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Nervenfunktionen während der OP überwachen

Kassel, 13. November 2008. Ein neues, hochmodernes Gerät für das Neuromonitoring während einer Operation nutzt seit kurzem das Neurozentrum des Klinikum Kassel. Unter „intraoperativem Neuromonitoring“ versteht man die kontinuierliche Überwachung von Nervenfunktionen während einer Operation, um eine eventuelle drohende Schädigung frühestmöglich zu erkennen und zu vermeiden. Für die Patienten bringt intraoperatives Neuromonitoring somit einen zusätzlichen Schutz vor Komplikationen.

„Mit Hilfe des Neuromonitoring können wir bei den narkotisierten Patienten permanent die Nervenbahnen überwachen, die bei einem Eingriff gefährdet sein könnten“, so Prof. Dr. Wolfgang Deinsberger, Direktor der Klinik für Neurochirurgie im Klinikum Kassel. Eine drohende Nervenschädigung deute sich im Vorfeld durch eine eingeschränkte Funktion der Nervenbahnen an. Der Operateur erhalte beim Neuromonitoring eine kontinuierliche Rückmeldung über die Funktion des operierten Gebietes und werde gewarnt, bevor tatsächlich ein Schaden an den Nerven entstehe. Deinsberger: „Mit einer entsprechenden Anpassung der Operationsstrategie kann die größtmögliche Schonung wichtiger Hirn und Nervenstrukturen gewährleistet werden.“

Als typisches Beispiel für den Einsatz von Neuromonitoring nennt Deinsberger die Opera-tion von Akustikusneurinomen, das sind gutartige Tumoren des Hör- und Gleichgewichtsnervs, die oft den Gesichtsnerv beeinträchtigen. Dabei wird während der Operation die Hörfunktion und die Funktion der Gesichtsmuskeln überwacht. Weiteres Einsatzgebiet ist die operative Behandlung einer Trigeminus-Neuralgie – einer Hirnnerven-Schädigung, die zu heftigen Gesichtsschmerzen führt. Dabei zählt die Minderung oder gar der Verlust des Hörvermögens zu den häufigsten Komplikationen, die sich mit Hilfe des Neuromonitorings weitestgehend vermeiden lassen.
Bei Tumoren und/oder Gefäßmissbildungen am Hirnstamm sowie Tumoren am Übergang vom Schädel zum Nacken, wo sich die Schlucknerven befinden, ist nach Deinsbergers Worten Neuromonitoring ebenfalls sinnvoll.

Das intraoperative Neuromonitoring erfolgt in Zusammenarbeit verschiedener Diszipli-nen: Neben den Neurochirurgen sind Medizinisch-technische Assistentinnen der Klinik für Neurologie beteiligt sowie Anästhesisten. In das neue Gerät, das speziell für intraoperatives Neuromonitoring konstruiert wurde, hat das Klinikum rund 75.000 Euro investiert.

Das Neurozentrum im Klinikum Kassel ist auf die Diagnose und Behandlung von allen Erkrankungen der Nerven, der Muskeln und des Gehirns spezialisiert. Fünf Abteilungen des Klinikums arbeiten dabei Hand in Hand, um die Patientinnen und Patienten umfassend und auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu behandeln: Neurologie mit Schlaganfall-Spezialstation, Kinderneurologie mit Sozialpädiatrischem Zentrum, Neurochirurgie, Neuropathologie und Neuroradiologie.


 

 
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