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Initiative Friedensdorf / Operation im Klinikum Kassel

Kassel, 01.02.05. Die Initiative Friedensdorf International hilft seit 1967 unschuldigen Opfern von Kriegen und Krisen, insbesondere Kindern, weltweit. Es handelt sich dabei um die Organisation einer Einzelfallhilfe, wenn die Kinder in ihren Heimatländern nicht mehr medizinisch versorgt werden können. Die Kinder werden nach strengen Kriterien ausgewählt, um sie nicht unnötig von ihren Familien zu trennen, zuvor wird eine Unterbringung in Deutschland organisiert und eine kostenfreie medizinische Therapie von der Friedensdorfinitiative organisiert. Die Friedensdorfinitiative hat dazu eine eigene Heimeinrichtung, das Friedensdorf Oberhausen, gegründet. Dort erhalten die Kinder ggf. auch weitere Rehabilitationsmaßnahmen, bevor sie in die Heimat zurück geflogen werden. Es sind etwa 150 Kinder aus durchschnittlich 10 Nationen ständig im Friedensdorf Oberhausen untergebracht, die in Deutschland operiert oder medizinisch betreut werden. Die Arbeit von Friedensdorf International wird ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert. Im Jahr 2004 konnten etwa 1.000 Kinder auf diesem Wege versorgt werden.

Die Initiative Friedensdorf International hat sich an das Klinikum Kassel gewandt, um eine medizinische Versorgung für einen 6-jährigen Jungen aus Afghanistan zu erhalten. Abdullah, geb. am 31.12.1998 stammt aus einer Krisenregion und ist mit einer Fehlbildung zur Welt gekommen, die in Afghanistan nicht versorgt werden kann. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Blasenexstrophie. Dies ist eine Spaltmissbildung der vorderen Bauchwand, bei der die Blase nicht verschlossen auf der Bauchhaut liegt, so dass der Urin direkt auf die Haut läuft, ohne gesammelt werden zu können. Die Harnröhre ist dabei ebenfalls ausgeschaltet, bzw. spaltförmig deformiert. Die Schließmuskelfunktion der Blase ist nicht erhalten, so dass auch ein operativer Verschluss der Harnblase nicht zu einer Kontinenz führt. Dem entsprechend war Abdullah bis zum heutigen Tage vollständig inkontinent und musste in Windeln leben. Der Junge ist ansonsten vollkommen normal entwickelt und sehr aufgeweckt, so dass er durch diese Behinderung stark beeinträchtigt war. Es gibt ein besonderes Operationsverfahren, bei dem die missgebildete Harnblase ausgeschaltet wird, die Harnleiter werden vor der Blase abgetrennt und in eine "Ersatzblase" eingenäht, die aus Dickdarmanteilen geformt wird. Der Urin kann dann über den Dickdarm entleert werden und die Schließmuskelfunktion des Dickdarms wird dadurch gleichzeitig für den Urin genutzt. Diese Operation einer künstlichen Harnblase aus Dickdarmanteilen ist in Afghanistan nicht möglich und aus diesem Grunde hat sich die Friedensdorf Initiative an mehrere deutsche Kliniken gewandt, um diese medizinische Versorgung kostenlos zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Das Klinikum Kassel wurde ausgewählt, weil in der Abteilung für Kinderurologie diese Form der Harnableitung häufiger erforderlich ist, auch in der Erwachsenenurologie hat sich dieses Harnableitungsverfahren in Kassel etabliert. Das Verfahren kann in Deutschland nur an etwa 20 Abteilungen durchgeführt werden.

Die Operation von Abdullah fand planmäßig am 11. Januar 2005 statt und verlief vollkommen komplikationslos. Der Junge hat sich gut von dem operativen Eingriff erholt und wird in wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen können. Die Wunden sind gut geheilt und die Urinableitung erfolgt nun über den Dickdarm, so dass Abdullah das erste Mal in seinem Leben nicht mehr auf Windeln angewiesen ist. In den wenigen Wochen, in denen Abdullah in Deutschland war, hat er bereits gut Deutsch gelernt und somit war eine gute Kommunikation mit ihm möglich. Nach einigen Wochen im Friedensdorf Oberhausen wird er gesund in sein Heimatland zurückkehren können und seine weitere Entwicklung wird nicht mehr durch diese Behinderung belastet sein.

Betreuende Pflegerinnen und Ärzte des Klinikums Kassel:

möchten nicht namentlich erwähnt werden


Sektion Kinderurologie der Abteilung Urologie unter der Leitung von:

www.friedensdorf.de

Spendenkonten:




 
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