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Bild: Gesundheitsforum

 

„Der Beruf Arzt - Spitzenmedizin zum Pauschalpreis“.

1. Kasseler Gesundheitsforum - eine gelungene Premiere

Lässt sich trotz der schwierigen finanziellen Bedingungen im Gesundheitswesen eine hochwertige medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen? Wie ändert sich der Arztberuf in den kommenden Jahren? Um diese und andere Fragen ging es beim 1. Kasseler Gesundheitsforum mit dem Titel „Der Beruf Arzt - Spitzenmedizin zum Pauschalpreis“. Deutlich wurde erneut: Die Qualität der Behandlung ist der ausschlaggebende Faktor für die Zukunft von medizinischen Einrichtungen.

Wenn die Qualität stimme, stelle sich auch der wirtschaftliche Erfolg ein, betonte Prof. Dr. Jörg F. Debatin, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) in Hamburg. Medizinische Qualität und Wirtschaftlichkeit seien zwei Seiten der gleichen Medaille, wie er an verschiedenen Beispielen aus dem UKE zeigte. Krankenhäuser sollten sich davon verabschieden, „alles zu können und alles zu machen“. Vielmehr müssten sie ihre Leistungen mit höherer Qualität erbringen als andere Kliniken und anderenfalls bereit sein, Bereiche aufzugeben.

Einige der vielen Wandlungen, die heute den Arztberuf treffen, skizzierte Dr. Frank Hörmann von der Initiative für eine private Medizinhochschule in Berlin. Jeder Arzt müsse heutzutage auch ein Stück weit Ökonom sein, noch mehr Augenmerk auf kontinuierliche Weiterbildung und Qualitätsnachweise legen. Es werde neue Berufsbilder geben, Aufgaben der Ärzte würden teilweise verlagert. Die Zeiten, in denen Ärzte in der Regel nur die Wahl zwischen einer Tätigkeit in der eigenen Praxis oder in der Klinik hatten, sind ohnehin passé.

Heute ist dank Gesetzesänderungen beides gleichzeitig möglich. Auch bei Zeitarbeitsfirmen werden Ärzte zunehmend tätig sein, in Skandinavien sei der Einsatz von Leihärzten gängige Praxis, berichtete Moderator Dr. Uwe K. Preusker. „Für die Arbeitgeber ist das nicht billiger, aber es ermöglicht Kontinuität in ansonsten unterversorgten Bereichen.“ Nicht zuletzt die technische Entwicklung beeinflusst zunehmend den Arztberuf, Telemedizin wird an Bedeutung gewinnen. Die Befundung beispielsweise von Röntgenbildern erfolgt nicht mehr vor Ort im Krankenhaus, sondern in Zentren - eventuell auch in anderen Ländern. So überlegt man in Schweden, Befundungen in Australien vornehmen zu lassen, wenn in Schweden gerade kein Arzt im Dienst ist.

Dass die Ausbildung der Mediziner den heutigen Anforderungen an den Arztberuf nicht gerecht werde, wurde mehrfach angesprochen. Das beginnt schon mit dem Studium: Der Numerus clausus entscheide über die Zulassung, es gebe keinen Eignungstest, meinte Dr. Peter Hinz von der Chirurgischen Universitätsklinik Greifswald. Er stellte einen Vergleich mit Piloten an, die im Vorfeld und im Laufe ihrer Berufstätigkeit auf Stress, Belastbarkeit, Gesundheit geprüft würden.
Prof. Jörg Debatin steuerte ein weiteres Beispiel bei: Die angehenden Mediziner würden nicht darauf vorbereitet, dass sie später sowohl eigenständig Entscheidungen treffen als auch im Team arbeiten müssten.

Viele weitere interessante Aspekte wurden an diesem Abend angesprochen, der Lust auf das 2. Kasseler Gesundheitsforum machte.

 
Referenten
Dr. Gerhard M. Sontheimer

Vorstands-
vorsitzender
Gesundheit Nordhessen
Holding AG
 
Begrüßung

Dr. Peter Hinz

Leitender Oberarzt
Chirurgie
Universität Greifswald

Pilot

"Was können Chirurgen von Piloten lernen?" 

Dr. Frank Hörmann

Geschäftsführer
Klinikum Frankfurt (Oder) GmbH 

"Der Arztberuf im Jahr 2015"
Prof. Dr. Jörg F. Debatin

Ärztlicher Direktor
Universitäts-
klinikum Hamburg-Eppendorf

"Medizinische Qualität und Wirtschaftlichkeit - zwei Seiten der gleichen Medaille"
Moderation
Dr. Uwe K. Preusker

Berater und Journalist im Gesundheitswesen