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Bilanz 2013: Mit 3,2 Mio. Euro deutlich im Plus

Kassel, 13. Juni 2014. Zum fünften Mal in Folge kann die Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH) auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Das Jahr 2013 hat das Unternehmen mit einem Gewinn von 3,23 Mio. Euro abgeschlossen. Den Beschäftigten kann mit mehr als 6,9 Mio. Euro erneut der Großteil des 2013 einbehaltenen Geldes zurückgezahlt werden.

Nur noch 13 Prozent der Kliniken in Deutschland haben ihre wirtschaftliche Lage 2013 als gut eingeschätzt. Der Kostendruck nimmt stetig zu – durch gesetzliche Rahmenbedingungen, die demographische Entwicklung und den medizinischen Fortschritt mit immer komplexeren Verfahren in Diagnostik und Therapie, allgemeine Kostensteigerungen sowie Tariferhöhungen. Die Gesundheit Nordhessen konnte dennoch 2013 ihr Ergebnis mit 3,23 Mio Euro gegenüber dem Vorjahr fast verdoppeln (2012: 1,74 Mio). Ein leichter Rückgang auf 73.532 stationäre Patienten (2012: 73.951) konnte durch die Behandlung von komplexeren Erkrankungen kompensiert werden. Der erfreuliche Überschuss darf nach den Worten des GNH-Vorstandsvorsitzenden Dr. Gerhard M. Sontheimer jedoch nicht über die schwierige Lage der Krankenhäuser hinwegtäuschen. Die Gesundheit Nordhessen habe 2013 auch von befristeten Finanzhilfen und periodenfremden Effekten profitiert. Beispielsweise hätten sich die von der Bundesregierung im Juni 2013 beschlossenen Finanzhilfen von insgesamt 1,1 Mrd. Euro für die deutschen Kliniken (Versorgungszuschlag, anteilige Tariflohnfinanzierung) bei der GNH 2013 mit 1,26 Mio. Euro  ausgewirkt.

Auch 2013 konnte die GNH wesentliche Finanz-Kennzahlen gegenüber dem Vorjahr verbessern. Der Umsatz (Gesamtleistung) stieg 2013 um 3,2 Prozent auf 358,14 Mio. Euro (2012: 334,5 Mio.), das Eigenkapital erhöhte sich auf 65,14 Mio. Euro (2012: 62,2 Mio). Das operative Ergebnis (EBITDA) lag 2013 bei 17,9 Mio. Euro (2012: 15,05 Mio). Das Betriebsergebnis, das in den vergangenen Jahren meist zwischen 7 und 8 Mio Euro lag, stieg 2013 auf 9,7 Mio. Euro. Die Unternehmensentwicklung hat auch positive Auswirkung auf die Liquidität genommen. Diese stieg durch einen positiven Cashflow von 25,3 Mio. auf 39,6 Mio. Euro.

Das positive Ergebnis der GNH kommt erneut durch den Bereich Krankenhäuser zustande, insbesondere durch das Klinikum Kassel. Laut Sontheimer bestätigt sich auch in Nordhessen die deutschlandweite Entwicklung, dass Kliniken der Maximalversorgung und solche mit einem hohen Spezialisierungsgrad deutlich besser abschnitten als kleine Krankenhäuser, bei denen sich die Effekte der Verweildauerreduktion, der Mindestmengenregelungen und der Verschiebung von Leistungen in die ambulante Versorgung besonders deutlich auswirkten. Gleichzeitig verstärkten sich dort die Personalgewinnungsprobleme. Die aktuellen Rahmenbedingungen hätte daher 2013 nur in der Klinikum Kassel GmbH ein positives Ergebnis zugelassen.  

Das Klinikum Kassel als einziges Krankenhaus der Maximalversorgung in Nordhessen konnte den Casemix, in welchen der Schweregrad der Erkrankung einfließt, deutlich steigern, und erreichte 2013 beim Ergebnis ein Plus von 7,51 Mio. Euro (2012: 3,68 Mio.) Die Klinikum-Tochter Zentrum für Medizinische Versorgung GmbH kam auf einen Verlust von 783.000 Euro (2012: 721.400 Euro).

Bei der Krankenhaus  Bad Arolsen GmbH konnte der leicht gestiegene Casemix 2013 die steigenden Kosten nicht ausgleichen, sodass ein geringer Fehlbetrag von 40.500 Euro (2012: Überschuss 349.500 Euro) entstanden ist. Die Kreiskliniken Kassel GmbH hat 2013 mit einem Fehlbetrag von 2,86 Mio. Euro (2012: Fehlbetrag 550.400) abgeschlossen. Allein die Kreisklinik Hofgeismar konnte innerhalb der GmbH ein positives Ergeben von 337.000 Euro erreichten. Die Kreisklinik Wolfhagen kam auf einen Fehlbetrag von 635.000 Euro, Helmarshauen auf
-2,57 Mio. Euro. Sontheimer bezeichnete den Entschluss zur Schließung des Standortes Helmarshausen als unabdingbar für die Überlebensfähigkeit der Kreiskliniken Kassel GmbH. Nach dem positivem Votum des Kreistages hatte die Hauptversammlung die Schließung der Helmarshäuser Klinik zum 30. Mai 2014 besiegelt. Die GNH stehe fest zu den Klinik-Standorten Hofgeismar, Wolfhagen und Bad Arolsen, betonte der Vorstandsvorsitzende. Durch hohe medizinische Qualität, hohe Patientenzufriedenheit und die Vernetzung mit dem Klinikum Kassel seien gute Voraussetzungen für die Zukunft der Häuser geschaffen.

Die Seniorenwohnanlagen (SWA) Kassel GmbH konnte das Ergebnis zwar auf einen Fehlbetrag von 312.100 Euro verbessern (2012: Fehlbetrag 667.900 Euro). Diese geht jedoch auf den Einmal-Effekt einer Umsatzsteuerrückerstattung zurück. Im Betriebsergebnis hat sich der negative Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt. Das Minus im Betriebsergebnis ist von 673,6 auf 790,1 angewachsen. Bei dem vom Aufsichtsrat beschlossenen Markterkundungsverfahren wurde kein strategischer Partner gefunden, der zunächst 49 Prozent der Anteile und die Geschäftsführung übernimmt. Eine Entscheidung über die weitere Entwicklung der SWA soll in diesem Jahr getroffen werden.

Der Bereich ambulante Rehabilitation hat das Jahr mit einem Fehlbetrag von 54.800 Euro beendet (2012: +181.100 Euro). Zwar konnten die Leistungen insgesamt gesteigert werden – insbesondere durch mehr Mitglieder im Präventionsbereich und mehr Patienten in der kardiologischen Rehabilitation – gleichzeitig wurde aber eine Preisanpassung nach unten wirksam. Bei der Servicegesellschaft ökomed GmbH (Speisenversorgung, Reinigung, Logistik) stieg der Fehlbetrag auf 1,33 Mio. Euro (2012: -816.900 Euro).

Bei der Gesundheit Nordhessen besteht ein Zukunftssicherungsvertrag, nach dem die nicht-ärztlichen und außertariflich Beschäftigten von 2007 bis 2015 auf einen Teil ihrer Vergütung verzichten, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu sichern. Im Gegenzug sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen und ein Verbleib in kommunaler Trägerschaft gesichert. Sind bestimmte Kennzahlen erfüllt, wird der vom Lohn und Gehalt einbehaltene Betrag ganz oder teilweise zurückgezahlt, was bisher in jedem Jahr der Fall war. Für 2013 werden insgesamt 6,9 Mio. Euro an die Beschäftigten zurückgezahlt (2012: 6,16 Mio. Euro). Durch die Berechnungsmethode profitieren alle Gesellschaften vom Gesamt-Jahresergebnis der GNH. Die Höhe der Rückzahlung ist in den einzelnen Gesellschaften jedoch unterschiedlich, weil deren jeweiliges Ergebnis ebenfalls in die Berechnung einfließt.

Die Zahl der Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt ist wegen der Leistungssteigerungen auf 3.218 deutlich gestiegen (2012: 3.160). Der Anstieg ist dabei mit 55 Vollkräften überwiegend auf den ärztlichen und pflegerischen Dienst zurückzuführen. Die Stellen verteilen sich auf insgesamt 4.805 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einschließlich 355 Auszubildenden am Jahresende. Das entspricht einer Ausbildungsquote von 7,4 Prozent.

Um weiterhin Gesundheitsdienstleistungen auf höchstem Niveau anbieten zu können, ist die GNH auf hervorragend qualifizierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen, betonte Sontheimer. Schwerpunkt des Personalmanagements sei es daher, kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, zu entwickeln und zu halten. So nahm die GNH 2013 eine eigene Schule für Medizinisch-technische Radiologieassistentinnen und -assistenten (MTRA) mit 20 Plätzen in Betrieb. Für Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege, die ein Duales Studium „Health Care Studies“ absolvieren möchten, stehen seit Herbst geförderte Studienplätze zur Verfügung. Im Bereich der Führungskräfteentwicklung endete im Dezember 2013 die erste Managementqualifizierung für Oberärztinnen und -ärzte. Das Konzept und die Kursdurchführung selbst waren nach den Rückmeldungen der Teilnehmenden und der Dozenten im Pilotprojekt so erfolgreich, dass das Programm wiederholt und ausgebaut wird.

Die zur Sicherung des ärztlichen Nachwuchses gegründete Kassel School of Medicine gGmbH (KSM) ist im September 2013 mit 19 Studierenden gestartet, welche die ersten Prüfungen bereits erfolgreich abgelegt haben. Die KSM bietet in Kooperation mit der University of Southampton ein innovatives, bilinguales, fünfjähriges Medizinstudium nach englischem Muster an, für das sich Interessierte noch bis 1. Juli 2014 bewerben können.

Für das laufende Jahr erwartet Sontheimer für die Gesundheit Nordhessen bei gleichbleibendem Geschäftsverlauf nur noch ein leicht positives Ergebnis. Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser bleibe angespannt, die finanziellen Hilfen für 2013 und 2014 bedingten nur eine kurzzeitige Stabilisierung. Der Koalitionsvertrag und die aktuellen gesundheitspolitischen Vorgaben brächten zudem für die Kliniken keine Verbesserung. Das etablierte DRG-System werde wieder in Frage gestellt, wenn unter dem Verweis auf Qualität wieder Mindestbesetzungen gefordert würden. Die Qualitätsoffensive bringe in der derzeit geplanten Ausgestaltung (Stichwort neues Qualitätsinstitut) die Gefahr von noch mehr Bürokratie mit sich – ohne Vergütung für diesen Mehraufwand.

Als aktuell größte Baumaßnahme nannte Sontheimer das neue Empfangsgebäude des Klinikum Kassel, das Ende 2014 fertiggestellt sein soll. Mit dem 26 Millionen Euro-Bau wird ein weiterer Schritt der baulichen Zielplanung abgeschlossen und die Erreichbarkeit der Kliniken durch eine zentrale Steuerung der Patientenströme erheblich verbessert. Auf dem Dach des Empfangsgebäudes wird künftig der Hubschrauber landen, im Inneren befinden sich ein Konferenzzentrum, Apotheke, Geschäfte und ein Restaurant. Ebenfalls in diesem Jahr steht der Bau einer neuen Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung am Klinikum an. Das Klinikum hat mit dem Krankenhausdienstleister VAMED eine gemeinsame Servicegesellschaft gegründet, die bereits Anfang des Jahres die Sterilgutversorgung des Klinikums übernommen hat.

 
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