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Herzklappenersatz per Herzkatheter jetzt etabliert

Kassel, 14. Oktober 2010. Der Ersatz einer Herzklappe mittels Herzkatheter hat sich am Klinikum Kassel als Therapie für hochbetagte Patienten mit einer Herzklappenverengung (Aortenklappenstenose) und erheblichen Begleiterkrankungen bewährt. Mit nunmehr zwölf mittels Kathetertechnik implantierten Herzklappen ist es dem Team des Klinikums unter Leitung von Prof. Dr. Rainer Gradaus (Direktor Medizinische Klinik II) damit gelungen, eine weitere innovative medizinische Technik in Kassel einzuführen und zu etablieren.

Für die meisten Patienten mit einer hochgradigen Aortenklappenstenose stellt die offene Herzoperation mit Ersatz der eigenen Aortenklappe durch eine Prothese die Therapie der Wahl dar. Bis zu einem Drittel dieser Patienten kann aber auf Grund von Begleiterkrankungen und dem damit verbundenen Operationsrisiko nicht mehr an der Herzklappe operiert werden. Die Prognose der rein medikamentösen Behandlung einer Aortenklappenverengung ist jedoch ausgesprochen ungünstig. Hier stellt der Ersatz der Herzklappe mittels Herzkatheter eine alternative Therapie dar, die in Studien einen deutlichen Überlebensvorteil gegenüber der medikamentösen Therapie nachweisen konnte.

Die Einengung (Stenose) der Aortenklappe ist heutzutage eine Erkrankung des höheren Lebensalters, die im Wesentlichen durch Verschleiß und Degeneration der Aortenklappe verursacht wird. Mit zunehmendem Alter nehmen jedoch auch die erheblichen Begleiterkrankungen zu. Die Zahl von hochbetagten Patienten mit einer Aortenklappenstenose und erheblichen Begleiterkrankungen wird daher steigen.

Die Therapieform des Klappenersatzes mittels Herzkatheter ist eine sehr komplexe Maßnahme, die nur in einem Team aus Experten erbracht werden kann. Nicht nur die Evaluation der Patienten, sondern auch der Klappenersatz selbst ist eine Teamleistung. Nichts desto trotz ist eine Lernkurve bei diesem komplexen Verfahren vorhanden. Daher erfolgen die ersten Implantationen in jeder Klinik mit der Unterstützung von Kollegen (Proktor), die in diesem Bereich sehr erfahrenen sind. Nach zwölf erfolgreich mit Kathetertechnik implantierten Herzklappen ist es dem Team des Klinikums nun erlaubt, diesen Eingriff auch ohne externe Unterstützung durchzuführen.

„Aber nicht nur bei innovativen Techniken werden am Klinikum Kassel Spitzenleistungen er-bracht“ so Prof. Gradaus. Erstmals hat das Klinikum in diesem Jahr die Vergleichsdaten der „Qualitätssicherung der stationären Versorgung mit Routinedaten (QSR)“ bei der Behandlung des akuten Herzinfarktes und der Herzinsuffizienz (Herzschwäche) erhalten. QSR ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der AOK-Deutschland, von Kliniken und wissenschaftlichen Einrichtungen (z.B. FEISA = Forschungs- und Entwicklungsinstitute für das Sozial- und Gesundheitswesen Sachsen-Anhalt). Ziel ist es, ein Verfahren zur Qualitätsanalyse im Krankenhausbereich auf Basis von Routinedaten zu entwickeln. Grundlage sind die Daten des AOK-Bundesverbandes und seiner Mitglieder. Für die Auswertung der Behandlungsqualität wurde die Aufnahmediagnosen „akuter Herzinfarkt“ und „Herzinsuffizienz“ mit der Wahrscheinlichkeit verglichen, während des akuten Krankenhausaufenthaltes, innerhalb von 30 Tagen bzw. 90 Tagen und innerhalb eines Jahres nach der Aufnahme zu versterben. Es wird jeweils das eigene Krankenhaus mit dem bundesweiten Ergebnissen verglichen.

Dabei weist das Klinikum Kassel bei Herzinsuffizienz ein Ergebnis im Bereich der besten 5 bis 10 Prozent der deutschen Krankenhäuser auf. Nach einem Jahr liegen die Ergebnisse immer noch im Bereich der besten 30 Prozent der Kliniken. „In der Behandlung des akuten Herzinfarktes sind die Ergebnisse noch beeindruckender“, so Prof. Gradaus. Hier liegt die Medizinische Klinik II des Klinikums für die Akut-Behandlung sowie für die gesamte Zeit der Nachbeobachtung der Patienten im Bereich der besten fünf Prozent der Krankenhäuser in Deutschland. Die hohe Qualität der akuten und schnellen Behandlung beim Herzinfarkt im Klinikum Kassel bedeutet nicht nur einen Überlebensvorteil in der Akutsituation. Sie bewirkt auch, dass der Patient dauerhaft davon profitiert.

Weitere Information: Prof. Gradaus, Tel. 0561/980-5254
 

 
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