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Hörimplantate und Cochlea-Implantate

Im gesunden Ohr gelangt der Schall über den Gehörgang und das Trommelfell ins Mittelohr zu den Gehörknöchelchen, die den Schall auf das flüssigkeitsgefüllte Innenohr (Schnecke oder Cochlea) übertragen. Hier sitzen die sogenannten Haarzellen, die die Schwingungen in elektrische Signale umwandeln und diese an den Hörnerv weiterleiten.





Hörstörungen können vielfältige Ursachen haben und sehr verschieden ausgeprägt sein. Manche Hörstörungen lassen sich mit Medikamenten, andere operativ behandeln und wieder andere kann man technisch versorgen. Dabei kommen je nach Art und Ausmaß der Schwerhörigkeit verschiedene apparative Versorgungen in Frage.
Unsere Klinik bietet ein großes Spektrum an Diagnostik und Behandlungen der verschiedenen Arten und Schweregrade einer Hörstörung. Gerne nehmen wir uns die Zeit für eine ausführliche Untersuchung und besprechen mit Ihnen alle Fragen zu Hörstörungen und einer möglichen Versorgung.

Einteilung der häufigsten Hörstörungen:

Bei einer Schalleitungsschwerhörigkeit ist die Übertragung im Außen- oder Mittelohr beeinträchtigt. Oft können diese Fälle operativ behandelt werden, manchmal auch mit apparativen Hörhilfen, z. B. Hörgeräte.
Bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit ist in den meisten Fällen das Innenohr geschädigt – in der Regel die Haarzellen. Im akuten Fall, z. B. nach einem Hörsturz, behandelt man konservativ. Eine dauerhafte Schallempfindungsschwerhörigkeit kann man nur apparativ therapieren, zumeist mit Hörgeräten.
Bei einer kombinierten Schwerhörigkeit sind sowohl das Mittelohr als auch das Innenohr betroffen. Auch hier ist meist eine operative und/oder apparative Versorgung erforderlich.

Gehör-verbessernde Operationen
Schäden im Gehörgang, am Trommelfell oder an den Gehörknöchelchen müssen fast immer chirurgisch behandelt werden. Häufige Beispiele sind ein Paukenerguss, ein Riss im Trommelfell, eine Verknöcherung im Mittelohr, oder ein Cholesteatom (Knocheneiterung im Mittelohr und/oder im Knochen hinter dem Ohr =Mastoid).



links: Tympanoplastik Typ I = Trommelfellverschluss
mitte + rechts: Tympanoplastik Typ III = Neue Verbindung zwischen Hammer und Steigbügel, mit einer PORP = Partial Ossicular Replacement Prothesis Mitte) oder mit einer TORP = Total Ossicular Replacement Prothesis rechts), in der Regel immer mit Trommelfellplastik gekoppelt.


Knochenleitungs-Implantat
Knochenleitungs-Implantate sind geeignet für Schwerhörige mit einer Schalleitungs- oder einer kombinierten Schwerhörigkeit (=Schalleitungs- und Schallempfindungs-Schwerhörigkeit). Sie kommen zum Einsatz, wenn eine Schalleitungs-Schwerhörigkeit operativ oder mit konventionellen Hörgeräten nicht zufriedenstellend behandelt werden kann. Je nach System wird das Signal über eine Schraube oder aber drahtlos auf das Implantat übertragen.

Der Schallwandler überträgt den Schall auf den Schädelknochen – dadurch gelangt er ins Innenohr. So werden Komplikationen im Außen- und Mittelohr umgangen.



BAHA (Bone-anchored Hearing Aid, (knochenverankertes Hörgerät, Firma Cochlear)


Aktives Mittelohr-Implantat
Aktive Mittelohr-Implantate (implantierbare Hörgeräte) sind geeignet für die Versorgung gering- bis mittelgradiger Innenohrhörstörungen sowie von Schallleitungs- und kombiniertem Hörverlust. Sie können bei Schwerhörigen eingesetzt werden, die aus unterschiedlichen Gründen mit konventionellen Hörgeräten nicht zufriedenstellend versorgbar sind (z.B. chronische Gehörgangsentzündung, operativ auf andere Weise nicht versorgbare Schallleitungshörstörung). Über Mittelohrimplantate wird entweder die Gehörknöchelchenkette direkt mechanisch in Schwingungen versetzt oder auch das Innenohr durch direkte Ankopplung an das runde oder ovale Fenster angeregt. Sie sind nicht geeignet für gehörlose oder ertaubte Patienten.






Mittelohrimplantat: Vibrant Sound Bridge. (Firma MED-EL)
Ausschnitt: Schallwandler am Amboss (mittleres Gehörknöchelchen).

Cochlea-Implantat (CI)
Was ist ein CI?
Das Cochlea-Implantat oder CI ist eine elektronische Innenohrprothese, die die Funktionen der Haarzellen und der Hörschnecke (die Cochlea) ersetzt. Mit einem CI können ertaubte oder hochgradig schwerhörige Menschen eine deutliche Verbesserung ihres Hörvermögens erzielen. Über Elektroden, die in die Hörschnecke eingeführt sind, wird der Hörnerv stimuliert und so die geschädigten Haarzellen überbrückt. Das CI stellt derzeit die einzige Möglichkeit dar, bei stark geschädigtem oder ausgefallenem Innenohr mit Hilfe elektrischer Reizung Hörempfindungen und Sprachverstehen zu ermöglichen. Einseitig ertaubte Patienten können mit dem CI ein räumliches Hören wiedererlangen und ein besseres Sprachverstehen im Störlärm erreichen.

Für wen sind Cochlea-Implantate geeignet?
Cochlea-Implantate eignen sich für Menschen mit hochgradigem Hörverlust oder Ertaubung, die mit einem Hörgerät kein ausreichendes Sprachverständnis mehr erzielen. Um mit einem CI Sprache zu verstehen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Die Ursache für den Hörverlust muss ein Funktionsverlust der Haarzellen sein. Die Grundvoraussetzung für die Versorgung mit einem C I ist ein funktionsfähiger Hörnerv.
Bei erwachsenen Patienten ist eine CI-Versorgung erfolgversprechend, wenn der Hörverlust nach dem Spracherwerb eingetreten ist. Für Erwachsene, deren Schwerhörigkeit vor oder während des Spracherwerbs eingetreten ist, eignet sich ein CI in der Regel nicht. Eine weitere, wichtige Voraussetzung ist die Bereitschaft, sich mit einem ungewohnten Klang anzufreunden und während der ersten Monate regelmäßig das Hören, insbesondere das Sprachverstehen, zu trainieren.
Bei gehörlos geborenen oder hochgradig schwerhörigen Kindern ist eine CI-Versorgung erfolgversprechend, wenn die Versorgung im Alter von etwa 1 bis 2 Jahren erfolgt. Die Hörbahn im Gehirn reift während der ersten Lebensjahre und sollte daher möglichst früh stimuliert werden.

Wie funktioniert ein CI?
Das CI besteht aus zwei Komponenten, dem Implantat und dem außen getragenen Sprachprozessor. Der wesentliche Unterschied zum Hörgerät ist, daß ein Hörgerät Schall verstärkt, der CI-Prozessor aber Schall in elektrische Impulse umwandelt. Die Impulse werden kodiert und drahtlos an das Implantat übertragen, welches über die Elektroden in der Schnecke den Hörnerv stimuliert. Die Funktionen der Hörschnecke und der Haarzellen übernimmt der Sprachprozessor, der den Schall verarbeitet und in ein Muster elektrischer Impulse umwandelt. Über eine Sendespule, von einem Magneten über dem Implantat gehalten, werden sowohl die Energie als auch die kodierten Pulse in das Implantat übertragen



Schnitt durch das Ohr mit eingesetztem Cochlea-Implantat und Sprachprozessor hinter dem Ohr (Firma Cochlear).

Wie hört man mit einem CI?
Das CI ist eine elektronische Prothese. Der Klang eines CI ist vor allem zu Beginn für die meisten Patienten ungewohnt, verbessert sich jedoch im Laufe von Wochen oder Monaten, in der Zusammenarbeit von Training und Anpassung. Erfahrungsgemäß ist es den meisten Patienten nach der Erstanpassung möglich, Zahlen und einfache Sätze in ruhiger Umgebung zu verstehen. Manche Patienten sind bereits nach wenigen Wochen zufrieden mit der Qualität des Hörens; bei anderen kann es mehrere Monate dauern. Viele CI-Träger können nach einigem Training auch wieder telefonieren.

Ablauf der CI-Versorgung:
Notfall
 


Hörimplantat-Sprechstunde

Prof. Bockmühl, Dr. Reetz
Telefon 0561 980-19821
Telefax 0561 980-6866
E-Mail

Terminvereinbarung zwischen
13:00-15:00 Uhr

Klinikum Kassel / Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Haus C, Ebene 6, Ambulanzmodul 2
Mönchebergstr. 41-43
34125 Kassel

Patienteninformation
Behandlung von Hörstörungen, Schwerhörigkeit und Ertaubung
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