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Mini-Pumpe hilft schwer herzkranken Patienten

Kassel, 27. Mai 2013. Mit Hilfe eines neuen Behandlungsverfahrens konnte ein schwer herzkranker Patient im Klinikum Kassel von seinen Herzrhythmusstörungen befreit werden. Der Eingriff war nur möglich, weil eine spezielle Mini-Blutpumpe den Kreislauf des Patienten stabilisierte, während die für die Rhythmusstörung verantwortliche Stelle im Herzen verödet wurde. Dieses Verfahren  einer Verödung kombiniert mit dem Einsatz der Minipumpe erfolgte deutschlandweit erstmals in der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen des Klinikum Kassel.

Klaus Meinelt aus Brilon litt an einer schweren Erkrankung der Herzkranzgefäße und häufigen lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen. Bei dem 60-Jährigen war bereits vor einigen Monaten ein Defibrillator mit drei Elektroden eingesetzt worden, der mit gezielten Stromstößen die Rhythmusstörungen beendet. Zuletzt wurden die Rhythmusstörungen so häufig, dass der Patient tägliche Stromstöße durch den Defibrillator erdulden musste. Eine Verödung der Rhythmusstörung (Ablation) war nicht möglich, da die Gefahr eines gefährlichen Kreislauf-Zusammenbruchs bei dem Patienten bestand. Um den Ort der Rhythmusstörungen in der linken Herzkammer mit Hilfe eines Katheters zu finden und zu veröden, war daher eine Katheterablation nur in Verbindung mit einer Kreislaufunterstützung machbar. Im Klinikum Kassel steht seit Mai dafür die Technologie der mikroaxialen Blutpumpen zur Verfügung, mit deren Hilfe nun dem Patienten geholfen werden konnte.

Bei dem System handelt es sich um Propellerpumpe im Miniaturformat – im Durchmesser 4,5 Millimeter -, die auf einem Katheter montiert über eine Leistenschlagader eingeführt wird, erläutern Prof. Dr. Jörg Neuzner und Prof. Dr. Rainer Gradaus. Die Direktoren der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen haben den Eingriff zusammen ausgeführt, in Kooperation mit der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Klinikums (Dir. Prof. Dr. Michael Tryba). Die Pumpe saugt Blut aus der linken Herzkammer an und pumpt es in die Hauptschlagader - so wird der schwache Herzmuskel entlastet. Die Förderleistung der Pumpe beträgt 2,5 Liter pro Minute. Das reicht nach Angaben der beiden Kardiologen, um einen Minimalkreislauf auch während Herzrhythmusstörungen aufrecht zu erhalten.

Die Herzkatheter-Untersuchung bei Klaus Meinelt dauerte vier Stunden und konnte ohne Komplikationen erfolgreich durchgeführt werden. Auch bei schnellen Herzrhythmusstörungen konnte mit der Mini-Pumpe ein ausreichender Kreislauf aufrechterhalten werden. Nach dem Eingriff traten bei dem Patienten keine weiteren Herzrhythmusstörungen auf und er konnte nach einigen Tagen stationären Aufenthaltes das Klinikum verlassen.

Mit der neuen Technologie werden nach den Worten von Prof. Neuzner und Prof. Gradaus die Behandlungsmöglichkeiten im Klinikum Kassel besonders für schwer herzkranke Patienten deutlich erweitert. So kann die Kreislaufunterstützung bei sehr herzschwachen Patienten, beispielsweise bei einer Herzmuskelentzündung oder bei einem Herzinfarkt eingesetzt werden, um eine kritische Zeit zu überbrücken. Weiter werden damit Behandlungen von Rhythmusstörungen oder Herzkrankgefäßerkrankungen möglich, die sonst nicht durchführbar wären. Die mikroaxialen Blutpumpen sind für zeitlich begrenzte Einsätze (bis zu einigen Tagen) gedacht. 

 
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