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Histopathologie & Klinische Pathologie

Die klassische histo-pathologische Diagnostik erkennt makroskopischen und mikroskopische Abweichungen von der normalen Gewebearchitektur und Zellmorphologie. Dazu werden die gewonnen Gewebe zunächst fixiert, hauchdünn geschnitten und dann mit speziellen Farbstoffen angefärbt.
Darüber hinaus können mit Hilfe der Immunhistochemie einzelne, für bestimmte Zellen (z.B. T-Lymphozyt, Brustkrebszelle) charakteristische Eiweiße (Proteine) nachgewiesen werden.
 
Probenaufarbeitung

Präoperative Feinnadelbiospien dienen primär der Dignitätsdiagnose bei Tumoren und können entweder über Nacht oder im Kurzeinbettungsverfahren noch am selben Tag befundet werden. Ob eine Veränderung gut- oder bösartig ist, kann hieran zumeist bereits zuverlässig beurteilt werden. Eine weitergehende insbesondere abschließende Befundung ist in der Regel dem Tumorexzidat vorbehalten.

Gesamttumorexcidate werden im Schnellschnitt, d.h. während der Operation untersucht. Ziel ist es bereits intraoperativ Informationen darüber zu bekommen, ob z.B. ein Tumor sicher im Gesunden entfernt worden ist. Deshalb werden die Absetzungsränder mit Tusche markiert und dann genau im Mikroskop beurteilt
(Abb. 1). Dabei wird auch auf Besonderheiten des Tumors hingewiesen, z.B. ausgeprägtes Wachstum des Tumors in Milchgängen bei Brustkrebs, so dass der Chirurg bereits während der Operation entscheiden kann, ob noch mehr Gewebe entfernt werden muß.
Die Schnellschnittdiagnose wird telefonisch mitgeteilt, Zeitpunkt und Inhalt der Mitteilung werden schriftlich dokumentiert. Um einerseits in möglichst kurzer Zeit, die Diagnose mitteilen zu können und andererseits ggf. auch Frischgewebe für die Tumorbank unter Standardbedingungen asservieren zu können, wird seit November 2001 im OP-Trakt eine Telepathologiestation betrieben. Schon jetzt besteht der Vorteil in verkürzten Befundzeiten und auch in einer Verbesserung der Interaktion zwischen Kliniker und Pathologen.

Als konventionelle Aufarbeitung wird die Untersuchung von Proben nach Fixierung in Formalin bezeichnet. Sie umfaßt neben der Entnahme weiterer Proben aus einem Tumor (Zentrum, Rand – je nach Größe) oder der Resektionshöhle bei Abladaten auch die Untersuchung repräsentativen Gewebes aus dem Restdrüsengewebe.

Bei Übersendung eines Nachexidates werden alle verdächtigen Herde und die äußeren (neuen) chirurgischen Absetzungsränder auf Reste des vordiagnostizierten Karzinoms hin untersucht. Von besonderer Bedeutung ist eine exakte Aufarbeitung des Fettgewebes zum Nachweis von Tumorabsiedlungen in den Lymphknoten.
Die Mindestzahl wird mit 10 angegeben, wobei aber alle erkennbaren Lymphknoten in Schnittstufen aufgearbeitet werden.
 
Pathologisch-anatomische Diagnose | Histologische Karzinomdiagnose

Der endgültige Tumordiagnose wird nach internationalen Regeln der WHO und des TNM (UICC, 2002) vorgenommen; sie umfasst Aussagen zur Art, Größe, Lymphknotenbefall und Absetzungsränder. Eine Reihe weiterer Besonderheiten (z.B. Gefäß- oder Lymphspalteneinbrüche, Mehrherdigkeit) werden aufgeführt.
Diese Informationen bilden die Grundlage für die weitere Therapieentscheidung.
 
Immunhistochemie & Tumormarker

Mit Hilfe klinischer und biologischer Forschung konnten gezeigt werden, dass bestimmte Moleküle (Zellbausteine) den weiteren Verlauf eines Krebsleiden wesentlich mitbestimmen:
So werden heute bei jedem Brustkrebs am Gewebeschnitt mittels Immunhistochemie die Hormonrezeptoren bestimmt. Sie zeigen an, ob der Tumor auf eine bestimmte Form der Antitumortherapie (Hormontherapie) anspricht und weist auch auf den Grad der Bösartigkeit hin.

Zusätzlich Bedeutung kommt in jüngster Zeit die Bestimmung von Wachstumsfaktor-Rezeptoren, wie z.B. EGF-Rezeptor/Her1 oder Her2/neu, zu. Sind solche das Wachstum eines Tumors beschleunigende „Antennen“ auf den Tumorzellen nachweisbar (Abb. 2), können gegen diese „Rezeptoren“ gerichtete Antikörper als Immuntherapie eingesetzt werden. In Kombination mit bestimmten Chemotherapeutika konnten selbst bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen lebensverlängernde Wirkungen erzielt werden.

Qualitätssicherung und Sektionspathologie

Das Fach Pathologie dient seinem Wesen nach auch der Qualitätssicherung.
Dies betrifft

Obduktion

Die Obduktionsraten sind dem allgemeinen Trend der Rückläufigkeit unterworfen.
Eine Kontrolle von Diagnose und Therapie ist aber im Sinne der Qualitätssicherung auch bei heutiger High-Tech Medizin erforderlich; so sind die Therapien immer aufwendiger, auch die möglichen Nebenwirkungen werden immer komplexer.
Hier trägt die Obduktion wesentlich zur Qualitätssicherung bei und hat so auch eine unmittelbare Bedeutung für den Lebenden. Schließlich kommt der Obduktion nach wie vor eine Bedeutung in der Aus- und Weiterbildung zu; so finden regelmäßige Lehrobduktionen und Falldemonstrationen im Rahmen klinisch-pathologischer Konferenzen statt.

Notfall