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Dr. Raible verabschiedet: Ein Mediziner mit Leib und Seele

Kassel, 11. Dezember 2014. Nach fast 30 Jahren am Klinikum Kassel, davon 24 Jahre als Chefarzt, ist Dr. Manfred Raible heute feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit dem 65-jährigen geht ein Mediziner mit Leib und Seele, der die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie des Klinikums aufgebaut und stets auf hochmodernem Stand gehalten hat. In den vergangenen zwei Jahren war er zudem Ärztlicher Geschäftsführer des Krankenhauses der Maximalversorgung. Seine Nachfolge als Klinik-Direktor hat Privat-Dozent Dr. Clemens Dumont angetreten. Neuer Ärztlicher Geschäftsführer des Klinikums ist Prof. Dr. Wolfgang Deinsberger.
       
Für den Unfallchirurgen und Orthopäden Dr. Raible war der Beruf stets Berufung, er lebte für seine Patientinnen und Patienten. Auch am Wochenende war der Mediziner regelmäßig in „seiner“ Klinik anzutreffen, die mit jährlich rund 3.300 stationären Patienten und einem 17-köpfigen Ärzteteam zu den größten des Klinikums zählt. Dr. Raible hat die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie breit aufgestellt, wobei er besonders die arthroskopische Chirurgie, die minimal-invasive Chirurgie, die Endoprothetik (Gelenkersatz) und die Versorgung von Schwerverletzten im Blick hatte. Dass hier schwerstverletzte Patienten rund um die Uhr auf höchstem Niveau behandelt werden, bestätigen sowohl die Zertifizierung als überregionales Traumazentrum sowie die Zulassung der Gesetzlichen Unfallversicherung zur höchsten von drei Versorgungsstufen.

Dr. Raibles Einstieg als Klinikdirektor verlief turbulent. Geboren in Balingen (Baden-Württemberg) war er nach Studium und Facharztausbildung an der Universität Ulm 1984 als Leitender Oberarzt mit Prof. Lothar Kinzl nach Kassel gekommen und hatte gemeinsam mit ihm die Unfallchirurgie aufgebaut, die es vorher in dieser Form nicht gab. Prof. Kinzl ging dann Anfang 1990 unvermittelt als Ordinarius zurück ans Universitätsklinikum Ulm - und mit ihm fünf weitere Ärzte des Teams. Dr. Raible entschied sich für Kassel, ihm wurde die kommissarische Leitung der Klinik übertragen. Wegen der offenen Chefarzt-Nachfolge wurden zunächst keine neuen Ärzte eingestellt und er musste mit einer ärztlichen „Rumpfmannschaft“ den Klinikbetrieb aufrecht erhalten. Dr. Raible meisterte diese Phase - „die schwierigste Zeit meines Lebens“ -, wurde vom Magistrat aus 13 Bewerbern ausgewählt und zum 1. September 1990 zum Klinikdirektor ernannt. Im gleichen Jahr erhielt er die lebenslange Lehrbefugnis an der Marburger Universität.

Während seiner 30 Jahre am Klinikum hat sich die Unfallchirurgie und Orthopädie komplett gewandelt, berichtet Dr. Raible, den die Fortschritte der Medizin immer fasziniert haben. Eine große Rolle habe dabei die revolutionäre Entwicklung der Bildgebung gespielt, mit deren Hilfe viele Verletzungen erst richtig verstanden wurden. Einige Verletzungen seien in Lehrbüchern von 1980 noch gar nicht beschrieben worden, deren Therapie heute Standard-Eingriffe seien. Hinzu kam die Entwicklung der minimal-invasiven Chirurgie, die heutzutage schonende Eingriffe bei zahlreichen Patienten ermögliche.

Nicht nur die Patienten, auch seine Mitarbeiter lagen dem scheidenden Chefarzt sehr am Herzen. Dr. Raible stand hinter seinem Team und hatte immer ein offenes Ohr für Anliegen der Ärzte, aber auch der Pflegekräfte. Die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses hatte bei ihm hohen Stellenwert, so haben viele niedergelassene Unfallchirurgen in der Region ihre Facharzt-ausbildung bei ihm absolviert.

Chefarzt-Kollege Prof. Dr. Wolfgang Deinsberger (Klinik für Neurochirurgie), ließ in seiner Lau-datio das Wirken Dr. Raibles am Klinikum Revue passieren - von seiner ersten Operation auf dem Möncheberg am 3. Januar 1984 (ein Oberschenkelbruch) bis zur Anerkennung der Klinik als Zentrum zur Verhandlung Schwerverletzter. Er habe in all den Jahren die Klinik in medizinischer Hinsicht immer up-to-date gehalten und sei den aktuellen Entwicklungen in der Unfallchirurgie und Orthopädie gegenüber stets aufgeschlossen gewesen. Neben seinen medizinischen Verdiensten würdigte Deinsberger den ausscheidenden Kollegen als einen gradlinigen, ehrlichen Menschen, der Konflikte auf elegante Weise lösen konnte.

Dr. Manfred Raible hat sich mit der Tätigkeit als Arzt und Chirurg einen beruflichen Lebenstraum erfüllt. „Der Beruf hat mich immer glücklich und zufrieden gemacht. Menschen helfen zu können, ist eine tolle Sache.“ Der Abschied aus dem Klinikum fällt dem Ehemann und Vater zweiter erwachsenen Söhne - die übrigens als Chirurg bzw. Klinik-Manager tätig sind - schwer. Gleichzeitig zeigt er sich auch erleichtert, die Verantwortung in jüngere Hände abzugeben und mehr Zeit für Reisen mit seiner Frau, zum Lesen und zum Sport zu haben.

Neuer Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie ist Privat-Dozent Dr. Clemens Dumont. Der 51-Jährige war mehr als elf 11 Jahre Oberarzt und in den vergangenen vier Jahren geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie der Universitätsmedizin Göttingen. Gebürtig in Bad Harzburg hat Dr. Dumont in Düsseldorf Medizin studiert und dort auch promoviert. Seine Facharztausbildung zum Chirurgen sowie zum Orthopäden und Unfallchirurgen hat er in Moers, Duisburg und in Göttingen absolviert. Es folgten weitere Qualifikationen, unter anderem in spezieller Unfallchirurgie, Rettungsmedizin und Handchirurgie. Zu den Schwerpunkten von Dr. Dumont zählen die Gelenkchirurgie der oberen und unteren Extremitäten, Beckenverletzungen, periprothetische Frakturen (Brüche der Knochen, in denen eine Prothese verankert ist) und Verletzungen der Wirbelsäule. Nach der Habilitation im Jahr 2009 hat er hat er darüber hinaus ein Fachhoch-schulstudium Medical Hospital Manager abgeschlossen. Dr. Dumont war zudem Mitglied der Habilitationskommission sowie der Ethikkommission der Universitätsmedizin Göttingen und Qualitätsbeauftragter des TraumaNetzwerks Göttingen/Kassel.  

 
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