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Kniegelenk | 1.1. Arthroskopische Meniskusoperation

Meniskusschäden gehören zu den häufigen Kniebinnenverletzungen im Leistungs- und Breitensport. Eine Meniskusverletzung entsteht meist bei einer intensiven und schnellen Verdrehung des Kniegelenkes unter Beugebelastung. Die Menisken sind bewegliche und teilfixierte Unterlegscheiben, die wie Keile zwischen dem Knorpel von Ober- und Unterschenkel liegen. Sie sind für die gleichmäßige Druckverteilung von großer Bedeutung. Einerseits können Meniskusschäden die Funktion des Gelenkes erheblich beeinträchtigen, typische Symptome sind dann belastungsabhängige Schmerzen am Kniegelenkspalt, Blockierungen und Bewegungseinschränken. Andererseits führt die unkritische vollständige Entfernung eines Meniskus zum vorzeitigen Gelenkverschleiß.

Innenmeniskusverletzungen sind häufig als Außenmeniskusrisse. Die Risse werden nach ihrer Verlaufsrichtung in oberflächliche und durchgehende Risse, Querrisse, Lappenrisse, Längs- und Korbhenkelrisse. Sie können akut traumatisch (Unfall bedingt) oder degenerativ (durch Verschleiß) auftreten.

Ein Korbhenkelriss ist die Bezeichnung für einen parallel zu der Hauptrichtung der Fasern verlaufenden ausgedehnten Meniskusabriss. Der Meniskus wird dabei entlang seines Verlaufes längs gespalten, das vordere und hintere Ende des Fragmentes behält weiterhin Verbindung zum Rest des Meniskus. Der freie Rand schlägt in den Gelenkspalt ein. Meniskusrisse verursachen Schmerzen, Streck- und Beugehemmung des Kniegelenkes und Einklemmungen sowie ein Spannungsgefühl durch den begleitenden Kniegelenkerguss. Die Diagnose erfolgt durch eine sorgfältige klinische Untersuchung und falls erforderlich, durch eine Magnetresonanztomografie (MRT). Aus diesem Grunde gilt in der Therapie von Meniskusläsionen der Grundsatz soviel Meniskusgewebe wie möglich zu erhalten.

Grundsätzlich stehen uns heute drei verschiedene Therapieverfahren zur Verfügung, die Meniskusteilentfernung, die Meniskusrefixation und die Meniskustransplantation. Im inneren Anteil ist der Meniskus nicht durchblutet. Deshalb heilen Meniskusläsionen in dieser Zone nicht. In diesen Fällen muss das zerstörte Meniskusgewebe so sparsam wie möglich entfernt werden. Leider befindet sich der Hauptteil der Meniskusläsionen in dieser Zone.

Meniskusteilresektionen werden im Rahmen einer Gelenkspiegelung durchgeführt. Im äußeren Anteil ist der Meniskus durchblutet. Deshalb können Meniskusläsionen in dieser Zone genäht werden. Auf diese Weise ist es möglich den gerissenen Meniskus zu erhalten. Eine Meniskusteilresektion erfordert nur eine kurze Entlastungsphase Bereits nach einigen Tagen, kann die Belastungsintensität im schmerzfreien Bereich gesteigert werden.

Meniskusnähte werden ebenfalls im Rahmen einer Gelenkspiegelung durchgeführt. Meniskusnähte müssen während der Nachbehandlungszeit geschützt werden. Daher muss die Nachbehandlung vorsichtiger erfolgen, als bei der Meniskusteilentfernung. Das heilende neue Meniskusgewebe ist nur wenig belastbar. Daher sollte bis zu einer Zeit von 6 Wochen mit 20 Kg Teilkörpergewicht belastet werden. Zum Schutz vor extremen Beugestellungen sollte für diese Zeit eine bewegliche Kniegelenksschiene (Orthese, Brace) getragen werden. Im hinteren Anteil des Kniegelenkes besteht bei konventionellen Naht-Techniken die Gefahr von Gefäß- und Nervenverletzungen. Aus diesem Grunde werden in diesem Bereich Nahtankersysteme verwendet, mit denen einen Naht vom Gelenkinnenraum aus möglich ist. In ca. 15% der Fälle reißt ein genähter Meniskus bei einer entsprechenden Belastung wieder ein.

Nachbehandlung ist für den Erfolg operativer Maßnahmen am Gelenkknorpel von größter Wichtigkeit. In der ersten Woche nach der Operation haben wir das Ziel, das gereizte Kniegelenk zu beruhigen. Eisanwendungen, Ruhe und Hochlagerung sind geeignete Maßnahmen dieses Ziel zu erreichen. Direkt nach der Operation wird das Bein in einer Schiene gelagert. Da die Schonung jedoch dazu führt, dass die Muskelkraft des Oberschenkelstreckmuskels (Quadriceps) deutlich nachlässt, soll bereits in dieser Phase mit Anspannungsübungen für die Muskulatur begonnen werden. Es ist wichtig, dass die Übungen unter Anleitung eines erfahrenen Krankengymnasten durchgeführt werden.

Die Wiedereingliederung in sportliche Tätigkeiten sollte schrittweise erfolgen. Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Risikosportarten ist eine freie Beweglichkeit, die Wiedererlangung der Muskelkraft und Koordination. Solange eine Schiene getragen wird und das Bein nicht voll belastet wird, sollte auf das Autofahren verzichtet werden.

Leichte Arbeiten (Sitzen in der Schule) können nach Meniskusteilentfernung schon nach ca. 10 Tagen wieder aufgenommen werden. Allzu lange Gehstrecken sollten jedoch gerade in der Frühphase vermieden werden. Nach einer Meniskusnaht können leichte bis mittelschwere Arbeiten nach 6-8 Wochen wiederaufgenommen werden. Vor der Wiederaufnahme schwerer körperlicher Arbeit sollte Ihr Arzt kontaktiert werden.

Notfall
 


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