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Bild: Gesundheitsforum

 

3. Kasseler Gesundheitsforum

Der „Diagonale Patient“ – Kooperationen zwischen Praxen und Krankenhäusern

Das Thema bewegt die Akteure im Gesundheitswesen seit Jahrzehnten, gleichwohl ist der Fortschritt eine Schnecke: Um eine engere Kooperation zwischen Praxen und Krankenhäusern ging es beim 3. Kasseler Gesundheitsforum, zu dem die Gesundheit Nordhessen (GNH) in die Räume der E.ON Mitte AG eingeladen hatte. Die Zeiten sind vorbei, in denen Patienten je nach Schweregrad ihrer Erkrankung in Praxen (gehfähige, „vertikale“ Patienten) oder in Krankenhäusern (bettlägerige, „horizontale“ Patienten) behandelt werden, betonte Moderator Prof. Heinz Lohmann aus Hamburg zu Beginn. Dank des medizinischen Fortschrittes könnten heutzutage auch schwer kranke Menschen ambulant behandelt werden. Die Patienten würden zudem durch verbesserte Informationsmöglichkeiten souveräner in ihren Entscheidungen. Die Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen müssten sich entsprechend auf die sich wandelnde Nachfrage einstellen.

Alle Diskussionsteilnehmer betonten, dass die Betreuung durch Hausärzte unverzichtbare Basis der medizinischen Versorgung bleiben wird. Ebenfalls einig waren sie sich auch in der Einschätzung, dass der zunehmende Wettbewerb um qualifizierte Ärzte und Pflegekräfte eine engere Kooperation zwischen Praxen und Krankenhäusern vorantreiben werde. Und an der Reformbedürftigkeit des Systems bestand ohnehin kein Zweifel. Der Weg zum Ziel ist aber angesichts vieler widersprüchlicher Interessen keineswegs klar und auch über das notwendige Tempo bestanden unterschiedliche Auffassungen. „Viele kleine Schritte ändern das System nicht grundlegend“, meine GNH-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard M. Sontheimer, während Stefan Kapferer, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium mahnte, die „Beharrungstendenzen im System nicht zu unterschätzen.“