> Kliniken > Klinikum Kassel > Kliniken & Institute > Zentrum für Radiologie > Allgemeine und interventionelle Radiologie > Interventionelle Eingriffe
Kontakt  |  Impressum  |  Datenschutz  |  A  A  A 
 

Interventionelle Eingriffe

Unter interventioneller Radiologie versteht man diagnostische oder therapeutische Eingriffe in den Körper unter Röntgenkontrolle. Es wird dabei in der Regel in Lokalanästhesie ein Blutgefäß, z.B. die Leistenschlagader punktiert und ein Katheter eingeführt. Durch Einspritzen von Kontrastmittel können alle Gefäße des Körpers sichtbar gemacht werden. Mit speziell geformten Kathetern und Führungsdrähten ist es möglich, auch weit entfernt von der Gefäßpunktionsstelle im Körper Behandlungen vorzunehmen. So können z.B. Gefäßverengungen mit einem Ballonkatheter geweitet werden (PTA), blutende Gefäße mit speziellen Materialien wie Platinspiralen, Partikeln oder Klebstoff verschlossen werden (Embolisation) oder aber bestimmte Medikamente gezielt in ein Tumor-versorgendes Gefäß appliziert werden (Chemoperfusion/-embolisation).

Man bezeichnet die Eingriffe der interventionellen Radiologie als minimal-invasiv, da in der Regel keine Narkose benötigt wird und die Belastung des Körpers durch die miniaturisierten Instrumente geringer ist, als bei den meisten Operationen. Trotzdem hat auch hier jeder Eingriff ein spezielles Risiko, über welches vorher aufgeklärt wird.

Ballon-Angioplastie (PTA) der peripheren Gefäße, der Nieren- und Abdominalarterien, der Hals- und Kopfgefäße sowie von Dialyseshunts

Dehnung einer verengten Halsschlagader (Carotisdilatation)

Nach einer kurzzeitigen Durchblutungsstörung des Gehirnes (TIA) oder einem leichten Schlaganfall auf dem Boden einer höhergradigen Einengung der Halsschlagader besteht ein hohes Risiko, innerhalb der folgenden Monate einen schweren Schlaganfall /Tod zu erleiden. Statistische Untersuchungen an großen Patientengruppen haben belegt, daß Patienten von einer Beseitigung der Verengung profitieren, auch wenn der Eingriff selbst ein gewisses Schlaganfallrisiko beinhaltet.
Im Vergleich zur klassischen Operation (Ausschälplastik, TEA) konnte gezeigt werden, daß auch die Katheterbehandlung vergleichbare Ergebnisse bezüglich Offenheitsrate und Risikoprofil liefert.

Gründe den Eingriff vorzunehmen (Indikation)
  • Symptomatische Carotis-Stenose > 70% (NASCET)
  • gleichseitige Carotis-Stenose über 80% bei Verschluß oder 90 % Stenose der Gegenseite
  • symptomatische Rezidivstenosen nach Halsschlagader-Operation
  • symptomatische Stenosen nach Bestrahlung im Halsbereich
  • hochgradige Carotis-Stenosen nahe der Schädelbasis
besonders geeignet für Stent/PTA:
  • erhöhtes perioperatives Risiko
Beschreibung des Eingriffs

Unter sterilen Bedingungen und nach einer örtlichen Betäubung erfolgt die Punktion der Leistenschlagader. Von dort aus wird ein Katheterbesteck bis in den Beginn der zu behandelnden Halsschlagader vorgeschoben. Danach wird die Verengung mit einem extrem dünnen Führungsdraht, auf welchem ein Filtersystem montiert ist, passiert. Hinter der Verengung wird dann das Filtersystem entfaltet. Das Filtersystem ist ein nach dem Prinzip einer Fischreuse konstruiertes Membransystem, dass während der Behandlung einen kontinuierlichen Blutstrom ermöglicht, kleine Gerinnsel, die zum Schlaganfall führen könnten, aber auffängt.

Nun wird in der Verengung ein Metallgitterstent entfaltet und mit einem Ballonkatheter nachgedehnt. Anschließend wird der Erfolg mit Röntgenaufnahmen dokumentiert.

Der Eingriff erfolgt in Lokalanästhesie und dauert ca. 50 Minuten. Das Komplikationsrisiko (schwerer Schlaganfall oder Tod) liegt bei 1-3 %.

Verhalten nach dem Eingriff

Druckverband und Bettruhe in der Regel für 24 Stunden

Nachbehandlung
  • 2 und 24 h nach der PTA Clexane 40 (Niedermolekulares Heparin)
  • 75 mg 1 Tbl. Clopidogrel/d für mindestens 3 Monate
  • 100 mg ASS/ Tag lebenslang
  • Durchführung eines Kontroll-MRT mit Diffusion möglichst am Folgetag jedoch stets vor Entlassung/ Verlegung, alternativ: Duplexsonographie der behandelten Halsschlagader
Risiken und Gründe den Eingriff nicht vorzunehmen (Kontraindikationen), Alternativen
  • asymptomatische Stenose unter 70 %
weniger geeignet für PTA:
  • Alter unter 60 Jahre, kaum Begleiterkrankungen (Kandidat für Operation)
  • erhebliche Elongation der supraaortalen Äste (Knickstenosen)
  • Höchstgradige Stenose (Pseudoocclusion) mit Thrombus in der Stenose
Wichtige Hinweise!

Ist bei ihnen eine Allergie auf Kontrastmittel oder örtliches Betäubungsmittel bekannt?

Fibrinolysebehandlung und perkutane Thrombembolektomie von Blutgerinnseln

Implantation von endovaskulären Prothesen (Stents) und Cavafiltern

Embolisation von Tumoren und Gefäßmalformationen

Varikozelenverödungen

Interventionen der Gallenwege (PTC/D)

Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Stent-Shunt (TIPSS)

Interventionen an den Tränenwegen (Ballondilatation, Kunststoffprothesen)

Eingriffe am Tränengang (Dakryozystoplastie)

Überlaufende Tränenflüssigkeit (Tränenträufeln, Epiphora) und häufige Entzündungen der Bindehaut und des Tränensackes (Dakryozystitis) sind Symptome eines behinderten Tränenabflusses. Ursache dafür können Verengungen oder Verschlüsse des Tränenkanals sein.

Durch eine Kontrastmitteldarstellung des Gangsystems (Dakryozystographie) kann die Problemzone lokalisiert und eine entsprechende Behandlung geplant werden.

Gründe den Eingriff vorzunehmen (Indikation)

  • angeborene Verschlüsse des Gangsystems (Bahandlung von Kleinkindern in Narkose)
  • postentzündliche oder altersbedingte Verengungen oder Verschlüsse des Gangsystems
Beschreibung des Eingriffs

Nach der Kontrastmitteldarstellung des Gangsystems über eine stumpfe Spülkanüle erfogt eine sehr effektive Lokalanästhesie durch die Spülung mit einer entsprechenden Lösung. Die Nasenschleinhaut wird mit einem Gel betäubt.
Anschließend wird versucht, daß Gangsystem mit einem sehr dünnen und beweglichen Draht zu sondieren. Dies gelingt in ca. 95% der Fälle. Nach erfolgreicher Rekanalisation erfolgt die Ausleitung des Drahtes aus der Nase. Über den Draht wird dann von der Nase aus ein Ballonkatheter in den Tränengang vorgeschoben und der Gang geweitet. Danach erfolgt eine erneute Röntgenaufnahme und eine ausgiebige Spülung des Gangsystems.

Sollte die Ballonbehandlung keine dauerhafte Beseitigung der Beschwerden bewirken, kann in einer ähnlichen Technik eine Kunststoffprothese (Stent) zur Überbrückung der Verschlussstrecke eingesetzt werden.

Die Behandlung wird beim Erwachsenen ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert ca. 20-40 Minuten.
Die Behandlung von Kleinkindern in Narkose bieten wir mit unseren Kollegen der Anästhesieabteilung ebenfalls ambulant an.
Dieses wenig beeinträchtigende Behandlungsverfahren kann eine Langzeit-Beschwerdefreiheit bei Erwachsenen von 66 % und bei Kleinkindern von annähernd 100 % erreichen.

Verhalten nach dem Eingriff

Für einen Zeitraum von einer Woche werden noch Augentropfen und evtl. Nasenspray verordnet. Der Augenarzt sollte am Folgetag die Tränenwege spülen.

Risiken und Gründe den Eingriff nicht vorzunehmen (Kontraindikationen), Alternativen
  • durch Unfälle / Verletzungen bedingte Verschlüsse des Gangsystems
  • Mißbildungen / Anomalien
  • Im Tränensack wachsende Polypen oder größere Gang-Steine
Es gibt ein breites operatives Therapiespektrum. Durch einen Operationszugang von außen (Toti-Op.) oder durch die Nase
(West-Op.) kann ein künstlicher Kanal zwischen Tränensack und Nase hergestellt werden.
In spezialisierten Einrichtungen werden auch endoskopische Verfahren mit dem LASER angeboten.

Wichtige Hinweise!
  • Die Behandlung sollte immer von einem fachkundigen Augenarzt begleitet werden (bitte Vorstellung in der Augenambulanz unseres Klinikums)!
  • Ist bei ihnen eine Allergie auf Kontrastmittel oder Medikamente bekannt?
  • Nehmen Sie gerinnungshemmende Medikamente (Markumar)?

Perkutane Gastrostomie (PEG)

Uterusmyom-Embolisationen

Intraarterielle Chemotherapie und Chemoembolisation bösartiger Tumore

perkutane Radiofrequenzablation (Hitzebehandlung) von Tumoren der Leber und Niere

Nukleotomie (perkutane Bandscheibenabsaugung)

Bandscheibenabsaugung (Perkutane Nukleotomie)

Die Bandscheibe dient der Abpufferung von Stoßkräften zwischen benachbarten Wirbelkörpern. Sie besteht aus einem gallertigen Kern und einem Faserring. Im Laufe des Lebens kommt es durch Beanspruchung und natürlichen Flüssigkeitsverlußt zu Abnutzungserscheinungen an den Bandscheiben. Dabei können dann schmerzhafte Bandscheibenvorfällen auftreten. Bleibt der Faserring intakt spricht man von einer Vorwölbung (Protrusion), zerreißt der Faserrring und Bandscheibengewebe tritt aus, liegt ein Bandscheibenvorfall (Prolaps) vor.

Das Prinzip der perkutanen Nukleotomie besteht darin, Gewebe aus dem gallertigen Kern der Bandscheibe abzusaugen und damit Druck von dem Faserring zu nehmen. Bei richtiger Indikationsstellung kann mit diesem kleinen Eingriff schnelle Schmerzbeseitigung erzielt werden.

Gründe den Eingriff vorzunehmen (Indikation)
  • Bandscheibenvorwölbung an der Lendenwirbelsäule mit positivem Provokationstest
Beschreibung des Eingriffs

Durch die klinische Untersuchung und die bereits durchgeführte Bildgebung (CT, MRT) wurde eine Bandscheibenvorwölbung als Ursache der Beschwerden angenommen und ein Bandscheibensequester als Kontraindikation zu diesem Eingriff ausgeschlossen.

Der Patient befindet sich in Bauchlage auf dem Untersuchungstisch. Unter absolut sterilen Bedingungen und in örtlicher Betäubung erfolgt die Punktion der erkrankten Bandscheibe. Dabei wird das Vorschieben der Nadel unter Röntgendurchleuchtung kontrolliert.

Befindet sich die Nadel korrekt im Zentrum der Bandscheibe wird zunächst der sehr wichtige Provokationstest durchgeführt:

Durch das Einspritzen weniger Milliliter steriler Lösung wird der Druck in der Bandscheibe zusätzlich erhöht und es müssen dadurch die typischen Symptome auftreten. Nur bei einem positiven Provokationstest hat die Durchführung der Nukleotomie Aussicht auf Beseitigung der Beschwerden.

Es wird nun entlang eines Führungsdrahtes und unter Röntgenkontrolle die Bandscheibe mit einem ca. 8 mm durchmessendem Rohr seitlich perforiert und mit einem in Unterdruck oszillierendem Messer Bandscheibengewebe (ca. 1-4 Gramm) abgesaugt.

Der Eingriff ist schmerzarm (örtliche Betäubung) und dauert ca. 50 Minuten.

Verhalten nach dem Eingriff

Nach dem Eingriff ist bis zum Folgetag Bettruhe einzuhalten. Die anschließende Mobilisation erfolgt wie bei operierten Bandscheibenpatienten (z.B. durch seitliches Aufrichten).

Risiken und Gründe den Eingriff nicht vorzunehmen (Kontraindikationen), Alternativen
  • Bandscheibenvorfall mit Sequester
  • Bandscheibenvorfall mit akuter neurologischer Symptomatik
  • negativer Provokationstest
  • floride Entzündung in der Bandscheibe oder den benachbarten Wirbelkörpern
  • nicht korrigierbare Gerinnungsstörung
Alternativen sind die klassische Operation, eventuell in endoskopischer Technik und die konsequente Physiotherapie.

Wichtige Hinweise!
  • Ist bei ihnen eine Allergie auf Kontrastmittel oder örtliches Betäubungsmittel bekannt?
  • Nehmen Sie gerinnungshemmende Medikamente (Markumar, ASS)?

perkutane Vertebroplastie (Stabilisierung von porösen Wirbelkörpern mit Knochenzement)

Perkutane Vertebroplastie

Die Vertebroplastie ist ein minimal-invasives Röntgenverfahren zur Stabilisierung porösen oder destruierten Knochens. Haupteinsatzgebiet sind Wirbelkörperfrakturen bei gutartigen (Osteoporose, Hämangiomwirbel) oder bösartigen (Metastasen) Grunderkrankungen, die unter konservativer Therapie keine ausreichende Schmerzfreiheit erzielen.

Kontraindikationen für die Vertebroplastie sind asymptomatische stabile Wirbelkörperfrakturen, lokale Infektionen, Gerinnungsstörungen, Destruktion der Wirbelkörperhinterkante (relativ) und eine radikuläre Symptomatik (relativ).

Diagnostische Voraussetzungen zur Durchführung der perkutanen Vertebroplastie sind neben dem klinischen Untersuchungsbefund konventionelleRöntgenaufnahmen der Wirbelsäule in 2 Ebenen, eine CT-Untersuchung und / oder ein MRT. An apparativen Voraussetzungen benötigt man eine kombinierte CT/ Durchleuchtungseinheit oder mindestens einen (guten) C-Bogen, möglichst mit DSA-Funktion.

Es erfolgt die röntgengestützte perkutane Wirbelkörperpunktion mit speziell angeschliffenen Knochenkanülen. Die korrekte Nadelposition im Wirbelkörper wird durch ein Wirbelkörperphlebogramm dokumentiert und anschließend unter permanenter Durchleuchtung ein röntgendichter Knochenzement appliziert. Nach Aushärten des Zementes kann die Mobilisierung des Patienten erfolgen. Es tritt in der Regel eine unmittelbare deutliche Schmerzreduktion ein.

In der Hand des erfahrenen Interventionalisten ist dieses neue Verfahren eine sehr effektive Therapieoption zur Stabilisierung und Schmerzbehandlung. Sie ermöglicht eine frühzeitige Mobilisation der Patienten und senkt damit das Potenzial an Folgeerkrankungen. Klinisch relevante Komplikationen sind selten!

Aber:

Die perkutane Vertebroplastie ist nur eine symptomatische Therapie. Insbesondere bei der Osteoporose muß eine effektive Behandlung der Grunderkrankung erfolgen. Sonst ist durch die Schmerzfreiheit und vermehrte körperliche Aktivität der Patienten mit Folgebrüchen zu rechnen.

Gründe den Eingriff vorzunehmen (Indikation)
  • schmerzhafte Wirbelkörper, Wirbelkörpersinterungen oder –brüche bei Osteoporose
  • schmerzhafte Hämangiom-Wirbel
  • schmerzhafte Wirbelkörper-Metastasen
Beschreibung des Eingriffs

Der Eingriff erfolgt bei uns unter Röntgendurchleuchtungskontrolle mit der DSA-Anlage. Deshalb behandeln wir nur die mittlere/ untere Brustwirbelsäule und die Lendenwirbelsäule. Der Patient befindet sich in Bauchlage auf dem Untersuchungstisch. Unter absolut sterilen Bedingungen und in örtlicher Betäubung erfolgt die Punktion des erkrankten Wirbelkörpers. Dabei wird das Vorantreiben der Nadel unter Röntgendurchleuchtung kontrolliert. Bei korrekter Nadelposition werden 3 – 5 cm3 Knochenzement appliziert, dessen Verteilung im Wirbelkörper ebenfalls röntgen-kontrolliert wird.

Der Eingriff dauert ca. 30 Minuten.

Verhalten nach dem Eingriff

Bis zum vollständigen Aushärten des Zementes (ca. 2 Stunden) muß absolute Bettruhe eingehalten werden. Eine volle Belastung wird am Folgetag erlaubt.

Risiken und Gründe den Eingriff nicht vorzunehmen (Kontraindikationen), Alternativen
  • nicht schmerzhafte, stabile Wirbelkörperfrakturen
  • Wirbelkörperfrakturen bei sonst gesundem Knochen
  • Zerstörung der Wirbelkörperhinterkante
  • manifeste Infektionen im Wirbel/Bandscheibe
  • nicht korrigierbare Gerinnungsstörung
Alternative Behandlungen sind Stabilisierungsoperationen oder eine adäquate Schmerztherapie mit Bettruhe bzw. Korsett bis zur Frakturheilung.

Wichtige Hinweise!
  • Ist bei ihnen eine Allergie auf Kontrastmittel oder örtliches
    Betäubungsmittel bekannt?
  • Nehmen Sie gerinnungshemmende Medikamente (Markumar, ASS)?

Perkutane Schmerztherapie und Neurolyse

Schmerztherapie

Mit Unterstützung durch die Computertomographie können Schmerzsyndrome unterschiedlicher Ursache und Lokalisation therapeutisch angegangen werden. Nach einer Stichinzision der Haut in örtlicher Beteubung kann mit feinem Instrumentarium gewebeschonend zur entsprechenden Lokalisation vorgegangen und eine entsprechende Medikamentenmischung appliziert werden.

Blockade des Grenzstranges (Sympathikolyse)

Die Ganglien des Nervus sympathicus (Grenzstrang) verlaufen paarig rechts und links der Wirbelsäule. Der Nervus sympathicus übermittelt unter anderem Schmerzreizen z.B. im Rahmen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Sind diese Schmerzzustände nicht durch eine Verbesserung der Ausgangssituation mehr beeinflussbar, können die Nervenfasern unter Zusatz von reinem Alkohol in eine Injektionslösung unterbrochen werden. Im Rahmen der pAVK konnte hier ein Rückgang der subjektiven Beschwerden in bis zu 30% beobachtet werden.

Gründe den Eingriff vorzunehmen
  • Ruheschmerzen, Claudicatio (schmerzbedingte einschränkung der Gehstrecke) und nicht heilende Ulcera sowie eine Gangrän bei peripheren Durchblutungsstörungen (auch bei Endangitis obliterans und Morbus Raynaud). Die peripheren Verschlussdrücke sollten nicht unter 30-40mmHg liegen
  • Morbus Sudeck (Durchblutungs- und Stoffwechselstörung im Bereich der Extremitäten meist nach Unfällen mit Kochenbrüchen)
  • Hyperhidrose (Vermehrte Schweißabsonderung)
  • Unterstützende/ergänzende Maßnahme zu einer interventionellen oder gefäßchirurgischen Maßnahme, insbesondere wenn eine Verbesserung der Kollateralisation im Vordergrund steht
  • Chronische Schmerzzustände bei Erkrankung der Oberbauchorgane, z.B. Pankreaskarzinom (Schmerzreduktion initial bei 75%, langfristig bei 15%)
Durchführung des Eingriffs

Prinzipiell ist ein Zugang zu den entsprechenden Höhenlokalisationen (je nach Beschwerdebild) sowohl in Bauch- wie auch Rückenlage möglich. Nach Anfertigung orientierender CT-Bilder der entsprechenden Region wird der Punktionsweg festgelegt. Unter sterilen Bedingungen (Hautdesinfektion und Abdecken der Region) wird in örtlicher Betäubung eine Stichinzision der Haut durchgeführt und anschließend die Punktionsnadel vor der Wirbelsäule platziert. Die richtige Lage der Nadel wird mehrfach durch Kontrollaufnahmen kontrolliert. Vor Injektion des Sympathikolysegemisches mit Beimengung von reinem Alkohol wird eine Probeinjektion mit Kontrastmittel durchgeführt. Abschließend erfolgt die Dokumentation der gesamten Verteilung des Symathikolysegemisches.

Verhalten nach dem Eingriff

Nach dem Eingriff sollte für 6-10 Stunden Bettruhe eingehalten werden. Da es zu Kreislaufstörungen mit Schwindelsymptomatik kommen kann, sollten in den ersten Stunden Puls- und Blutdruck kontrolliert werden.

Risiken

Zu den unerwünschten Nebenwirkungen gehören Darmmotilitätsstörungen, je nach Höhenlokalisation der Maßnahme Ejakulationsstörungen, Verletzung der Harnleiter und Blasenentleerungsstörungen. Lähmungserscheinungen. Orthostatische Beschwerden klingen innerhalb von 24 Std. ab. Wiederkehren der Beschwerdesymptomatik.

Periradikuläre Therapie

Vorwiegend im Rahmen degenerativer Wirbelsäulenveränderungen kommt es zu Reizzuständen einzelner Nervenwurzeln mit Ausbildung einer so genannten radikulären Symptomatik. Einzelne Nervenwurzeln sind einer CT-gesteuerten, perkutanen, minimal invasiven Therapie zugänglich. Durch die gezielte Injektion der Medikamente lässt sich eine Verringerung des lokalen Reizzustandes und der damit verbundenen Schmerzzustände erreichen. Aufgrund der exakten Darstellung des Punktionsweges in der CT lassen sich punktionsbedingte Komplikationen nahezu vollständig vermeiden. Eine Beschwerdefreiheit bzw. eine deutliche Beschwerdereduktion wird mit 53-68% angegeben, z.T. ist eine wiederholte Durchführung des Eingriffes notwendig.

Gründe den Eingriff vorzunehmen

Radikuläre Schmerzen oder Lähmungserscheinungen sowie Gefühlsstörungen bei Bandscheibenvorwölbungwn und knöchernen Einengungen im Verlauf der Nevenwurzeln, die nicht operatonspflichtig sind. Radikuläre Schmerzen bei postoperativer Narbenbildung.

Durchführung des Eingriffes

Der Zugang wird in entsprechender Höhenlokalisation (je nach Beschwerdebild) in Bauchlage gewählt. Nach Anfertigung orientierender CT-Bilder der entsprechenden Region wird der Punktionsweg festgelegt. Unter sterilen Bedingungen (Hautdesinfektion und Abdecken der Region) wird in örtlicher Betäubung eine Stichinzision der Haut durchgeführt und anschließend die Punktionsnadel an das entsprechende Neuroforamen Lokalisation des Nervenaustritts aus dem Spinalkanal) herangeführt. CT-gesteuert wird die richtige Position der Nadel mehrfach kontrolliert. Liegt die Nadel korrekt, wird das Gemisch aus Lokalanästhetikum, einem Steroid und KM-Beimengung langsam appliziert. Abschließend erfolgt die Dokumentation der gesamten Verteilung des Medikamentengemisches.

Vergleichbar zur Sympathikolyse ist bei therapieresistenten Schmerzen im Rahmen einer malignen Grunderkrankung mit Beimengung von reinem Alkohol auch die Durchführung einer Neurolyse möglich.

Verhalten nach der Therapie

Bei komplikationslosem Verlauf können die Patienten nach 2-3 stündiger Überwachung nach hause entlassen werden. Für wenigstens 6 Stunden nach der Therapie dürfen die Patienten nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.

Risiken

Selten allergische Reaktion auf das beigemengte Kontrastmittel oder das Lokalanästhetikum. Systemische Nebenwirkungen auf das Kortiokosteroid sind nicht zu erwarten. Kurzfristige segmentale Irritationen durch das applizierte Volumen sind möglich. Bei Fehlinjektion kann es zu einem Lähmungsbedingten Atemstillstand kommen (bei Injektion unter CT-Kontrolle nicht zu erwarten).

Facettenblockade

Die unspeziefischen Schmerzen im Rahmen eines Facettensyndroms sind bedingt durch degenerative Veränderungen mit entsprechenden Reizzuständen und beleitender Instabilität der kleinen Wirbelgelenke. Durch gezielte Applikation eines Lokalanästhetikums lässt sich eine Beschwerdereduktion erreichen.

Gründe den Eingriff vorzunehmen

Pseudoradikuläre Wirbelsäulenschmerzen, Blockierung und Fehlbelastung der kleinen Wirbelgelenke, ausgeprägte degenerative Veränderungen.

Durchführung des Eingriffs

Die Lagerung und Durchführung erfolgt analog zur periradikulären Therapie. Die Nadel wird unter CT-Kontrolle bis an den Gelenkspalt der kleinen Wirbelgelenke vorgeführt.

Verhalten nach der Therapie

Bei komplikationslosem Verlauf können die Patienten nach 2-3 stündiger Überwachung nach hause entlassen werden. Für wenigstens 6 Stunden nach der Therapie dürfen die Patienten nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.

Perkutane Punktionen (CT-, durchleuchtungs- oder ultraschallgesteuert)

Entnahme von Gewebeproben durch Punktion (Biopsie)

Wird im Körper eine verdächtige Gewebeformation (Raumforderung oder ein Tumor) entdeckt, ist es in aller Regel erforderlich genau festzustellen worum es sich handelt, etwa um einen Bluterguss, eine Entzündung oder aber einen gutartigen oder bösartigen Tumor. Dazu muss eine Probe (Biopsie) der fraglichen Veränderung entnommen und unter dem Mikroskop untersucht werden (Histologie, Zytologie). Erst in Kenntnis dieses vom Pathologen erstellten Befundes kann die richtige Behandlung eingeleitet werden (z.B. Operation oder medikamentöse Therapie). Mittels der Sonografie und Computertomografie ist es möglich solche Biopsien ohne Operation durch Einbringen einer genau gesteuerten Punktionsnadel in örtlicher Betäubung zu entnehmen.

Die CT-gesteuerte Biopsie kann an fast allen Organsystemen in ähnlicher, unten beschriebener Weise vorgenommen werden. Die häufigsten Lokalisationen sind:
  • Leber
  • Lunge
  • Lymphknoten
  • Wirbelsäule
  • Bauchspeicheldrüse
Gründe den Eingriff vorzunehmen (Indikation)
  • Abklärung: Entzündung – Blutgerinnsel (Hämatom) – Tumor
  • Abklärung: gutartiger – bösartiger Tumor
  • Abklärung: Tochtergeschwulst
  • Abklärung: Narbe-erneutes Tumorwachstum (Rezidiv)
  • Abklärung: der Tumorart bzw. des Ursprungsgewebes
Beschreibung des Eingriffs

Zunächst wird eine Computertomografie (CT)-Untersuchung durchgeführt auf welcher die zu punktierende Region und der Zugangsweg dargestellt werden. Je nach Situation kann diese in Bauch-, Rücken- oder Seitenlage des Patienten sowie ohne oder mit vorheriger Kontrastmittelgabe durchgeführt werden.

Anschließend legt der Untersucher den Zugangsweg für die Punktionsnadel fest und führt an der steril abgedeckten Punktionsstelle eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) durch. Dann wird die Punktionskanüle millimetergenau unter Durchführung einiger Kontrollaufnahmen in die zu punktierende Region vorgeschoben. Die Kontrollen verhindern, dass andere Organe verletzt werden. Über die liegende Kanülen werden mehrere Proben für die feingewebliche Untersuchung entnommen. Der Eingriff ist kaum schmerzhaft und dauert etwa 15 bis 35 Minuten. Die Einstichstelle wird mit einem kleinen Pflaster versorgt.

Verhalten nach dem Eingriff

Im Falle einer Biopsie im Bereich des Brustkorbes (Lunge, Oberbauch) werden nach 30 Minuten, 6, 12 und 24 Stunden einfache Röntgenaufnahmen der Lunge durchgeführt um die Entwicklung einer Luftansammlung zwischen Lungenfell und Rippenfell (Pneumothorax) auszuschließen. Sollte ein Pneumothorax auftreten, bildet er sich meistens von selbst zurück oder wird durch die Einlage einer Absaugkanüle behoben.

Bei Punktionen im Bauchraum kann es nach dem Eingriff zu leichten Schmerzen durch die Reizung des Bauchfells kommen. Diese bilden sich in der Regel, ggf. unter leichter Schmerzmedikation, innerhalb eines Tages zurück.

Sollten nach der Punktion Luftnot oder starke Schmerzen auftreten ist unverzüglich Kontakt mit dem behandelnden Arzt aufzunehmen.

Mit Ausnahme von Lungenpunktionen kann der Patient 4 Stunden nach dem Eingriff nach Hause entlassen werden.

Risiken und Gründe den Eingriff nicht vorzunehmen (Kontraindikationen)

Die CT-gesteuerte Punktion ist eine sehr schonende und risikoarme Methode. Der Eingriff sollte nicht vorgenommen werden bei einer stark erhöhten Blutungsneigung. In diesem Fall muss zuvor die Gerinnung medikamentös normalisiert werden!

Wichtige Hinweise!
  • Ist bei ihnen eine Allergie auf Kontrastmittel bekannt?
  • Sind Sie Diabetiker?
  • Nehmen sie blutverdünnende Medikamente ein?

Abszeßdrainage

digitale Subtraktionsarthrographie

Notfall
 


Info für den zuweisenden Arzt
Für die zum Teil komplizierten Eingriffe ist meist eine stationäre Aufnahme erforderlich. Im Vorfeld sollten bereits mögliche Kontraindikationen ausgeschlossen werden.

Besondere Beachtung gilt: