> Aktuelles > Presseinformationen > Archiv 2011 > Die neunte Tagung zur medizinischen Diagnostik be[...]
Kontakt  |  Impressum  |  Datenschutz  |  A  A  A 
 

Medizinische Diagnostik bei Kindesmisshandlung

Kassel, 11. März 2011. Ist diese Fraktur mit einem Sturz vom Wickeltisch vereinbar? Liegt der Grund dieses Hämatoms an Tollpatschigkeit oder steckt Gewalt dahinter? Wie vermeidet man einerseits, Eltern zu Unrecht zu beschuldigen, andererseits tatsächlich misshandelte Kinder ihrem Schicksal zu überlassen? Viele Ärzte stehen vor diesen Fragen. Sie möchten missbrauchte und vernachlässigte Kinder frühzeitig erkennen, doch das Thema Kindesmisshandlung nimmt in ihrer Ausbildung nach wie vor nur wenig Raum ein. Deshalb bietet die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung (DGfPI) im Klinikum Kassel zusammen mit der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen nun schon zum neunten Mal in Folge eine Fortbildung für Ärzte an. Die diesjährige Veranstaltung findet am Freitag und Samstag, 18. und 19. März im Klinikum Kassel statt und ist in dieser Art einmalig in Deutschland. Schirmherr ist Stefan Grüttner, Hessischer Sozialminister.

Studien zeigen: Kindesmissbrauch kommt häufig vor, wird von Ärzten jedoch zu selten diagnostiziert. "Was aber bleibt, ist ein ungutes Gefühl, wenn sie womöglich betroffene Kinder behandeln", so Dr. Bernd Herrmann vom Klinikum Kassel, der die Veranstaltung organisiert. Damit die Ärzte ihre Unsicherheiten abbauen und von einem Verdacht zu gesicherten Fakten gelangen können, wird auf der Fortbildung das gesamte Spektrum körperlicher Befunde bei misshandelten und sexuell missbrauchten Kindern vorgestellt. "Die Ärzte sollen lernen, mit geschultem Blick die Signale bei den Kindern zu erkennen und dann besonnen zu handeln", sagt Dr. Herrmann. 

"Insbesondere Haus- und Kinderärzte sind ganz besonders gefordert, da sie häufig die einzigen außerfamiliären fachlichen Kontakte sind, solange das Kind noch nicht im Kindergarten ist. Diese Fortbildung ist wichtig, wenn wir Misshandlungen, Missbrauchsfälle und Vernachlässigungen bei Kindern erkennen und künftig verhindern wollen. Deshalb unterstützen wir die Veranstaltung auch in diesem Jahr gerne", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung in Hessen.

Das Interesse ist groß: In den letzten acht Jahren wurden mehrere hundert Kinderärzte, Kinderchirurgen, Frauenärzte und Rechtsmediziner aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Italien in Kassel ausgebildet. Auch in diesem Jahr ist die Veranstaltung aufgrund der großen Nachfrage schon ausgebucht.

Die TK engagiert sich bereits seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Kindesmisshandlung. So hat sie u.a. gemeinsam mit dem Hessischen Sozialministerium und weiteren Partnern eine Neuauflage des Leitfadens "Gewalt gegen Kinder" initiiert. Der Leitfaden kann helfen, auch bei Fachleuten noch bestehende Informationsdefizite abzubauen, wenn es darum geht, gegen Kinder verübte Gewalt zu erkennen und sachgerecht darauf zu reagieren.

 

 
Leiterin Unternehmens­kommunikation
Ulrike Meyer auf der Heide
Telefon 0561 980-4804
Telefax 0561 980-6870
E-Mail
Pressesprecherin
Gisa Stämm
Telefon 0561 980-4807
Telefax 0561 980-6870
E-Mail
Pressesprecherin
Inga Eisel
Telefon 0561 980-4898
Telefax 0561 980-6870
E-Mail