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In schwierigen Zeiten gut aufgestellt

Kassel, 9. Juni 2009. Die Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH) hat 2008 ihre Position auf dem Gesundheitsmarkt weiter gefestigt. Sie konnte den Umsatz erneut um fast 5 Prozent auf jetzt 273 Mio. Euro steigern und das Ergebnis weiter verbessern. Dies ist zu großen Teilen durch gute Leistungsdaten sowie den Gehaltsverzicht der nicht-ärztlichen und außertariflich Beschäftigten bedingt.
 
Die wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser blieb auch 2008 angespannt. Während sich Bund und Länder nach Ende der Konvergenzphase noch nicht auf ein gemeinsames tragfähiges Konzept zur zukünftigen Krankenhausfinanzierung einigen konnten, kämpfen viele Krankenhäuser angesichts des schärferen Wettbewerbs, stagnierender oder gar rückläufiger Budgets und überproportionaler Kostensteigerungen um ihren Bestand. Beispielsweise sind für 2008/2009 Personalkostensteigerungen von fast acht Prozent zu verkraften. Für die Gesundheit Nordhessen mit ihren 4.650 Beschäftigten schlagen allein die Tarifabschlüsse für die beiden Jahre mit fast zwölf Mio. Euro zusätzlichen Kosten zu Buche.

„Angesichts der schwierigen und teilweise unwägbaren Rahmenbedingungen können wir durchaus von einem erfolgreichen Jahresabschluss 2008 sprechen“, so der Vorstandsvorsitzende der Gesundheit Nordhessen Holding AG, Dr. Gerhard M. Sontheimer. Das Ergebnis der GNH AG konnte wie geplant weiter verbessert werden auf –1,199 Mio. Euro (2007: -1,929 Mio., 2006: -2,25 Mio. Euro). Das Ergebnis wird 2008 letztmalig durch Firmenwertabschreibungen für die Kreiskliniken Kassel in Höhe von rund 2,4 Mio. Euro belastet. Im konsolidierten Konzernabschluss wurde durch Änderungen im Steuerrecht jedoch ein Jahresfehlbetrag von –2,298 Mio. (Vorjahr 1,165 Mio.) ausgewiesen.

Gemäß dem Besonderen Tarifvertrag zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit verzichten die nicht-ärztlichen und außertariflich Beschäftigten in den Jahren 2007 bis 2015 auf vier bis sechs Prozent ihres Gehaltes. Im Gegenzug sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen und es wird der Verbleib in kommunaler Trägerschaft zugesichert. Im Besonderen Tarifvertrag ist zudem festgelegt, dass Überschüsse an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgezahlt werden, wenn das Jahresergebnis ohne Firmenwertabschreibung für die Kreiskliniken positiv ist. Für 2008 wurden 3,61 Mio. Euro zurückgezahlt, wobei die Höhe der anteiligen Rückzahlung in den einzelnen Unternehmen unterschiedlich hoch ist (durchschnittlich 3 Prozent). Sie wird anhand einer Regelung im Besonderen Tarifvertrag berechnet, die das Jahresergebnis der Holding und des jeweiligen Einzelunternehmens berücksichtigt. Sontheimer betonte, dass auch 2008 - wie bereits 2007 – noch kein Cent aus dem Gehaltsverzicht in das Neubauprojekt am Klinikum geflossen sei, sondern ausschließlich für das operative Geschäft benötigt werde.

Über drei Viertel des Umsatzes der GNH entfallen auf den Krankenhausbereich, in dem die Zusammenarbeit zwischen den Kliniken durch medizinische Fachgruppen und Führungskräfteworkshops intensiviert wurde. Darüber hinaus wurden neue Leistungsangebote in den peripheren Krankenhäusern etabliert, beispielsweise Bandscheibenoperationen in der Praxis an der Kreisklinik Hofgeismar und der weitere Ausbau der Kardiologie in Bad Arolsen. Bei in etwa gleichgebliebener Zahl der stationären Patientinnen und Patienten (65.820) erhöhte sich die sogenannte Fallschwere, d.h. die Komplexität der behandelten Erkrankungen. Diese Steigerung wird strategisch angestrebt, da leichtere Krankenhausfälle in den nächsten Jahren zunehmend in die ambulante Versorgung wechseln werden.

Das Krankenhaussegment erzielte 2008 insgesamt ein Ergebnis von –273.000 Euro. Die Klinikum Kassel GmbH inklusive Kinderkrankenhaus Park Schönfeld und Zentrum für medizinische Versorgung schließt vor Ergebnisabführung an die GNH mit einem Überschuss von 1,958 Mio. Euro ab. Das Krankenhaus Bad Arolsen kam auf einen Überschuss von 5800 Euro, die Kreiskliniken Kassel schlossen mit einem Fehlbetrag von 2,26 Mio. Euro ab, hervorgerufen durch die Firmenwertabschreibung.

Bei der Seniorenwohnanlagen (SWA) Kassel GmbH verringerte sich der Jahresüberschuss auf 19.300 Euro, bedingt durch steigende Personalkosten und gleichbleibende Leistungszahlen bei starkem Wettbewerbsdruck. In der ambulanten Rehabilitation konnten steigende Kosten 2008 noch nicht durch neue Leistungen refinanziert werden, so dass ein Fehlbetrag von 377.500 Euro auszuweisen ist. Die Wirtschaftsdienste schlossen nahezu unverändert mit einem Fehlbetrag von 1,314 Mio. Euro ab.

Die Zahl der Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt erhöhte sich wegen erweiterter Aufgaben um 0,5 Prozent auf 2.967. Als Beispiele für zusätzliche Angebote nannte Sontheimer die Bildung der kinderonkologischen Klinik am Klinikum im Mai 2008, die Gründung des Tumorzentrums Kassel sowie den Ausbau der stationären Psychosomatik. Die Vollzeitstellen verteilen sich auf rund 4.650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter über 360 Ausbildungsplätze. 

Als ein herausragendes Projekt des Jahres 2008 nannte der Vorstandsvorsitzende die Umsetzung der Zielplanung im Klinikum Kassel, die gut im Kostenrahmen liege. Ende des Jahres sollen die Arbeiten an der zentralen Notaufnahme abgeschlossen sein, so dass es ab 2010 im Klinikum nur noch eine Anlaufstelle für Notfallpatienten geben werde. Für die neue Frau-, Mutter- und Kindklinik liefen derzeit die Gründungsarbeiten.

Zur weiteren Ausschöpfung der Vorteile des Unternehmensverbundes bleibt es nach den Worten Sontheimers das Ziel, das Einzugsgebiet durch den Erwerb weiterer Krankenhäuser zu vergrößern. Daher hat sich die GNH 2008 am Bieterverfahren zur Veräußerung der beiden Krankenhäuser des Werra-Meißner-Kreises beteiligt. Nach einem aufwändigen Prozess konnte sich die Gesundheit Nordhessen gegen die Angebote mehrerer privater Krankenhauskonzerne durchsetzen. Der Zusammenschluss wird derzeit vom Kartellamt geprüft.

Für 2009 bringt das Krankenhausfinanzierungsreformgesetz erhebliche Änderungen für die Kliniken mit sich. So endet die Konvergenzphase, also die Angleichung der individuellen Basisfallwerte der Krankenhäuser an den Landesbasisfallwert nicht -  wie ursprünglich geplant – 2009, sondern erst 2010. In der Gesundheit Nordhessen werden die Erlöse in 2009 durch diesen Effekt um rund 2,4 Mio. Euro abgesenkt, davon allein 1,7 Mio.  Euro im Klinikum Kassel, rechnete Sontheimer vor. Die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise werden erst 2010/2011 voll auf die Krankenhäuser durchschlagen, da sich die Veränderungsrate (Betrag, um den das Budget einer Klinik im jeweiligen Jahr steigen darf) mit Verzögerung den sinkenden Beitragseinnahmen der Krankenkassen anpasst.  Unklar sei auch noch, wie sich der Orientierungswert berechne, der künftig die Veränderungsrate ablöse und die branchenspezifische Entwicklung abbilden solle.

 
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