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Bestes Ergebnis seit Holding-Gründung

Kassel, 19. Mai 2010. 2009 war für die Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH) das erfolgreichste Jahr seit ihrer Gründung 2002. Sie erzielte ein Umsatzplus von über 6 % und erstmals mit 1,6 Mio. Euro ein positives Ergebnis. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnte daher der Gehaltsverzicht im Durchschnitt komplett zurückgezahlt werden.

Das Jahr 2009 erlaubte den deutschen Krankenhäusern hinsichtlich des finanziellen Drucks eine kleine Verschnaufpause, da sich die Auswirkungen der größten Rezession der Nachkriegszeit erst mit Verzögerung bei den Kliniken bemerkbar machen werden. Dennoch war unter anderem ein deutlicher Anstieg der Tarifgehälter um rund 4 % zu bewältigen, der nur zur Hälfte von den Krankenkassen refinanziert wurde. Die trotzdem positive Entwicklung der Gesundheit Nordhessen begründete der Vorstandsvorsitzende Dr. Gerhard M. Sontheimer vor allem mit Leistungssteigerungen sowie dem Wegfall der Firmenwertabschreibungen für die Kreiskliniken Kassel (2,4 Millionen Euro). Der Umsatz konnte zum wiederholten Mal gesteigert werden auf jetzt 290 Mio. Euro (2008: 273 Mio. Euro). Ihr Ergebnis verbesserte die GNH AG wie geplant auf 1,61 Mio. Euro (2008: -2,3 Mio. Euro, 2007: -1,2 Mio. Euro).

Um die Wirtschaftlichkeit der Holding und ihrer Unternehmen sicherzustellen, gilt für die nicht-ärztlichen und außertariflich Beschäftigten von 2007 bis 2015 ein Besonderer Tarifvertrag („Zukunftssicherungsvertrag“). Dieser beinhaltet eine stufenweise Absenkung und Wieder-Anhebung der Vergütungen in diesem Zeitraum bei gleichzeitigem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und einem Verbleib in kommunaler Trägerschaft. Wegen des positiven Ergebnisses der Gesundheit Nordhessen erfolgt für 2009 zum dritten Mal in Folge eine Rückzahlung. Insgesamt fließen 6,05 Mio. Euro an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück. Die Höhe der Rückzahlung unterscheidet sich bei den einzelnen GNH-Töchtern, weil auch das Jahresergebnis des jeweiligen Unternehmens berücksichtigt wird. Im Durchschnitt erhalten die Beschäftigten den vom Lohn und Gehalt abgezogenen Beitrag vollständig zurück. 

Der Umsatz der Unternehmensgruppe entfällt zu fast 95 % auf den Krankenhaussektor. Als sehr erfreulich bezeichnete es Sontheimer, dass alle Krankenhäuser der GNH 2009 eine Leistungsausweitung verzeichnen konnten: durch eine Erhöhung der so genannten Fallschwere, welche die Komplexität der Erkrankung wiedergibt, und/oder durch steigende Patientenzahlen. Insgesamt behandelten die Ärzte und Pflegekräfte in den Kliniken der GNH 67.675 stationäre Patientinnen und Patienten (2008: 65.820).

Das Krankenhaussegment erzielte 2009 insgesamt ein Ergebnis von 2,6 Mio. Euro (2008: –273.000 Euro). Die Klinikum Kassel GmbH inklusive Kinderkrankenhaus Park Schönfeld und Zentrum für medizinische Versorgung erwirtschaftete vor Ergebnisabführung an die GNH einen Überschuss von 2,25 Mio. Euro ab (2008: 1,96 Mio.). Die Krankenhaus Bad Arolsen GmbH steigerte ihren Überschuss auf 210.500 Euro (2008: 5.800 Euro), die Kreiskliniken Kassel GmbH erreichte ein Plus von 167.100 Euro (2008: Fehlbetrag von 2,26 Mio. Euro, bedingt durch Firmenwertabschreibung von 2,4 Mio. Euro).

Die Seniorenwohnanlagen Kassel GmbH schließt – hervorgerufen durch steigende Kosten bei gleichbleibenden Leistungszahlen und starkem Wettbewerbsdruck - mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 154.400 Euro ab (2008: Überschuss 19.300 Euro) ab. In der ambulanten Rehabilitation konnte 2009 der Fehlbetrag auf 275.300 Euro verringert werden (2008: 377.500 Euro). Die Servicegesellschaft ökomed GmbH (Speisenversorgung, Reinigung, Logistik) verminderte ihren Fehlbetrag auf 1,03 Mio. Euro (2008: 1,31 Mio. Euro).

Die gute wirtschaftliche Entwicklung geht einher mit einer Leistungsausweitung innerhalb der Gesundheit Nordhessen. Deshalb wurden in der gesamten Holding 45 neue Vollzeitstellen in allen Berufsgruppen geschaffen. Rund 20 davon gehen auf das Sonderprogramm zum Aufbau von Stellen im Pflegedienst zurück. Danach werden zusätzliche Stellen im Pflegedienst für die Dauer von drei Jahren zu 90 % von den Krankenkassen finanziert. Die insgesamt 3012 Vollzeitstellen zum Jahresende 2009 verteilten sich auf 4703 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einschließlich rund 370 Auszubildender.

Die Liquidität ist gegenüber dem Vorjahr um 17,2 Mio. auf 59,0 Mio. Euro gestiegen. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt 6,5 Mio. Euro.
 
Das Jahr 2009 war geprägt durch die Vorbereitungen auf die Inbetriebnahme des neuen Diagnostikzentrums einschließlich Zentraler Notaufnahme am Klinikum Kassel, mit der Notfallpatienten seit Januar 2010 nur noch eine Anlaufstelle im Krankenhaus der Maximalversorgung haben. Als einen weiteren Baustein zur ständigen Verbesserung der Behandlungsqualität führte Sontheimer die Beteiligung an der „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM) an, in der führende Krankenhausträger Deutschlands zusammengeschlossen sind. 2009 haben die ersten an IQM beteiligten Kliniken, darunter die GNH, ihre Qualitätsdaten im Internet veröffentlicht.

Für eine hochwertige medizinische Versorgung ist sehr gut qualifiziertes und engagiertes Personal erforderlich. Die GNH hat daher unter anderem die Führungskräfteentwicklung weiter ausgebaut, Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität insbesondere für Ärzte ergriffen und die innerbetriebliche Fortbildung intensiviert.

Ein wichtiges Projekt zur Weiterentwicklung der GNH war der Kauf der Gesundheitsholding Werra-Meißner. Gegen dessen Untersagung durch Bundeskartellamt 2009 hat die GNH Klage eingereicht. Es ist laut Sontheimer jedoch unsicher, ob selbst bei einem positiven Gerichtsentscheid der Kauf wie vorgesehen abgewickelt werden kann, da die Bindung an die Verträge Ende 2009 ausgelaufen sei. Die GNH werde trotzdem an ihrer Strategie des Wachstums festhalten und sich um weitere Akquisitionen bemühen.

Für 2010 rechnet Sontheimer wieder mit einer deutlichen Anspannung der finanziellen Situation. Die Krankenkassen stünden unter erheblichem Wettbewerbsdruck und würden daher versuchen, den Kostendruck an die Leistungserbringer weiterzugeben und möglichst niedrige Krankenhausbudgets zu verhandeln. Noch nicht abzusehen seien zudem der Ausgang des Tarifstreits zwischen kommunalen Arbeitgebern und dem Marburger Bund sowie die Folgen des in dieser Woche begonnenen Ärztestreiks.

 
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