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Einfluss wird erweitert

Kassel, 26. September 2007. Der Vorstand der Gesundheit Nordhessen Holding AG, Dr. Gerhard M. Sontheimer, erhielt heute mehrere Fragen der örtlichen Zeitung HNA, die wir im Folgenden mit den Antworten von Herrn Dr. Sontheimer veröffentlichen.

Frage 1:
Die Geschäftsführung (GF) des Klinikums besteht derzeit aus Herrn Schwarz (Kfm), Frau Hogrebe-Flake (Pflegedienstleitung) und Herrn Prof. Effert. Damit sind die Chefärzte mit einem gewählten Vertreter in der Klinikum Kassel GmbH Geschäftsführung vertreten. Mit dieser Konstellation hatten die Chefärzte immer Informationen aus den GF-Sitzungen, und ihr Fachwissen konnte bisher zum Wohl des Klinikums abgerufen werden. Nun ist offenbar nach Ablauf der Amtszeit von Prof. Effert geplant, den ärztlichen GF nicht mehr durch den von den Chefärzten gewählten ärztlichen Direktor zu bestimmen. Stattdessen wird Herr Dr. Sontheimer wahrscheinlich einen selbst bestimmten ärztlichen GF in die GNH Holding berufen. Damit wären die Chefärzte  von jeder Information abgeschnitten. Die Vorschlagsmöglichkeit der Chefarztkonferenz für diesen ärztlichen GF erscheint als reine Makulatur, weil sich der GNH-Vorstand darüber problemlos hinwegsetzen kann.
Warum will der GNH-Vorstand den Einfluss der Chefärzte beschränken?

Dr. Sontheimer: Die Frage enthält eine Vielzahl von falschen Tatsachen, daher zunächst einige Richtigstellungen zu den Behauptungen der Frageneinleitung:

1. Zur Geschäftsführung des Klinikums gehört auch Arbeitsdirektorin Birgit Dilchert. Die Klinikum Kassel GmbH hat vier Geschäftsführer.

2. Der Geschäftsführung gehört seit der Klinikum Kassel GmbH-Gründung im Jahr 2002 ein "ärztlicher Geschäftsführer" an. Dies bedeutete damals eine Erweiterung des ärztlichen Einflusses, da es zuvor nur einen Ärztlichen Direktor gab, der als Mitglied der Klinikumsleitung "unterhalb" des Geschäftsführers angesiedelt war. Die Wahl eines Ärztlichen Direktors durch die Chefärzte ist seit 2002 deshalb nicht mehr in der Geschäftsordnung des Klinikums enthalten.

Der ärztliche Geschäftsführer wird nicht durch die Chefärzte gewählt, sondern durch den Aufsichtsrat. Er ist nicht Interessensvertreter der Chefärzte, er ist als Geschäftsführer Organmitglied der Gesellschaft und muss die Interessen der Gesellschaft und aller Beschäftigten berücksichtigen. Vertrauliche Informationen der nichtöffentlichen Geschäftsführungssitzungen darf er den Chefarztkollegen nicht zur Verfügung stellen.

3. Es ist in keiner Weise festgelegt oder beabsichtigt, dass künftig kein Chefarzt mehr in der Geschäftsführung vertreten sein wird.

Zur eigentlichen Frage:
Es kann keine Rede davon sein, dass der GNH-Vorstand den Einfluss der Chefärzte beschränken will, das Gegenteil ist der Fall. Der ärztliche Geschäftsführer wird zukünftig wie zuvor vom Aufsichtsrat gewählt. Eine Beteiligung der Chefärzte war in der Vergangenheit nicht vorgesehen. Für den Fall eines hauptamtlichen ärztlichen Geschäftsführers oder einer externen Besetzung - wie in anderen Häusern der Maximalversorgung durchaus nicht unüblich - wäre dies wohl auch extrem problematisch.

Im Hinblick auf einen gewünschten erweiterten Einfluss der Ärzte haben die Verhandlungsführer nun folgendes gefordert, was in dem geeinten Entwurf auch festgehalten ist:

a) Unabhängig von der Bestellung eines ärztlichen Geschäftsführers wählen die Chefärzte einen Sprecher mit dem Titel "Ärztlicher Direktor". Er kann, muss aber nicht identisch sein mit dem ärztlichen Geschäftsführer. Er erhält definierte Rechte gegenüber Vorstand und ärztlichem Geschäftsführer, falls dort nicht Personenidentität herrscht.

b) Für die Wahl des "ärztlichen Geschäftsführers" erhalten die Chefärzte ein Vorschlagsrecht. Darüber kann sich auch der GNH-Vorstand nicht problemlos hinwegsetzen, vielmehr muss er laut der verhandelten Vereinbarung den Aufsichtsrat über einen anderslautenden Vorschlag der Chefärzte informieren, wenn er selbst einen anderen Bewerber vorschlagen möchte.


Frage 2:
Die Chefärzte sind keine Gewerkschaft mit Verhandlungsführern. Jeder hat einen außertariflichen Vertrag. Der Praktikabilität halber haben Prof. Effert und Prof. Tryba versucht, die Chefärzte-Positionen zu verhandeln. Ein Mandat haben sie aber offenbar nicht.
Warum hat die GNH das Ergebnis der Gespräche mit den Professoren Tryba und Effert bereits als Einigung gewertet und an die Presse herangetragen, wenn letztlich jeder der AT-Verträgler für sich entscheiden muss?

Dr. Sontheimer: Die Vorgehensweise der Verhandlungen war in der Chefarztrunde geeint. Es bestand also ein "Verhandlungsmandat" für Profs. Effert und Tryba. Dass es für Individualverträge aber kein Mandat für den verbindlichen „Vertragsschluss" geben kann, ergibt sich aus dem Status des außertariflich Angestellten (AT).

Unsere Pressemitteilung vom 17. September sagt aus, dass die Gespräche abgeschlossen sind und dass das Ergebnis nun den anderen Chefärzten vorgelegt wird. Genau dies ist der Fall, von einer Einigung oder gar einem Erfolg ist nicht die Rede. Nachdem die HNA mehrfach über den Stand der so genannten "Schlichtung" berichtet hatte, kann der Gesellschaft jetzt wohl nicht im Ernst ein Vorwurf daraus gemacht werden, über den Abschluss der Gespräche unter Moderation von Prof. Krasney informiert zu haben.


Frage 3:
Die Besetzung von ärztlichen Führungspositionen der GNH ist offenbar sehr schwierig geworden. Weder die Psychiatrie (Nachfolge Kipp), noch die Handchirurgie (Nachfolge Haferkamp), noch die kinderonkologische Versorgung in Kassel, noch die allgemeine Pathologie sind bis heute erfolgreich besetzt worden. In der nächsten Zeit sind Gastroenterologie (Nachfolge
Pausch) und HNO (Nachfolge Schröder) zu besetzen: zwei wichtige "Erlöskliniken".
Wäre es nicht gerade mit Blick darauf angezeigt, das Chefarztgremium und den Ärztlichen Direktor einzubinden und besonders auch bei den anstehenden Besetzungen hinzuzuziehen?

Dr. Sontheimer: Bereits die Einleitung der Frage ist wieder eine Behauptung von Tatsachen, die falsch sind:

a) Die Handchirurgie ist bislang eine Oberarztposition, keine Chefarztposition.
b) Eine Chefarztposition für pädiatrische Onkologie gibt es bislang nicht.
c) An allen Chefarzt-Besetzungen der Vergangenheit waren mehrere Chefärzte und der Ärztliche Greschäftsführer beteiligt (s.u.)

Zur Frage:
Die Besetzung von Führungspositionen ist nicht "schwierig geworden", für jede Position standen vielmehr mehrere Bewerber zur Verfügung. Im Hinblick auf den Anspruch des Klinikums, Maximalversorger auf universitärem Niveau, aber ohne Universitäts-Status, zu sein, sind die Anforderungen des Klinikums an potentielle Chefärzte allerdings unverändert hoch. Ein Auswahlprozess dauert in der Regel auch bis zu einem Jahr.

Gegenwärtig finden zahlreiche Sitzungen von Auswahlkommissionen statt. Schwierig gestaltet sich lediglich die Besetzung des Postens des Chefarztes für Kinderonkologie, den wir als neue Position zur Stärkung der Kinderonkologie schaffen wollen. Dies war abzusehen, da durch die neuen bundesweiten Vorgaben die Existenz kleinerer kinderonkologischer Einheiten - zu denen die Kinderonkologie am Klinikum Kassel gehört - nicht dauerhaft gesichert ist.

In jeder Auswahlrunde zur Besetzung von Chefarzt-Positionen waren und sind die Chefärzte mit mehreren Personen vertreten. Die einzige Ausnahme davon war bislang die Auswahl von Prof. Walter zum Chefarzt des Institutes für Pathologie, weil dabei aufgrund der Person des Bewerbers größte Diskretion gefordert war.


Frage 4:
Bezüglich der Pathologie: Wer wird ab nächsten Montag die Präparate aus dem Klinikum begutachten?

Dr. Sontheimer: Mit dem eigenen Personal im Institut für Pathologie sowie mit den bestehenden Kooperationspartnern wird sichergestellt, dass sämtliche Präparate zeitgerecht und in höchster Qualität bearbeitet werden.
 

Frage 5:
Die Einstufung der Oberärzte nach III (neuer Ärztetarif) bedeutet, dass Oberärzte besser bezahlt werden, wenn sie selbständige Bereiche betreuen, und es bedeutet für junge Oberärzte ein Mehreinkommen gegenüber dem Facharztstatus von oft 15-20.000 Euro pro Jahr. Von 72 Oberärzten mit z. T. erheblichen eigenständigen Bereichen (z. B. Intensivstation) wurden nur 6-7 "hochgestuft". Alle anderen werden jetzt nach dem neuen Tarifvertrag genauso bezahlt wie ein frischer Facharzt. Das hat zur Verbitterung geführt. Im Deutschen Ärzteblatt finden sich nun fast wöchentlich Anzeigen für Assistenz-Ärzte und Oberärzte. Es gibt also offenbar ein Problem, qualifizierte Fachkräfte nach Kassel bekommen.
Wie will die GNH den teilweise selbst herbeigeführten Fachkräftemangel beheben?

Dr. Sontheimer: Auch diese Frage ist eine Tatsachenbehauptung, die falsch ist. Seit vergangenem Jahr herrscht bundesweit ein Mangel an Ärzten, insbesondere in bestimmten Disziplinen, was sich unter anderem anhand der vielen Stellenanzeigen von Krankenhäusern im Ärzteblatt belegen lässt.

Wir setzen in der GNH - wie die weit überwiegende Mehrzahl der kommunalen Häuser - den Tarifvertrag Ärzte TVÄ/VKA um, in dem von Anfang an festgelegt war, dass nur bestimmte Oberärzte in die Vergütungsgruppe III eingestuft werden können. Es war der Marburger Bund, der den Eindruck erweckt hat, alle Oberärzte würden in Vergütungsgruppe III eingestuft und erhielten deutlich mehr Geld. Unabhängig davon sind Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schwarz sowie Arbeitsdirektorin Birgit Dilchert mit Chefärzten bzgl. der Einrichtung von weiteren selbständigen Teil- und Funktionsbereichen gemäß Tarifvertrag Ärzte im Gespräch, um einvernehmliche Regelungen für die Schaffung zusätzlicher eigenständiger Funktionsbereiche zu finden.

 
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