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Grillunfälle häufige Verletzungsursache

Kassel, 11. Mai 2010. Jährlich müssen mehr als 6000 Kinder in Deutschland wegen schwerer Verbrennungen oder Verbrühungen im Krankenhaus behandelt werden. Insbesondere Grillunfälle führen zu sehr schweren Verletzungen bei Kindern im Gesichts- und Halsbereich, deren Narben oft lebenslang sichtbar sind. Hauptursache hierfür ist der unachtsame und unverantwortliche Einsatz von Brandbeschleunigern wie Brennspiritus. „Durch die extrem hohe Hitze reicht schon der Bruchteil einer Sekunde aus, um bei Kindern irreparable Hautschäden hervorzurufen“, so Dr. Joachim Suß, Leiter der Schwerbrandverletzteneinheit im Kinderkrankenhaus Park Schönfeld in Kassel.

Mit Dr. Peter Illing, Chefarzt Kinderchirurgie, leitet der Oberarzt die 18. Jahrestagung des Arbeitskreises „Das schwerbrandverletzte Kind“ am 14./15. Mai 2010 in Kassel. Über 200 Experten und Therapeuten treffen sich, um die neuesten Erkenntnisse in der Behandlung von thermisch verletzten Kindern auszutauschen. Das Kinderkrankenhaus Park Schönfeld nimmt seit 1986 an der Versorgung von thermischen Verletzungen im Kindesalter teil. Seit 1996 besteht hier das einzige Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder in Hessen.

Die Gefahr, die von Brandbeschleunigern ausgeht, wird nach den Worten von Dr. Suß häufig unterschätzt. Plötzliche Verpuffungen und hohe Stichflammen träfen sowohl die Verursacher als auch Unbeteiligte, die sich in der Nähe aufhielten. Die tiefgradigen Verbrennungen könnten oft nur durch Hauttransplantationen zur Abheilung gebracht werden. Dennoch blieben die Opfer von Grillunfällen häufig lebenslang durch Narben gezeichnet. Auch der unsachgemäße Gebrauch von Knallkörpern führt immer wieder zu dramatischen Verletzungen von Kindern. Diese spezielle Verletzungsform und die Verletzungen der Hand werden von den Experten in Kassel ebenfalls besprochen.

Im wissenschaftlichen Teil der Tagung geht es um die anästhesiologischen Verfahren bei Verbandswechseln, das operative Vorgehen, die Anwendung eines Unterhautersatzes, die intensive Nachbehandlung (Salben, Silikon, Kompression, Hautschutz vor UV-Strahlung), die Problematik der Wundinfektionen und die Behandlung der Verbrennungswunden nach ihrer Abheilung. Diskutiert werden auch die Methoden zur Bestimmung der Verbrennungstiefe, die entscheidend für die weitere Planung der Behandlung sind. Ebenfalls vorgestellt wird das Konzept der Laserbehandlung von überschießenden Narben.

Bei der Tagung vertreten ist auch Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. (www.paulinchen.de). Sie wurde 1993 gegründet, um durch Aufklärung diese schweren Unfälle zu verhindern, um Familien nach Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen ihrer Kinder zu beraten und um bei Problemen in der Rehabilitationszeit zu helfen.
 

 
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