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Therapie im Grünen

Kassel, 25. Juni 2013. Die Gerontopsychiatrische Abteilung am Klinikum Kassel bietet ihren Patienten seit diesem Frühjahr eine Gartentherapie an. Bis zu acht Patienten und zwei Pflegekräfte besuchen einmal wöchentlich die Gärtnerei des Klinikum Kassel.

Gärtnerin Nicola Schroth leitet die älteren, psychisch erkrankten Menschen bei der Arbeit im Gewächshaus und im Freien an. „Gerade in der Psychiatrie ist es wichtig, nach Abklingen der akuten Krise die Patienten wieder zu aktivieren und sie nicht wie unter einer Käseglocke im Schonraum der Klinik zu halten“, erklärt Peter Fellmann, Oberarzt der gerontopsychiatrischen Abteilung am Klinikum Kassel.

Nicola Schroth entwickelte die Idee zu der Gartentherapie gemeinsam mit den Pflegekräften Silke Schaumlöffel und Sabine Wachs. Die Arbeit mit den Pflanzen bringt den Teilnehmern Entspannung, sie ebnet aber auch den Weg zurück ins Alltagsleben außerhalb der Klinik. „Manchen Patienten fällt es schwer, die Klinik zu verlassen“, berichtet Sabine Wachs. Für sie ist es gut, einmal die Woche hierher zu kommen, an einen „ganz normalen Arbeitsplatz.“ Außerdem sei es schön zu erleben, dass man in der Gruppe gemeinsam etwas schaffen und dabei anderen Unterstützung geben könne oder Hilfe erhält.

Darüber hinaus erleben die Patienten, dass sie etwas erreichen können, die so genannte Selbstwirksamkeit. „Neben der Diagnose stehen auch meine Fähigkeiten“, beschreibt Sabine Wachs dieses Erlebnis. „Auch sehr ängstliche und antriebsarme Patienten konnten zur Teilnahme motiviert werden. Allerdings gelingt dies nur, weil Mitarbeiterinnen von Station und Tagesklinik großen Einsatz zeigen und einige Hindernisse beharrlich überwunden haben“, unterstreicht Oberarzt Fellmann.

In den vergangenen Monaten hat die kleine Gruppe, die jede Woche anders zusammen gesetzt ist, aber auch konstante Teilnehmer hat, schon verschiedene Kräuter, Gemüse und Blühpflanzen ausgesät, gezogen, pikiert und umgetopft. Nicola Schroth ist begeistert von ihren fleißigen Helferinnen und Helfern.

Besonders ihr gefühlvoller Umgang mit den kleinsten Gewächsen hat die gelernte Zierpflanzengärtnerin überrascht. Die Kolleginnen aus der Pflege sehen darin auch einen Therapieerfolg. „Pflanzen muss man pflegen, sonst entwickeln sie sich nicht. Das kann man in gewisser Weise auch auf sich selbst übertragen“, sagt Sabine Wachs.

Nicola Schroth ist stolz, dass das Gruppenangebot, das sie nach ihrem Dienst in der Gärtnerei anbietet, den Teilnehmern Freude bereitet. Ihre Fertigkeiten sind offensichtlich nicht nur bei Pflanzen gefragt: „Es ist wunderschön als Gärtnerin zu sehen, wie auch ein Mensch aufblühen kann“, lautet ihr Fazit.

 
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