> Aktuelles > Presseinformationen > Archiv 2010 > Das Klinikum Kassel hat ein interdisziplinäres Sch[...]
Kontakt  |  Impressum  |  Datenschutz  |  A  A  A 
 

Schädelbasiszentrum: Teamarbeit im "Grenzgebiet"

Kassel, 2. September 2010. Das Klinikum Kassel hat ein interdisziplinäres Schädelbasiszentrum gegründet, um die Patienten mit Erkrankungen in diesem anatomisch komplexen Gebiet optimal zu versorgen. Neun Abteilungen des Klinikums und drei externe Partner bringen ihre Kompetenz ein, damit die Patienten eine auf sie angepasste Therapie nach dem aktuellen Stand der medizinischen Versorgung und Forschung erhalten. Als besondere Gäste bei der feierlichen Eröffnung des Schädelbasiszentrums waren gestern der weltweit bekannte Neurochirurg Prof. Dres. Madjid Samii und Prof. Dres. Wolfgang Draf als international renommierte HNO-Kapazität anwesend.

Die Schädelbasis ist die knöcherne Barriere zwischen Gesichts- und Gehirnschädel. Sie ist eine anatomisch und funktionell sehr bedeutende Region, da hier auf engstem Raum lebenswichtige Nerven und Gefäße vom oder zum Gehirn durch den Knochen treten. Das Spektrum der Erkrankungen reicht von Fehlbildungen über Verletzungen, Entzündungen bis hin zu gut- und bösartigen Tumoren. Aufgrund der komplizierten Anatomie und der zum Teil erheblichen Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten kommt der Diagnostik und Therapie der Schädelbasiserkrankungen besondere Bedeutung zu.

Da die Schädelbasis in einem Grenzgebiet der chirurgischen Fachgebiete HNO-Heilkunde, Neurochirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und Augenheilkunde liegt, kann eine Disziplin allein Erkrankungen an der Schädelbasis oft nicht optimal genug versorgen. Beispielsweise operiert die Neurochirurgie eher vom Schädelinneren aus an der Schädelbasis, während sich die HNO-Heilkunde vorrangig „von unten“, d.h. von der Nase aus nähert. Neben den operativen Fächern gehören dem Schädelbasiszentrum auch nichtoperative Disziplinen wie Neuroradiologie, Neurologie, Neuropathologie, Onkologie, Strahlentherapie und Anästhesie an. Dabei ist die Neuroradiologie von besonderer Bedeutung, weil sie mittels modernster CT- und MRT-Technik nicht nur für die Diagnostik entscheidend ist, sondern auch therapeutische Optionen bietet wie die interventionelle Therapie von vaskulären Erkrankungen der Schädelbasis.

„Unser Ziel ist, gemeinsam nach dem neuesten Stand der medizinischen Versorgung und Forschung die qualitätsstandardisierte, individuell optimierte Therapie für alle Patienten mit Schädelbasiserkrankungen anzubieten“, so Prof. Ulrike Bockmühl, Direktorin der HNO-Klinik im Klinikum Kassel. Dazu treffen sich die Fachleute der verschiedenen Disziplinen regelmäßig zu Konferenzen, um die geeignete Therapie für den Patienten festzulegen, und operieren bei Bedarf gemeinsam. Darüber soll das Schädelbasiszentrum nach den Worten von Prof. Dr. Wolfgang Deinsberger, Direktor der Klinik für Neurochirurgie auch die Plattform für eine intensive Kooperation mit allen niedergelassenen Kollegen und Krankenhäusern der Region sein.

Das Schädelbasiszentrum am Klinikum Kassel kann das gesamte Spektrum der Erkrankungen an der Schädelbasis diagnostizieren und therapieren. Hervorzuheben sind die endoskopischen (minimal-invasive) Operationen an der Schädelbasis, welche ausschließlich durch die natürlichen Nasenöffnungen ausgeführt werden (endonasal). Diese endonasale endoskopische Operationstechnik, die nur an wenigen Zentren in Deutschland angeboten, ermöglicht schonende Eingriffe an der Schädelbasis, ohne sichtbare Narben im Gesicht zu hinterlassen.

Mit dem Schädelbasiszentrum verfügt das Klinikum Kassel inzwischen über das siebte interdisziplinär arbeitende Zentrum, das auf die Behandlung eines Organs oder eines Bereiches spezialisiert ist – nach Brustzentrum, Darmzentrum, Prostatakarzinomzentrum, gynäkologischem Tumorzentrum,  Hauttumorzentrum und Neurozentrum, das mit seinen regelmäßigen neurowissenschaftlichen Kolloquien und dem Neurodialog wesentlich zur Qualitätssteigerung in der Neuro-Medizin beiträgt.
 
Damit unterstreicht das Klinikum seine Bedeutung als einziges Krankenhaus der Maximalversorgung in der Region, in dem inzwischen 28 Kliniken und Institute vernetzt arbeiten, betont Birgit Dilchert, Geschäftsführerin des Klinikums und Personalvorstand der Gesundheit Nordhessen. Als Festredner bei der gestrigen feierlichen Eröffnung des Schädelbasiszentrums begrüßte sie den weltbekannten und vielfach ausgezeichneten Neurochirurgen Prof. Dres. Madjid Samii, Präsident und Gründer des berühmten International Neuroscience Institute (INI) in Hannover sowie Prof. Dres. Wolfgang Draf, Direktor der Klinik für HNO-Krankheiten, Kopf-, Hals- und Plastische Gesichtschirurgie am INI, der zu den drei Pionieren der endonasalen endoskopischen Schädelbasischirurgie im deutschsprachigen Raum zählt.

Flyer Schädelbasiszentrum

 

 
Leiterin Unternehmens­kommunikation
Ulrike Meyer auf der Heide
Telefon 0561 980-4804
Telefax 0561 980-6870
E-Mail
Pressesprecherin
Gisa Stämm
Telefon 0561 980-4807
Telefax 0561 980-6870
E-Mail