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Kreisklinik Wolfhagen führt Risikomanagement ein

Wolfhagen, 8. August 2007. In der GNH-Kreisklinik Wolfhagen ist die Einführung eines Risikomanagementsystems gestartet. Dieser Prozess hat seine Wurzeln in der Luftfahrt und dient dazu, potenzielle Gefahrenpunkte frühzeitig zu erkennen.

Bei alten Menschen kommt es infolge der altersbedingten Immobilität schon in der häuslichen Umgebung vermehrt zu Stürzen, oft mit Verletzungsfolge. In der Klinik kommt hinzu, dass der ältere Patient Schwierigkeiten hat, sich in der für ihn fremden Umgebung zu orientieren.  „Angenommen, alte Leute stehen nachts im Krankenhaus auf, weil sie auf die Toilette müssen. Sie machen sich mit eingeschränktem Orientierungsvermögen und auf Socken auf den Weg, fallen hin und brechen sich den Oberschenkelhals, was ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis sowohl für Patient als auch für die Klinik darstellt. Solche Vorfälle gilt es zu analysieren, geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten und diese auch zu überprüfen“, erklärt Dr. Matthias Hughes, Oberarzt auf den Inneren Abteilung der Kreisklinik Wolfhagen. „Im Falle von Patientenstürzen kann die Klinik mit Nachtbeleuchtung, dem Abstumpfen von Bodenbelägen und Antirutschsocken entgegenwirken.“ Durch Auswertung der Sturzprotokolle lasse sich überprüfen, ob die Maßnahmen tatsächlich effektiv seien.

Der strukturierte Prozess vom Erkennen bis zum Behandeln bzw. Beseitigen eines Problems hat seine moderneren Wurzeln in der Fliegerei und nennt sich Risikomanagement. Das hierdurch bedingte mittlerweile sehr hohe Qualitätsniveau der Airlines in Bezug auf die Flugsicherheit nahmen einige angelsächsische Länder zum Anlass, Risikomanagementsysteme mit spezieller Zielrichtung auch im Gesundheitssystem zu installieren.

Ein solches System führt die Kreisklinik Wolfhagen als erste der GNH-Kliniken nun ein. Es umfasst eine einheitlich strukturierte, speziell auf klinisch-medizinische Belange zugeschnittene Anleitung (Risikomanagementmanual), um die relevanten Prozessschritte (Umgebungsanalyse, Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikobehandlung) zu bearbeiten und ein Meldesystem, das so genannte CIRS  (Critical Incident Reporting System), um Vorkommnisse und  Beinahe-Ereignisse zu erfassen.

 „Wir bauen dabei auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Beinahe-Ereignisse und mögliche Fehlerquellen im Betrieb erkennen und melden“, sagt Hughes. Die Informationen aus dem Ereignismeldesystem sind die Voraussetzung, um später präventive Maßnahmen einleiten zu können. „Wichtig in einem solchen System ist die genaue Zuordnung der Kompetenzen“, so der Arzt weiter. Bei der Einführung eines solchen Systems in einen Betreib müsse man behutsam vorgehen, daher werde zunächst das Ereignismeldeverfahren (CIRS) im Probebetrieb eingeführt, etwas später folge das eigentliche Risikomanagement. Nach Analyse der Daten aus der Probephase soll das System in den klinischen Vollbetrieb gehen.

Das Ziel: „Wir wollen Schäden und Probleme im Vorfeld vermeiden“, erklärt der Mediziner. „Mit der Einführung eines einheitlichen Ereignis- und Risikomanagement System (ERMS) erhält der Betrieb ein Werkzeug zur systematischen Erkennung, Erfassung und Beseitigung von realen und oder potenziellen Gefahrenkonstellationen.“ Das ERMS schaffe Transparenz. Beteiligt an dem Risikomanagement der Klinik sind in erster Linie der Gesamtbetrieb mit seiner Belegschaft sowie Patientinnen und Patienten mit Angehörigen, in zweiter Linie auch externe Partner der Klinik wie Apotheken und Zulieferer.

Kontakt: Dr. Matthias Hughes, Oberarzt, Innere Abteilung, Tel. : 05692/40-152

 
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