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Schonende Herzklappenoperation im Klinikum Kassel

Kassel, 15. April 2011. Am Klinikum Kassel werden Aortenklappen jetzt mit einer minimal-invasiven Operation ersetzt, einem für die Patienten besonders schonenden Eingriff. Das neue Verfahren hat Privatdozent Dr. Ali Asghar Peivandi (50) mit nach Kassel gebracht, der seit Anfang April die Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie im Krankenhaus der Maximalversorgung leitet. Der neue Chefarzt war zuletzt Leitender Oberarzt der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Mainz, die zu den führenden Kliniken der minimal-invasiven Herzchirurgie in Deutschland zählt.

Die Aortenklappe ist eine von vier Klappen im menschlichen Herzen. Diese sorgen wie Ventile dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließt. Herzklappenfehler, wie eine Verengung (Stenose) oder Undichtigkeit (Insuffizienz) der Herzklappe, führen kurz- oder langfristig zu einer Funktionseinschränkung des Herzens. Mit einer Herzklappenoperation kann die gestörte Pumpfähigkeit des Herzens in der Regel auf Dauer wieder hergestellt werden. In Deutschland erfolgen jährlich rund 25.000 Herzklappenoperationen.
 
Bei der konventionellen Operationsmethode wird das Brustbein über die gesamte Länge geöffnet, um die Aortenklappe zu ersetzen. Das bedeutet für die Patienten anschließend einen mehrtägigen Aufenthalt auf der Intensivstation, einen auch insgesamt längeren Krankenhausaufenthalt und eine über Monate eingeschränkte Bewegungsfähigkeit. Bei der nun im Klinikum Kassel angewandten minimal-invasiven Methode wird nur der obere Teil des Brustbeins geöffnet, was einem Hautschnitt von sieben bis acht Zentimetern Länge entspricht, erläutert Privatdozent Dr. Peivandi. Das hat nicht nur einen kosmetischen Vorteil, vielmehr bietet das nur teilweise durchtrennte Brustbein auch mehr Stabilität nach der Operation. Schon nach wenigen Stunden  können die Patienten vom Beatmungsgerät entwöhnt werden, bleiben in der Regel nur für eine Nacht auf der Intensivstation und – der wichtigste Vorteil – können gleich mobilisiert werden. Damit wird das insbesondere bei älteren Menschen vorhandene Risiko einer Lungenentzündung deutlich verringert.

Neben dem minimal-invasiven Klappenersatz zählen die klappenerhaltende Chirurgie, die Herzchirurgie im Alter sowie die minimal-invasive Koronarchirurgie (Bypass-Operationen) zu den Schwerpunkten des neuen Chefarztes. So wird er auch in Kassel die arterielle Revaskularisation als Standardverfahren – unabhängig vom Alter der Patienten - anbieten, bei der für Bypässe nicht mehr Venen aus dem Bein des Patienten verwendet werden, sondern Arterien, deren Vorteil in einer besseren Offenheitsrate der Bypässe besteht. Ziel von Privatdozent Dr. Peivandi ist eine ortsnahe optimale Versorgung der Herzpatienten aus Kassel und Umgebung mit den modernsten herzchirurgischen Operationstechniken auf internationalem Niveau. Dazu strebt er eine enge Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen des Klinikums sowie den niedergelassenen Kardiologen und Hausärzten an.

Privatdozent Dr. Peivandi kam 1985 aus dem Iran nach Deutschland. Nach dem Abitur in Hannover studierte er an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Yale University (USA) Medizin. An der Universitätsmedizin Mainz absolvierte er seine Ausbildung zum Herzchirurgen und war dort als Oberarzt tätig. Der Promotion 1998 folgte 2007 die Habilitation. Zuletzt war der 50-Jährige Leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Mainz und ständiger Vertreter des Klinikdirektors. Privatdozent Dr. Peivandi ist verheiratet und hat zwei Kinder.
 

 
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