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Mögliche Fehlerquellen frühzeitig erkennen

Bad Arolsen, 19. Juni 2009. Das Krankenhaus Bad Arolsen hat ein Frühwarnsystem zur Vermeidung von Fehlern eingeführt: das Critical Incident Reporting System, kurz CIRS. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aufgerufen, Beinah-Ereignisse (critical incidents) und mögliche Fehlerquellen in den Kliniken zu melden, damit deren Ursache abgestellt werden kann – bevor etwas passiert. Als eine Konsequenz aus den CIRS-Meldungen erhalten beispielsweise inzwischen die stationären Patienten im Krankenhaus Bad Arolsen Armbändchen zur sicheren Identifikation.

Der strukturierte Prozess vom Erkennen bis zum Beseitigen eines Problems hat seine modernen Wurzeln in der Fliegerei und nennt sich Risikomanagement. Das hierdurch bedingte mittlerweile sehr hohe Qualitätsniveau der Fluggesellschaften in Bezug auf die Flugsicherheit nahmen angelsächsische Länder zum Anlass, Risikomanagementsysteme auch im Gesundheitssystem zu installieren. Ein wichtiges Werkzeug eines klinischen Risikomanagements ist CIRS als Meldesystem von Beinahe-Fehlern. Die Kreisklinik Wolfhagen war innerhalb der Gesundheit Nordhessen das Pilotprojekt bei der CIRS-Einführung, seit Ende vorigen Jahres läuft auch im Krankenhaus Bad Arolsen das Meldesystem. „Damit haben wir im Interesse der Patientensicherheit unser Qualitätsmanagement weiter ausgebaut“, so Geschäftsführer Manfred Schweitzer.

Die CIRS-Meldung können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Bereiche einfach auf einem Vordruck im Intranet der Klinik eingeben. Die Meldungen erfolgen anonym, denn es geht nicht um Sanktionierung, sondern um die Vermeidung von Fehlern. Das gemeldete Beinah-Ereignis geht an die Qualitätsbeauftragte Kathy Mehler. Sie entscheidet, ob das Problem sofort bearbeitet werden muss oder auf die Tagesordnung der nächsten CIRS-Arbeitsgruppe kommt. Die Arbeitsgruppe, die sich alle zwei Wochen trifft, arbeitet eng mit der Krankenhausleitung zusammen, um bei Bedarf kurzfristig über Maßnahmen entscheiden zu können.

Als einen Schwerpunkt der bisherigen Meldungen nennt Pflegedirektor Helmut Zeilfelder eine sichere Patientenidentifikation. Beispielsweise habe sich beim Aufruf zum Röntgen der falsche Patient gemeldet, was die Röntgenassistentin aber bei der erneuten Namenskontrolle rechtzeitig bemerkt habe. Als Konsequenz daraus hat das Krankenhaus Bad Arolsen die mit Namen versehenen Armbändchen für alle stationären Patienten eingeführt. Das Tragen des Armbändchens ist freiwillig, bei der Aufnahme werden die Patienten nach ihrem Einverständnis gefragt. „Damit haben wir zusätzlich zur Identifikation durch das Personal einen weiteren Schutz gegen die Gefahr einer Patientenverwechslung eingebaut“, so Zeilfelder.

Wichtig für ein effektives CIRS-System ist die Mitwirkung aller Beschäftigten, welche Beinahe-Ereignisse und mögliche Fehlerquellen im Betrieb erkennen und melden. Daher ging CIRS mit einer Auftaktveranstaltung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Start. In Besprechungen wird regelmäßig auf CIRS hingewiesen, um kontinuierlich zur Meldung von Beinah-Fehlern zu motivieren. „Nur wenn wir offensiv mit kritischen Vorkommnissen umgehen, können wir daraus für die Zukunft lernen“, so Ärztlicher Direktor Walter Knüppel abschließend.

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