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Wie die HNA mit Fakten umgeht

Kassel, 1. Oktober 2007. Wenn man die HNA-Berichterstattung der vergangenen Wochen und Monate zum Thema Gesundheit Nordhessen und Klinikum Kassel liest, entsteht der Eindruck, am Möncheberg herrsche nur noch Chaos und Krisenstimmung. Diejenigen, die die Tatsachen kennen und jeden Tag in die HNA blicken, reiben sich verwundert die Augen. Und ärgern sich darüber, dass „ihr“ Klinikum von der Presse konsequent „schlechtgeschrieben“ wird.

Betrachten wir einmal die Berichterstattung der HNA vom 29.9.2007 mit dem Titel „Klinikum droht Abstieg“ und den Kommentar „In die Krise geführt“ von Tibor Pézsa. Darin werden folgende Tatsachen behauptet, oder - weil teilweise in den Mund Dritter gelegt - zumindest als Fakten suggeriert:

HNA:
In wichtigen Fachbereichen gibt es ärztliche Vakanzen (Einer „tollen Mannschaft“ laufen „die besten Spieler davon“, es „droht der Abstieg“. Genannt werden die Psychiatrie, Handchirurgie, Kinderonkologie und Pathologie, „demnächst müssen auch Nachfolger für Spitzenpositionen in Gastroenterologie und HNO-Klinik gefunden werden“.

Die Fakten:
Die Psychiatrie ist mit Dr. Kipp bestens besetzt und es gibt keinen Druck zur schnellen Nachbesetzung. Diese wird aber im Jahr 2008 erfolgen. In der Handchirurgie und der Kinderonkologie gibt es bislang gar keine Chefarztpositionen, diese werden erst neu geschaffen, derzeit werden die Funktionen von Oberärzten wahrgenommen. Die Personalauswahl dafür ist im Gange, sie dauert erfahrungsgemäß aber sechs bis zwölf Monate.

Die Positionen Gastroenterologie und HNO werden überhaupt erst im zweiten Halbjahr 2008 vakant. Eine Nachbesetzung ist bislang noch nicht einmal ausgeschrieben, eine Krisenstimmung daher absolut unverständlich.

Die Positionen Pathologie und Labormedizin wurden gerade besetzt. An der Pathologie zeigt sich, dass in einer vom Vorstand als skandalös empfundenen Weise ein Nachfolger, noch bevor er überhaupt da ist, schon schlecht gemacht wird. Dass es Nachbesetzungen gibt, wie Dr. Reuner in der Labormedizin, wird nicht erwähnt.

HNA:
Die Schlichtung geht in eine weitere Runde. „Im Konflikt zwischen dem Vorstandschef der GNH, Dr. Gerhard Sontheimer, und den Chefärzten des Klinikums ist noch immer kein Ende in Sicht“

Die Fakten:
Der Vorstand hat mit der verdi einen Zukunftssicherungstarifvertrag geschlossen, der eine Absenkung der Löhne und Gehälter von bis zu 6% vorsieht. Eine gleichwertige Vereinbarung mit den Chefärzten, AT-Ärzten und tariflichen Ärzten kam seit Anfang 2007 nicht zustande, alle übrigen AT-Angestellten und der Vorstand haben aber bereits freiwillig auf einen Teil ihrer Vergütung verzichtet.

Seit März verhandelt nun der Vorstand mit Prof. Effert und Prof. Tryba unter Beteiligung von Prof. Krasney, der auf Wunsch der Chefärzte hinzugezogen wurde, über einen entsprechenden Gehaltsverzicht und weitere Punkte. In dieser Verhandlungsrunde wurde im September eine Regelung vereinbart, die Prof. Effert und Tryba auch für sich selbst unterzeichnet haben. Es ist ihnen aber bislang nicht gelungen, die anderen Kollegen davon zu überzeugen, ebenfalls das Papier zu unterzeichnen.

Dass nun noch einmal die Kritikpunkte der Chefärzte und AT-Ärzte diskutiert werden, ist eigentlich selbstverständlich. Dies gilt auch dafür, dass Prof. Krasney die Gelegenheit gegeben wird, das Papier in der Runde der Chefärzte vorzustellen und die Inhalte darzulegen, was bislang nicht möglich war. Es gab allerdings positive Signale von den Chefärzten, nämlich, dass es nicht mehr prinzipiell um die Frage des Gehaltsverzichts ginge, sondern nur noch um Details des „gesteigerten Einflusses“, den die Ärzte auf das Unternehmen haben wollen.

HNA:
„Ungelöst ist die Frage der Einstufung und Bezahlung der Oberärzte“

Die Fakten:
Die GNH setzt den Tarifvertrag zwischen kommunalem Arbeitgeberverband und Marburger Bund um. Darin ist geregelt, welcher tariflich bezahlte Oberarzt in Entgeltgruppe III einzugruppieren ist. Die Geschäftsführung hat mit den Chefärzten Einzelgespräche geführt, solche Positionen, die eine Eingruppierung in Entgeltgruppe III rechtfertigen, zum Teil neu zu schaffen. Dies ist aber nicht immer möglich und gewünscht, da sie weitgehende medizinische Freiheiten für die Oberärzte voraussetzen und auslösen.

Weiter zu beachten ist: Das Klinikum Kassel zahlt in weit höherem Masse als andere vergleichbare Häuser Überstunden aus. Bezieht man die Leitenden Oberärzte ein, sind von den 92 Oberärzten 32 in den Entgeltgruppen III und IV eingruppiert oder haben eine Vergütung oberhalb von Entgeltgruppe IV.
Dies ändert nichts an der Tatsache, dass immer wieder qualifizierte Oberärzte das Haus verlassen, um Chefarztpositionen anzunehmen oder in die Niederlassung zu gehen. Im Jahr 2006 war aber die Fluktuation bei den Ärzten geringer als im Jahr 2005 und damals geringer als im Jahr 2004. Das weiß übrigens auch die HNA.

HNA:
„Die Patienten wenden sich mit Grauen ab“ (Kommentar Ketteritzsch vom 31.5.2007). „In die Krise geführt“ (Kommentar Pézsa vom 29.9.2007)

Die Fakten
Alle Häuser der GNH liegen derzeit deutlich über Plan, was Fallzahlen und Geschäftsergebnis betrifft. Uns geht es wirtschaftlich gut! Und unsere Patienten kommen nach wie vor in unsere Krankenhäuser, weil die Versorgung hervorragend und unsere Mitarbeiter engagiert sind – und die glauben dankenswerterweise wohl nicht alles, was in der HNA steht.

HNA:
„Die (die Chefärzte) reden nur noch mit einem Rechtsanwalt mit dem Vorstand. Dieser antwortet dann durch die neu angestellte Arbeitsrechtlerin“.

Die Fakten:
Auch wenn die HNA diese Worte von einem „führenden Mediziner am Möncheberg“ erfahren haben will, reden die Chefärzte selbstverständlich nach wie vor mit Geschäftsführung und Vorstand selbst. Auch wurde keine Arbeitsrechtlerin neu angestellt. Die Justitiarin der Holding  bearbeitet wie ihre Vorgängerin verschiedene Themenbereiche, darunter auch Arbeitsrecht.
An alle Chefarztnachbesetzungen der letzten Jahre - mit Ausnahme der Pathologie aus nachvollziehbaren Gründen - wurden entgegen der Berichterstattung der HNA unter Beteiligung von mehreren Vertretern der Chefärzte - und alle auch im Einvernehmen - durchgeführt.

Die von der Politik ausgelösten Veränderungen im Gesundheitswesen (Fallpauschalen) und Budgetkürzungen (0,5% Rechnungsabzug ab 1.1.2007) haben den Wettbewerb unter den Krankenhäusern extrem verschärft. Die überwiegend berechtigten Forderungen des Personals nach Gehaltserhöhungen bringen die deutschen Krankenhäuser an den Rand ihrer Existenz. Schnelle und konsequente Umstrukturierungen, geänderte Betriebsabläufe, neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen sind überlebensnotwendig. Nicht jeder Mitarbeiter ist dem erforderlichen Veränderungsprozess gegenüber gleicht gut aufgeschlossen.

Das Klinikum Kassel hat mit dem begonnenen Bauprojekt - das der Aufsichtsrat beschlossen hat, nicht der Vorstand! - und den Investitionen von 121,3 Mio. Euro bis zum Jahr 2011 eine einmalige Chance, die Infrastruktur auf modernsten Stand zu bringen und ganz neue Arbeits- und Behandlungsformen einzuführen. Das wird nicht ganz reibungslos gehen, ist aber alternativlos.

Trotz, oder vielleicht gerade wegen, allen Diskussionen und Verhandlungen befindet sich das Klinikum und die GNH auf dem besten Weg. Und das von Herrn Pézsa immer wieder eingeforderte „medizinische Konzept“ existiert und wird kontinuierlich angepasst und weiterentwickelt. Vielleicht ist die gute Wirtschaftslage der GNH-Krankenhäuser ja gerade darauf zurück zu führen.

 
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