußknochens durch das Durchtrennen des Knochens. Der Knochen wird dann mit hochmodernen Titanschrauben oder Implantate fixiert. Eine Entfernung der Schrauben ist in der Regel nicht erforderlich.

Für 6 Wochen muß ein Vorfußentlastungsschuh getragen werden, mit dem aber nach kurzer Eingewöhnungsphase eine Vollbelastung ohne Gehhilfen möglich ist. Danach kann in der Regel wieder ein normaler Konfektionsschuh mit ggf. einer neuen Einlage getragen werden. Für den Eingriff ist in der Regel ein stationärer Aufenthalt von 3-5 Tagen erforderlich.
Korrektur des Hallux valgus durch Scarf-Osteotomie und Akin-Osteotomie
Notfall
 


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