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Bad Arolsen: Aufgabe der Geburtshilfe Ende 2010

Bad Arolsen, 3. November 2010. Das Krankenhaus Bad Arolsen muss Ende dieses Jahres die geburtshilfliche  Abteilung aufgeben. Gründe sind unter anderem die rückläufigen Geburtenzahlen, die stark gestiegenen Versicherungsprämien in der Geburtshilfe sowie die dadurch bedingte Kündigung der Geburtshilfeverträge durch die Belegärzte. Den fest angestellten Hebammen werden andere Stellen im Krankenhaus bzw. innerhalb der Gesundheit Nordhessen angeboten.

Die Geburtenzahlen in Deutschland sind seit Jahren rückläufig. So kamen 2009 noch 651.000 Kinder zur Welt, zehn Jahre zuvor waren es noch 767.000 Jungen und Mädchen. Das entspricht einem Rückgang von über 15 Prozent. Im Krankenhaus Bad Arolsen macht sich die Entwicklung noch deutlicher bemerkbar. Von 1999 bis 2009 sank die Zahl der Geburten von 267 auf zuletzt rund 155 Entbindungen pro Jahr. „Wir haben diese Entwicklung in den vergangenen Jahren bereits mit Sorge beobachtet“, so Krankenpflegedirektor Helmut Zeilfelder. Mehrere Gründe hätten schließlich zu der Entscheidung geführt, die allen Beteiligten sehr schwer gefallen sei.
 
Auslöser war die starke Erhöhung der Versicherungsprämien für Hebammen und Ärzte im vergangenen Sommer. Die gynäkologischen Belegärzte Dr. H.-Achim Herting und Dr. Ulrich Streich entschlossen sich daraufhin, ihre Geburtshilfeverträge mit dem Krankenhaus zum Ende des Jahres zu kündigen, so dass keine Entbindungen mehr angeboten werden können. Ihre sonstigen gynäkologischen Eingriffe führen sie wie bisher fort, ebenso wie die Behandlung von Schwangerschaftsbeschwerden. „Angesichts der Schwierigkeiten, junge Ärzte für eine Tätigkeit im ländlichen Raum zu gewinnen, sehen wir keine Chancen, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für die Geburtshilfe zu finden“, so der Ärztliche Direktor Walter Knüppel. Auch die Suche nach qualifizierten Hebammen habe sich in der Vergangenheit immer schwieriger gestaltet, da auch sie hohe Versicherungsprämien aufbringen müssen. Alles in allem habe sich die Krankenhausleitung nach intensiven Diskussionen zur Schließung der Geburtshilfe entschlossen.

Drei fest angestellten Hebammen des Krankenhauses werden andere Stellen in Bad Arolsen oder einer anderen Klinik der Gesundheit Nordhessen angeboten, eine vierte geht in den Ruhestand. Noch geprüft wird, ob auch für die freiberuflichen Hebammen Einsatzmöglichkeiten bestehen.

Bis Ende des Jahres können Schwangere ohne Einschränkung zur Entbindung ins Krankenhaus Bad Arolsen kommen. Darüberhinaus ist die Kreisklinik Wolfhagen mit den dortigen Belegärzten gern bereit, Schwangere auch kurzfristig aufzunehmen.

 

 
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