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Wenn Patienten wieder atmen lernen

Bad Arolsen, 19. Juni 2008. Das Krankenhaus Bad Arolsen hat eine Weaning-Station eingerichtet. Dort unterstützen Lungenfachleute die Patienten dabei, sich nach einer langen Zeit der künstlichen Beatmung wieder an das eigenständige Atmen zu gewöhnen.

Immer wieder kommt es vor, dass schwer kranke Patienten nach einer Operation oder einem Unfall aus der Narkose nur mühsam erwachen, weil die Kraft der Atmung fehlt. Dies umso häufiger, je mehr Vorerkrankungen des Herzens und der Lunge bei dem Patienten vorliegen. Die für das Atmen notwendigen Muskeln sind durch die künstliche Beatmung während der Narkose so weit geschwächt, dass sie erst wieder trainiert werden müssen.
An dieser Stelle setzt weaning (= englisch für Entwöhnung) an. Mit modernen, kleinen Beatmungsgeräten kann die Atmung so weit unterstützt werden, dass die Betroffenen nach und nach wieder das eigene Atmen lernen. Hierbei handelt es sich um einen mehrere Tage bis wenige Wochen dauernden, durch Krankengymnastik, pflegerische Maßnahmen und ärztliche Betreuung begleiteten Prozess. Gelegentlich ist dabei notwendig, einen kleinen Luftröhrenschnitt durchzuführen, um es dem Patienten unter Fortsetzung der Beatmung zu ermöglichen, ihn früher aus dem künstlichen Schlaf wach werden zu lassen.
Ziel der weiteren Behandlung ist, so zügig wie möglich die vollständige eigene Atmung  und damit Wohlbefinden und Unabhängigkeit wiederherzustellen. Hierzu ist die fachliche Mitbetreuung von allen Berufsgruppen auf der Weaning-Station gefordert.

Eine langsame Gewöhnung an das selbständige Atmen kann nicht nur nach einer Narkose notwendig sein, sondern auch, wenn Patienten aus anderen Gründen beatmungspflichtig werden. Dies könne beispielsweise bei einer schweren Störung der Atmungsorgane im Rahmen eines Infektes der Fall sein, erläutert Chefarzt Walter Knüppel, Leiter der Weaning-Station. Dann wird der Patient unter intensiver ärztlicher und pflegerischer Betreuung ggf. über die Anlage einer Sonde in der Luftröhre (Trachealsonde) zunächst mit einem Beatmungs-Gerät unterstützt, bis er aus eigener Kraft wieder vollständig Luft holen kann.
Mit der Einrichtung der Weaning-Station stärke das Krankenhaus Bad Arolsen seinen Schwerpunkt Lungenerkrankungen/Schlafmedizin noch weiter, sagte Geschäftsführer Manfred Schweitzer. Chefarzt Walter Knüppel habe als Internist, Lungenfacharzt und Schlafmediziner in den vergangenen Jahren die Abteilung für Schlaf- und Beatmungsmedizin aufgebaut. Mit seinem Team aus Fachärzten, speziell geschultem Pflegepersonal, Krankengymnasten und Atemtherapeuten sowie modernster technischer Ausstattung führe er nun die Weaning-Station. Bei Operationen kooperiert die Chirurgische Abteilung des Krankenhauses zudem seit vorigem Jahr mit der Thoraxchirurgie des Klinikum Kassel.

Das Bad Arolser Krankenhaus nimmt auf der Weaning-Station auch Patienten aus anderen nordhessischen Kliniken auf, die über diese Möglichkeiten und Spezialisierung nicht verfügen.

Information: Chefarzt Walter Knüppel, Tel. 05691-800-161 

 
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