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Herzpatienten mit Schrittmachern und Defibrillatoren: Elektronische Nachsorge von zu Hause aus

Kassel, 05.03.2007. Als erstes Krankenhaus in Hessen hat das Klinikum Kassel seine Herzpatienten an das neuartige elektronische Nachsorgesystem Care Link angeschlossen. Die Nachsorge per Fernabfrage erspart Patienten mit implantierten Herzschrittmachern oder Defibrillatoren – das sind Geräte, die mit gezielten Stromstößen Herzrhythmusstörungen beenden - die Anreise zu den regelmäßigen Kontrollterminen. Auch gibt sie Ihnen mehr Sicherheit, da bei Beschwerden eine kurzfristige Abfrage möglich ist.

„Bisher kommen unsere Herzschrittmacher- und Defi-Patienten alle drei bis sechs Monate ins Klinikum, um die Funktionen ihres Gerätes und ihren Herzzustand regelmäßig checken zu lassen“, berichtet Dr. Claudius Hansen. Der Leitende Oberarzt der Medizinischen Klinik II (Kardiologie) verweist auf den großen Einzugsbereich des Klinikums: „Da kommen für 15 Minuten Routinekontrolle schon mal eine Stunde Anfahrt zusammen.“

Damit ist jetzt Schluss: Künftig werden an das Nachsorgesystem angeschlossene Patientinnen und Patienten zu einem mit der Klinik vereinbarten Termin zu Hause die Daten ihres Schrittmachers oder Defibrillators abfragen: Sie drücken bei sich zu Hause an einem Kästchen, das etwa die Größe eines Kofferradios hat und ans Telefonnetz angeschlossen ist, einen Knopf. Das Kästchen fragt bei ihrem Implantat die Herzdaten und technischen Aufzeichnungen seit der letzten Übertragung ab und schickt sie durch die Telefonleitung an den so genannten Care-Link-Server.

In diesem Kern des telemetrischen Systems warten die Daten darauf, dass der nachsorgende Arzt des Patienten im Klinikum Kassel sie per Internet abruft und analysiert – niemand sonst bekommt sie zu sehen. Anschließend kann der Arzt dem Patienten am Telefon oder per E-mail erläutern, was sich aus den Daten ablesen lässt. „In der Regel ist alles in Ordnung“, sagt Dr. Hansen. Der Hausarzt wird dann schriftlich über die Fernabfrage informiert.

Nur falls ärztlicher Handlungsbedarf besteht, wird der Patient gezielt zum Hausarzt, zum Kardiologen oder ins Klinikum Kassel einbestellt, je nachdem, welche Maßnahmen erforderlich sind. „Care Link kann die Zusammenarbeit mit dem niedergelassenen Arzt stärken“, sagt Dr. Sefi Dereli, niedergelassener Kardiologe in Kassel.

Für die Schrittmacher- und Defi-Patienten in Nordhessen ist die telemetrische Nachsorge nicht nur bequemer, sondern auch sicherer. Falls sie Beschwerden haben, können Sie per Knopfdruck ihre Daten abfragen lassen und anschließend die Kardiologen im Klinikum bitten, einen Blick darauf zu werfen. Bislang hat nach Dr. Hansens Erfahrung manchmal die beschwerliche Anfahrt Patienten auch in begründeten Fällen zögern lassen, sich direkt vorzustellen.

Das Nachsorgesystem, das in Deutschland gerade eingeführt wird, erleichtert in Amerika schon bei 110.000 Herzpatienten die Schrittmacher- und Defi-Nachsorge. Das Klinikum Kassel, wo pro Jahr über 150 für das System Care Link geeignete Herzschrittmacher und Defis implantiert werden, hat eine vierstellige Zahl von Nachsorgepatienten.

 
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