> Aktuelles > Presseinformationen > Archiv 2013 > Die Gesundheit Nordhessen (GNH) hat zum vierten Ma[...]
Kontakt  |  Impressum  |  Datenschutz  |  A  A  A 
 

Jahresbilanz 2012: Ergebnis noch deutlich im Plus

Kassel, 4. Juni 2013. Die Gesundheit Nordhessen (GNH) hat zum vierten Mal in Folge einen Gewinn erreicht und das Jahr 2012 mit einem Plus von 1,742 Mio Euro abgeschlossen. Erneut kann den Beschäftigen mit rund 6,2 Mio Euro der Großteil des 2012 einbehaltenen Geldes zurückgezahlt werden.

Für die Krankenhäuser in Deutschland ist die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben 2012 weiter auseinandergegangen. Obwohl sich bundesweit die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser verschlechterte, sind grundlegende Änderungen der Krankenhaus-Finanzierung nicht in Sicht. Vielmehr tragen die Kliniken maßgeblich zu den Überschüssen des Gesundheitsfonds bei, da die Erlös-Kürzungen bei den Krankenhäusern fortbestehen. Erwartungsgemäß konnte die Gesundheit Nordhessen daher das herausragende Jahresergebnis 2011 (9,35 Mio Euro) nicht wiederholen, das nur zum Teil auf Einmaleffekte zurückging. Dank einer erneuten Steigerung der Patientenzahlen auf 73.405 (2011: 72.697) und der Behandlung von komplexeren Erkrankungen konnte die GNH aber im vierten Jahr nacheinander einen Überschuss erreichen so der Vorstandsvorsitzende Dr. Gerhard M. Sontheimer.

Wesentliche Finanzkennzahlen der Gesundheit Nordhessen haben sich laut Sontheimer gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert. So stieg der Umsatz auf 334,5 Mio Euro (2011: 332,51 Mio), das Eigenkapital erhöhte sich auf 62,2 Mio. Euro (2011: 61,15 Mio). Das operative Ergebnis (EBITDA) betrage nun 15,05 Mio Euro (2011: 13,71 Mio.), das Betriebsergebnis habe in den vergangenen Jahren einigermaßen stabil um 7 Mio. Euro gelegen. Die Liquidität ist auf 25,3 Mio. Euro gesunken (2010: 31,03 Mio. Euro). Dies geht zum einen auf die Investitionstätigkeit zurück, aber auch auf zunehmende Rechnungskürzungen und Zahlungsverzögerungen bei den Krankenkassen.

Motor der Entwicklung ist nach Angaben Sontheimers erneut der Bereich Krankenhäuser und dabei insbesondere das Klinikum Kassel als einziges Krankenhaus der Maximalversorgung in Nordhessen. Damit bestätige sich der bundesweite Trend, dass kleine Krankenhäuser hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage schlechter abschneiden als große und mittelgroße Kliniken.

Die Klinikum Kassel GmbH war 2012 erstmals auch budgettechnisch mit dem ehemaligen Kinderkrankenhaus Park Schönfeld verschmolzen, das bis Ende 2011 noch als eigenständiges Plankrankenhaus geführt worden war. Das Klinikum Kassel konnte als einziges Krankenhaus der GNH 2012 sowohl seine Patientenzahl als auch den Casemix, in den der Schweregrad der Erkrankung einfließt, steigern und schloss das Jahr mit einem Überschuss von knapp 3 Mio. Euro ab (2011: 6,6 Mio.). Darin sind Verlustübernahmen der Zentrum für Medizinische Versorgung GmbH in Höhe von 721,400 Euro enthalten.

Die Krankenhaus Bad Arolsen GmbH konnte ihre Leistungen sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich erneut deutlich steigern und erreichte mit einem Überschuss von 349.500 Euro das beste Ergebnis seit der Übernahme durch die GNH Anfang 2004. Im Jahr 2011 hatte die Bad Arolser Tochtergesellschaft noch einen Fehlbetrag von 135.500 Euro ausgewiesen.

Die Kreiskliniken Kassel GmbH hat 2012 mit einem Fehlbetrag von 550.000 Euro abgeschlossen (2011: Überschuss 129.900 Euro). Während die Kreiskliniken in Wolfhagen und Hofgeismar ein positives Ergebnis erreichten, hat die Kreisklinik Helmarshausen erneut einen Verlust von 1 Mio Euro verursacht. „In der derzeitigen Struktur und Größe ist ein wirtschaftlicher Betrieb der Kreisklinik in Helmarshausen nicht möglich, wir prüfen daher strukturelle Änderungen bei den Kreiskliniken“, so Sontheimer.

Bei der Seniorenwohnanlagen Kassel GmbH hat sich der insgesamt negative Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt, sie schließt das Jahr 2012 mit einem Fehlbetrag von 667.900 Euro ab (2011: Überschuss 49.900 Euro). Die ursprünglich favorisierte Neubauvariante am Standort Fasanenhof wurde wegen einer geänderten Praxis bei der Fördermittel-Vergabe nicht weiter verfolgt. Da im umkämpften Markt der Seniorenwohnheime mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation zu rechnen ist, hat der Aufsichtsrat der GNH Ende 2012 ein Markterkundungsverfahren beschlossen. Damit sollen Partner gefunden werden, die die Geschäftsführung übernehmen und sich mit 49 Prozent an der Gesellschaft beteiligen.

In der ambulanten Rehabilitation konnte das Ergebnis erneut verbessert werden auf jetzt 181.100 Euro (2012: 97.000 Euro), unter anderem durch mehr zusätzliche physiotherapeutische Behandlungen bei stationären Patienten und das Projekt „Altersgerechtes Arbeiten“. Bei der Servicegesellschaft ökomed GmbH (Speisenversorgung, Reinigung, Logistik) konnte der Fehlbetrag auf 816.900 Euro gesenkt werden (2011: Fehlbetrag 1,07 Mio Euro).

Seit Bestehen des Zukunftssicherungsvertrages haben die Beschäftigten der Gesundheit Nordhessen jedes Jahr den Großteil des vom Lohn und Gehalt einbehaltenen Betrags zurückerhalten. Dies ist auch für 2012 der Fall, insgesamt werden 6,16 Mio Euro zurückgezahlt (2011: 7,75 Mio).  Die Höhe der Rückzahlung ist in den einzelnen Gesellschaften unterschiedlich, weil deren jeweiliges Ergebnis in die Berechnung einfließt. Der Zukunftssicherungsvertrag regelt, dass die nicht-ärztlichen und außertariflich Beschäftigten von 2007 bis 2015 auf einen Teil ihrer Vergütung verzichten, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu sichern und auszubauen. Im Gegenzug sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen und ein Verbleib in kommunaler Trägerschaft gesichert.

Die Zahl der Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt ist mit 3.160 nahezu konstant geblieben (2011: 3.162). Die Stellen verteilen sich auf insgesamt 4.781 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einschließlich 349 Auszubildenden am Jahresende. Das entspricht einer Ausbildungsquote von 8 Prozent.

Die fachliche und soziale Kompetenz sowie die hohe Leistungsbereitschaft der fast 4.800 Beschäftigten des Konzerns bezeichnete Sontheimer als wichtigste Ressource des Unternehmens. Beim Personalmanagement nehme daher die Gewinnung, Förderung und Bindung von qualifizierten Beschäftigten immer höheren Stellenwert ein, zumal Personalgewinnungsprobleme insbesondere im ländlichen Bereich stiegen. Als Beispiele für Schwerpunkte in 2012 nannte der Vorstandsvorsitzende die Entwicklung neuer Arbeitszeitmodelle im Klinikum Kassel sowie den weiteren Ausbau der Führungskräfte-Entwicklung. So wurde eine Management-Qualifizierung für Oberärzte konzipiert, die Anfang 2013 gestartet ist. Sehr positiv kämen die Maßnahmen an, die im Rahmen der Betriebsvereinbarung zur demographischen Entwicklung angeboten würden. Die Zahl der GNH-Beschäftigten, die im Reha-Zentrum trainierten, sei beispielsweise innerhalb eines Jahres von 58 auf 349 gestiegen.

Für das Jahr 2013 rechnet die Gesundheit Nordhessen mit einer „schwarzen Null“. Der seit diesem Jahr geltende Orientierungswert, um den die Krankenhaus-Einnahmen steigen dürfen, ist mit 2 Prozent angesetzt. Damit können nach den Worten Sontheimers die Personal- und Sachkostensteigerungen keinesfalls ausgeglichen werden, zudem sei die Berechnungsmethode nicht transparent. Er beklagte eine dreifache Unterfinanzierung der Kliniken in Deutschland: die ungenügenden Refinanzierung der Kostensteigerungen, der Ausstieg der Länder aus der Investitionsverpflichtung und die Übertragung des demografischen Risikos auf die Krankenhäuser.

2013 wird das neue Empfangsgebäude des Klinikum Kassel die beherrschende Baumaßnahme sein. Die Arbeiten liegen im Zeit- und Kostenplan, der Neubau für rund 26 Mio. Euro soll Ende 2014 fertig sein. Im Zuge der Neustrukturierung des Klinikums ist im Frühjahr bereits die Klinik für Dermatologie in die umgebauten Räume der Frauenklinik gezogen.

Für die Kassel School of Medicine läuft bis Ende Juni 2013 die Bewerbungsphase für den ersten Studienjahrgang. Es gebe bereits passende und gute Kandidaten, insbesondere von Bewerbern mit Abschluss vor 2013 und mit Erststudium, so Sontheimer. „Nach Bekanntgabe der diesjährigen Abiturergebnisse erwarten wir weitere Bewerbungen. Die Auswahlgespräche finden dann am 18./19. Juli statt.“  Als weitere Neuerung im Bereich Ausbildung nannte der Vorstandsvorsitzende die Schule für Medizinisch-Technische Radiologieassistentinnen und -assistenten (MTRA), die im September am Klinikum Kassel in Betrieb geht.

 

 
Leiterin Unternehmens­kommunikation
Ulrike Meyer auf der Heide
Telefon 0561 980-4804
Telefax 0561 980-6870
E-Mail
Pressesprecherin
Gisa Stämm
Telefon 0561 980-4807
Telefax 0561 980-6870
E-Mail