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Schultergelenk | 3.2. Schulterinstabilität (Ausrenkung)

Die Instabilität des Schultergelenkes kann nach ihrem Ausmaß, nach der Richtung und nach der Ursache eingeteilt werden. Das Ausmaß der Instabilität reicht von der unbewussten Lockerung, die als Belastungs-schmerz auffällt, über die "Subluxation", einer inkompletten Ausrenkung, bis zur "Luxation", der kompletten Ausrenkung des Gelenkes, bei der der Oberarmkopf vollständig aus der Pfanne tritt.

Die Richtung der Instabilität ist in den meisten Fällen nach vorne bzw. nach vorne - unten. Instabilitäten nach hinten sind selten. Normalerweise liegt eine Instabilität in nur einer Richtung vor ("uni-direktional"). Fälle, in denen der Oberarmkopf nach zwei oder mehr Richtungen instabil ist, nennt man bi- bzw. multidirektional.Ursache einer Schulterinstabilität, besonders der kompletten Ausrenkung, ist in den meisten Fällen ein Unfallereignis, häufig beim Sport ("traumatische Instabilität").

Dabei kommt es zum Abriss des Labrum glenoidale und der Gelenkkapsel vom Rand der Schulterpfanne, zur sog. "Bankart-Läsion".Bei den so genannten "atraumatischen Instabilitäten" liegen eine angeborene vermehrte Elastizität und eine Ausweitung des Kapsel-Bandgewebes vor. Es kommt dabei ohne passendes Unfallereignis zur Instabilität.

Atraumatische Instabilitäten sind mehrheitlich bi- oder multi-direktional. Bei Sportlern mit häufiger Überkopfbelastung, z.B. Schwimmern oder Werfern, kann es durch wiederholte Überdehnung mit Mikrorissen des Kapsel-Bandapparates ebenfalls zu einer Schulterinstabilität kommen. Man spricht hier von "repetitiven Mikrotraumen". Knöcherne Anomalitäten sind sehr selten, ebenso wie willkürlich, d.h. bewusst auslösbare Formen. Die Therapie richtet ist nach der Ursache, dem Alter des Patienten und der Häufigkeit der Instabilität. Atraumatische Formen können zu 50-80% erfolgreich durch Krankengymnastik und Muskelaufbau behandelt werden.

Traumatische Formen und Therapie-Versager werden dagegen, besonders wenn es sich um junge Patienten, Sportler und Patienten mit wiederholten Ereignissen handelt, operativ behandelt. Es kommen arthroskopische und offene Verfahren zum Einsatz.

Bei Abriss des Labrum glenoidale und der Kapsel von Rand der Gelenkpfanne wird die Wiederherstellung der Anatomie mit Refixation des Labrum-Kapsel-Komplexes angestrebt ("Bankart-Operation"). Bei den atraumatischen Formen, bei denen meist eine deutliche Kapselausweitung vorliegt, wird das Kapselvolumen reduziert über eine Doppelung der Kapsel, wodurch diese gleichzeitg verstärkt wird ("Kapsel-Shift-Operation"). Alle Operationen bei Schulterinstabilität sind mit einer meist 3-6 wöchigen Phase der zumindest relativen Ruhigstellung und einer Nachbehandlung von 3 Monaten verbunden.
Notfall
 


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