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Medizinische Qualität ständig verbessern

Kassel, 16. April 2010. Die Gesundheit Nordhessen (GNH) veröffentlicht am heutigen Montag die Qualitätsergebnisse 2009 ihrer Krankenhäuser im Internet. Daran lässt sich ablesen, wie erfolgreich die einzelnen GNH-Kliniken Patientinnen und Patienten bei wichtigen Krankheiten, etwa beim Schlaganfall oder beim Herzinfarkt behandeln. Die Ergebnisse sind Teil einer Datenauswertung von rund 100 Kliniken in Deutschland, die der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) angehören. Ziele von IQM sind es, die Qualität der Behandlung zu verbessern und Transparenz für Patienten und niedergelassene Ärzte zu schaffen.

„Wir wollen unseren Patienten die bestmögliche medizinische Versorgungen bieten“, so der GNH-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerhard M. Sontheimer. „Daher haben wir 2008 mit anderen Krankenhäusern verschiedener Träger die Initiative Qualitätsmedizin gegründet. Sie steht für Transparenz und das ständige Arbeiten an der weiteren Qualitätsverbesserung.“ Denn die Ergebnisse belegen einerseits die Stärken der Kliniken, machen andererseits aber auch Handlungsbedarf deutlich. Als eine der ersten Einrichtungen bundesweit hatte die GNH im Oktober 2009 ihre Qualitätsergebnisse veröffentlicht, nun sind die aktualisierten Daten abrufbar.

Für die Qualitätsmessung werden Routinedaten herangezogen, die im Klinikalltag ohnehin für die Abrechnung von Leistungen erhoben werden. Somit entsteht kein zusätzlicher Aufwand, die Daten sind manipulationssicher. Verglichen werden Parameter für bestimmte Erkrankungen beispielsweise die Zahl der behandelten Patienten und die Zahl der Todesfälle während des stationären Aufenthaltes. Sie werden für jedes beteiligte Krankenhaus mit dem Durchschnittswert aller IQM-Kliniken verglichen sowie mit Erwartungswerten, die  unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht des Patienten bundesweit zu erwarten sind.

Den Ursachen für Abweichungen werden die GNH-Kliniken und alle an der Initiative Qualitätsmedizin beteiligten Krankenhäuser mit Hilfe des Peer Review-Verfahrens auf den Grund gehen. „Dabei setzen sich die verantwortlichen Klinikdirektoren mit chefärztlichen Kollegen (Peer Reviewern) aus anderen IQM-Kliniken zusammen, um gemeinsam kritische Patientenfälle auf mögliche Fehler in Abläufen und Strukturen zu analysieren“, so Sontheimer. „Damit werden Schwachstellen identifiziert und Maßnahmen zur Beseitigung festgelegt.“

Die Kliniken für Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie sowie für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Klinikum Kassel hatten sich im Vorjahr bereits gemeinsam einem freiwilligen Review zum Thema „Versorgung von polytraumatisierten Patienten“ unterzogen. Chefärzte anderer IQM-Krankenhäuser haben dabei gemeinsam mit den Chefärzten des Klinikums das konkrete Vorgehen bei ca. 20 Patienten analysiert. Hierbei wurde dem Klinikum von den Peer-Reviewern die hohe Behandlungsqualität bestätigt und gleichzeitig empfohlen, die Dokumentationsqualität noch weiter zu verbessern, berichtet Prof. Dr. Michael Tryba, Chefarzt Anästhesiologie. So waren einzelne Behandlungsschritte in der Patientendokumentation nicht immer eindeutig nachvollziehbar.
Auch die Gesundheit Nordhessen hat Chefärzte zu Peer Reviewern ausbilden lassen, um in den IQM-Krankenhäusern diese Überprüfungen vornehmen zu können. Insbesondere durch diese intensive Arbeit an Qualitätsverbesserungen will IQM den Patienten eine immer noch bessere medizinische Versorgung bereitstellen.

Zu den Daten für die GNH-Kliniken:

Klinikum Kassel

Krankenhaus Bad Arolsen

Kreisklinik Helmarshausen

Kreisklinik Hofgeismar

Kreisklinik Wolfhagen

 

Die Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM)
Führende Krankenhausträger haben sich 2008 zur „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM) zusammen geschlossen. Die Initiative mit Sitz in Berlin besteht deutschlandweit und ist offen für alle Trägergruppen. Gründungsinitiatoren sind die DAMP Gruppe, die Gesundheit Nordhessen Holding, die HELIOS Kliniken Gruppe, die Johanniter, die Medizinische Hochschule Hannover, die Malteser, die SRH Kliniken, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der TU Dresden, die Vereinigung Berufsgenossenschaftlicher Kliniken und das Universitätsspital Basel, die Charité - Universitätsmedizin Berlin, das Klinikum Saarbrücken, das Klinikum St. Elisabeth Straubing und die Ludwig-Maximilians-Universität München. 
Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich, in ihren derzeit insgesamt 122 Kliniken mit knapp 1,8 Millionen stationären und rund 4,8 Millionen ambulanten Patienten drei Grundsätze anzu-wenden: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse auf einer trä-gerübergreifenden Plattform und die Durchführung von „Peer-Review-Verfahren“. Bei den Peer Reviews werden Behandlungsprozesse mit auffälligen Ergebnissen von internen und externen „Peers“, also ärztlichen Fachkollegen, auf mögliche Fehler in den Ergebnissen, Abläufen und Strukturen hin anhand der konkreten Fälle untersucht. Diese Erkenntnisse ermöglichen den Verantwortlichen vor Ort anschließend eine zielgenaue Vermeidung möglicher Qualitätsdefizite und der Verbesserung der Ergebnisqualität.

Qualitätssicherung auf Basis von Routinedaten
Das deutsche Fallpauschalensystem bietet die Möglichkeit, weitreichende Qualitätsinformationen aus den Abrechnungsdaten der Kliniken abzuleiten: Jede Leistung im Krankenhaus wird im Zuge der Abrechnung kodiert und in sog. ICD (International Classification of Diseases) bzw. OPS (Operationen- und Prozedurenschlüssel) abgebildet. Diese Routinedaten werden von den Kosten-trägern überprüft, erfassen jeden behandelten Patienten und sind kurzfristig verfügbar. Die Qualitätsmessung über Qualitätsindikatoren auf Basis von Routinedaten bedeutet deshalb hohe Effizienz (kein zusätzlicher Dokumentationsaufwand in den Kliniken) und Objektivität (leichte Überprüfbarkeit).

 

 
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