> Aktuelles > Presseinformationen > Archiv 2012 > „Ich fühle mich oft müde, hatte in den letzten Mon[...]
Kontakt  |  Impressum  |  Datenschutz  |  A  A  A 
 

Immunschwäche und Krebserkrankungen

Kassel, 8. November 2012. „Ich fühle mich oft müde, hatte in den letzten Monaten mehrere fiebrige Infekte und habe mehrere Kilo Gewicht verloren“, berichtet ein Patient seinem Hausarzt. Er ist besorgt, dass sich hinter der Reihe von Infekten und körperlichem Unwohlsein mehr verbirgt als eine „schlechte Phase“.

„Eine Immunschwäche kann über Jahre ihr Leben beeinträchtigen und Vorbote einer bösartigen Erkrankung sein“, sagt Prof. Martin Wolf, Direktor der Medizinischen Klinik IV (Hämatologie, Immunologie, Onkologie) am Klinikum Kassel. Wenn ein Patient mit den beschriebenen Symptomen zu seinem Hausarzt kommt, veranlasst dieser einen Bluttest. In vielen Fällen zeigt sich, dass es sich um einen harmlosen Infekt oder einen Eisenmangel handelt. Die Umstellung der Ernährung beziehungsweise eine Behandlung der Symptome hilft in diesen Fällen häufig.

Die Symptome Blutarmut, Gewichtsverlust, Fieber, häufige grippale Infekte und Schwä-chegefühl können aber auch Vorboten einer bösartigen Erkrankung sein. Wenn sich dieser Verdacht durch den Bluttest bestätigt, übernimmt ein Hämatologe (Facharzt für Bluterkrankungen) die weitere Behandlung. Eine FACS-Analyse (Fluorescence Activated Cell Sorting) ermöglicht eine genaue Diagnostik der Blutkrebserkrankung durch einen speziell gefärbten Blutausstrich. „Diese Untersuchungsmethoden bringen innerhalb weniger Stunden Gewissheit über die Diagnose“, erläutert Dr. Christian Unzicker, Leiter des Tumorzentrums am Klinikum Kassel.

Wenn eine Blutkrebserkrankung vorliegt, ist es wichtig dies früh festzustellen, da die Erkrankung mit zunehmender Dauer den Körper und dessen Blutbildung schwächt. Außerdem können durch die zunehmende Unterdrückung des Immunsystems schwere Infekte die Situation verschlimmern. Zu den häufigsten Blutkrebserkrankungen im Alter gehört die Chronisch Lymphatische Leukämie (CLL). Bei der Erstdiagnose sind die Patienten häufig schon über 70 Jahre alt. Ihre Erkrankung kann wenig aggressiv sein und muss daher nicht immer behandelt wer-den. In jedem Fall sollte sie aber vom Spezialisten beobachtet werden. Bei jüngeren Patienten ist die CLL oft aggressiver und bedarf dann einer Behandlung, zum Beispiel mit einer Infusions- oder Tablettenchemotherapie.

Am gefährlichsten sind die selteneren Akuten Leukämien. Ein – oft jahrelanger − Krankenhausaufenthalt mit Chemotherapie ist die Regel. Wegen des schwachen Immunsystems und den daraus folgenden häufigen Infekten gelten bei diesen Patienten besondere hygi-enische Vorsichtsmaßnahmen. Die Hinzunahme eines Abwehr-Eiweißes, einem sogenannten Antikörper, ist heute bei mehreren Blutkrebsarten möglich. Mit einer modernen Kombination aus Chemotherapie und Antikörpertherapie und der Möglichkeit einer Blutstammzellentransplantation ist für viele Blutkrebserkrankungen dann auch eine langfristige Heilung möglich.

Patienteninfotag informiert umfassend über Krebsdiagnostik und -therapie

Dem Themengebiet „Immunsystem und Bluterkrankungen“ ist der Patiententag des Tumorzentrums am Dienstag, 13. November, von 17 bis 19 Uhr im Infocenter des Klinikum Kassel gewidmet. Prof. Dr. Martin Wolf, Direktor der Medizinischen Klinik IV im Klinikum Kassel, informiert über das Erkennen der Symptome und erklärt die Therapieformen bei Immunschwäche-Erkrankungen. Im Anschluss berichtet Prof. Dr. Hermann Einsele, Di-rektor der Medizinischen Universitätsklinik Würzburg, über die neuesten Behandlungs-möglichkeiten und Therapieverfahren bösartiger Bluterkrankungen sprechen. Er ist ein international anerkannter Experte für bösartige Bluterkrankungen und für seine innovativen Therapieansätze bekannt. Zum Abschluss erläutert Dr. Gyri Wieditz, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Kassel, die psychoonkologische Begleitung der Krebstherapie. Moderiert wird die Veranstaltung durch Dr. Christian Unzicker, Leiter des Tumorzentrums am Klinikum Kassel. Der Eintritt zum Patiententag ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

 

 
Leiterin Unternehmens­kommunikation
Ulrike Meyer auf der Heide
Telefon 0561 980-4804
Telefax 0561 980-6870
E-Mail
Pressesprecherin
Gisa Stämm
Telefon 0561 980-4807
Telefax 0561 980-6870
E-Mail
Pressesprecherin
Inga Eisel
Telefon 0561 980-4898
Telefax 0561 980-6870
E-Mail