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Herzchirurgie: Schonender Doppel-Eingriff

Kassel, 6. Mai 2013. In der Herzchirurgie des Klinikum Kassel werden seit kurzem minimal-invasive Eingriffe durchgeführt, die nur sehr wenige Kliniken in Deutschland anbieten. In nur einer Operation werden gleichzeitig Aussackungen der Hauptschlagader (Aortenaneurysma) und Defekte an den Herzklappen minimal-invasiv beseitigt. Dadurch bleibt dem Patienten eine vollständige Öffnung des Brustkorbes erspart, er hat somit deutlich weniger Schmerzen und ist schneller wieder uneingeschränkt bewegungsfähig, erläutert Privatdozent Dr. Ali Asghar Peivandi, Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie im Krankenhaus der Maximalversorgung.

Die Aortenklappe ist eine von vier Klappen im menschlichen Herzen, die wie Ventile dafür sorgen, dass das Blut nur in eine Richtung fließt. Herzklappenfehler, wie eine Verengung (Stenose) oder Undichtigkeit (Insuffizienz) der Herzklappe, führen kurz- oder langfristig zu einer Funktionseinschränkung des Herzens. Mit einer Herzklappenoperation kann die gestörte Pumpfähigkeit des Herzens in der Regel auf Dauer wieder hergestellt werden. In Deutschland erfolgen jährlich rund 25.000 Herzklappenoperationen. Davon handelt es sich bei rund 11.700 um Eingriffe an den Aortenklappen, die hierzulande nur zu etwa 15 Prozent minimal-invasiv operiert werden. Im Klinikum Kassel erfolgen nahezu 100 Prozent der Aortenklappenersätze bzw.-Rekonstruktionen und der Großteil der anderen Herzklappenoperationen bereits seit zwei Jahren minimal-invasiv.

Neu ist, dass bei der gleichen Operation auch Aneurysmen an der Hauptschlagader beseitigt werden können. Bei dieser dauerhaften Aussackung ist der Querschnitt eines Gefäßes deutlich erweitert. Mit zunehmender Größe droht es zu reißen, was zu einer lebensgefährlichen Blutung führen kann. Aneurysmen können angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein und werden oft nur zufällig entdeckt.

In einer dreistündigen Operation ersetzten PD Dr. Peivandi und sein Team bei Jimmy Danetzki eine Herzklappe und ein Stück der Aorta. Für den minimal-invasiven Eingriff benötigten sie nur einen Schnitt von etwa acht Zentimetern, das ist kürzer als der Abschnitt der ersetzten Hauptschlagader. „Bei einem nicht minimal-invasiven Eingriff wäre der Schnitt mehr als doppelt so lang geworden“, berichtet PD Dr. Peivandi. „Das hätte unter anderem die Stabilität des Brustkorbs und die Atemmechanik erheblich mehr gestört.“ Jimmy Danetzki blieb nur eine Nacht auf der Intensivstation und konnte anschließend gleich wieder mobilisiert werden. Am achten Tag nach der Operation fühlte er sich schon „recht fit“ und konnte das Klinikum Kassel kurz darauf verlassen. Nach einer dreiwöchigen stationären Reha absolviert er derzeit ein IRENA-Programm (Intensivierte Rehabilitationsnachsorge) im Reha-Zentrum in der Wilhelmshöher Allee, um die körperliche Leistungsfähigkeit wiederherzustellen.

 
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