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Bandverletzungen

Die häufigste Ursache für eine Bandverletzung des Sprunggelenkes ist das sogenannte Supinationstrauma (Umknicken des Fußes über den äußeren Fußrand), das besonders häufig bei sportlichen Aktivitäten (Tennis, Fuss-/ Volleyball, Laufen, Landung nach einem Sprung) aber auch im Alltag (z. B. durch Schuhwerk mit hohen Absätzen) auftritt. Dabei kann der Bandapparat, vor allem im Bereich des Aussenknöchels, nur "überdehnt" (Zerrung), teilweise gerissen (Bänderteilriss) oder komplett (Bänderriss) durchreißen. Der Übergang stellt sich fließend dar. Die Symptome äußern sich als plötzlich einsetzender starker Schmerz mit begleitender Kraft- und Bewegungseinschränkung bis hin zur Bewegungsunfähigkeit. Das Belasten des Fußes ist oft nicht mehr möglich. Des Weiteren bildet sich in dem betroffenen Gelenk meistens ein Bluterguss (Hämatom) in Kombination mit einer Wassereinlagerung (Ödem) aus. Dieses führt zum einen zu einer Schwellung, Druckgefühl und Druckschmerzen, zum anderen ist es aber auch ein Hinweis auf eine Verletzung der durchbluteten Strukturen (Gelenkkapsel, Bänder). Neben der klinischen Untersuchung (ein "Aufklappen" der Gelenkflächen untereinander ist aufgrund der Bandinstabilität möglich) werden zunächst bildgebende Verfahren wie das Röntgen zum Ausschluss einer Verletzung des Knochens angewendet. Bei unklaren Befunden kann eine Kernspinnuntersuchung (MRT) durchgeführt werden.

Die Therapie erfolgt sowohl bei einer Zerrung als auch beim alleinigen Bänderriss konservativ durch Ruhigstellung, Stabilisierung und Schmerzmedikation (Stützverbände, Tape, Kunststoffschienen/ Orthese) und Schmerzmedikation. Nach Abklingen der Schwellung und der Schmerzen kann mit krankengymnastischen Maßnahmen (Belastung, Muskelkräftigung und -koordination) und Elektrotherapie sowie Ultraschall begonnen werden. Die für die Stabilisierung notwendigen Schienen sollten eine sichere Stabilisierung des Sprunggelenkes gewährleisten.

Schmerzen im Bereich des inneren Bandapparates, die sich unter einer konservativen Therapie nicht verbessern oder Abscherverletzungen des inneren Bandapparates sollten ebenfalls operativ versorgt werden. Hier ist die Refixierung des Bandapparates ggf. mit Knochenankern zu nennen. Kommt es unter der konservativen Therapie zu keiner Besserung oder treten zusätzliche Verletzungen (Kapselsprengung, Knorpel- und Knochendefekte) auf, so ist eine operative Sanierung anzuraten. Dabei werden die verletzten Strukturen wieder hergestellt und der Bandapparat falls möglich direkt genäht. Es kann aber auch eine Bandplastik (beispielsweise mit Knochenhaut oder einer Sehne) durchgeführt werden. Mehrere Operationsverfahren stehen hier zur Verfügung. Anschließend muss eine Ruhigstellung im Gips über circa sechs Wochen erfolgen. Das optimale Therapieverfahren ist jedoch von verschiedenen Parametern abhängig und sollte individuell erfolgen.
Notfall
 


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