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Schrittmacher für das Gehör

Klinikum Kassel sucht für kostenlose klinische Erprobung eines voll implantierbaren Hörsystems noch Probanden

Kassel, 11.04.05. Klassische Musik genießen, dem Gezwitscher der Vögel lauschen, das heranbrausende Auto rechtzeitig bemerken – das alles und noch viel mehr können alle, die normal hören. Darauf verzichten müssen allerdings diejenigen, die unter Schwerhörigkeit leiden. Doch auch ihnen kann, auf völlig neue Art und Weise, geholfen werden.

„Patienten und Ärzte warten seit rund 30 Jahren auf die Entwicklung eines voll implantierbaren Hörsystems“, erklärt Professor Dr. Michael Schröder, Chefarzt der HNO-Klinik des Klinikum Kassel. Professor Schröder gehört zu den führenden HNO-Ärzten für hörverbessernde Operationen und für implantierbare Hörsysteme „Bisher gibt es jedoch nur teilimplantierbare Hörhilfen, die zwar einige Nachteile konventioneller Hörgeräte überwinden, aber immer noch auf außen am Körper getragene Teile angewiesen sind.“ So Schröder. Eine ganz gehörige Portion Vertrauen in Professor Schröder und sein Team investierte jetzt eine amerikanische Firma, die unter anderem Hörgeräte herstellt, An sich nichts besonderes, doch mit dem „Envoy System“ gehen die Amerikaner einen neuen Weg. Dieses Gerät ist im Gegensatz zu den herkömmlichen Techniken voll implantierbar. Das heißt: Das Gerät arbeitet wie ein Herzschrittmacher komplett innerhalb des Körpers, von außen unsichtbar.

Es wird von Professor Dr. Schröder im Rahmen einer mehrstündigen, äußerst diffizilen Operation hinter dem Ohr implantiert und, wenn der Heilungsprozess abgeschlossen ist, eingeschaltet. Bis zu diesem Zeitpunkt hört der Patient schlecht. Das „Wunderwerk der Technik“ kommt den Abläufen im normal funktionierenden Ohr sehr nah. „Die über das Trommelfell ins Mittelohr gelangende mechanische Energie (Schallwellen) wird von dem Gerät verstärkt und dann von den Haarzellen im Innenohr in bioelektrische Signale umgewandelt und an den Hör-Nerv weitergeleitet, der diese Information wiederum ans Gehirn weitergibt“, erklärt Schröder. Er ist stolz darauf, dass diese moderne Behandlungsmethode von ihm zuerst in Kassel angewendet und das Gerät implantiert wurde. Heute werden sie außerdem in Hamburg, Koblenz und Leipzig erprobt. Envoymedical Corporation, der amerikanische Hersteller aus Minneapolis, will dieses Gerät auch in Europa einführen und sucht in Kassel bis zu acht Probanden, die diese Behandlung im Klinikum Kassel völlig kostenlos haben können.

Das Gerät besteht aus zwei Wandlern, die die Schwingungen aufnehmen (Sensor) und nach Verarbeitung wieder abgeben (Driver). Der „Sound-Processor“, in dem übrigens auch die etwa vier Jahre haltende Batterie untergebracht ist, ist so klein, dass er unter der Haut hinter dem Ohr eingepflanzt wird. Die beiden Wandler werden im Ohr an die beiden Knöchelchen „Amboss“ und „Steigbügel“ angeschlossen. Mittels einer Fernbedienung kann der Prozessor gesteuert werden. Laut oder leise stellen; in den Standby-Betrieb umschalten (während des Schlafens) oder auch eines von drei individuell gestalteten Programme ansteuern – all das ist von außen möglich.

In Europa sind etwa 20 Millionen Menschen schwerhörig, von denen die Hälfte mit diesem Gerät besser hören könnte. „Es müssen natürlich Untersuchungen vorgenommen werden und die Ergebnisse müssen stimmen“, erklärt Prof. Schröder. „Eine optimale Hilfe ist das Gerät allemal“. Man kann mit diesem Gerät, das etwa so viel wie ein Mittelklassewagen kostet, „ganz normal leben“. Sport, auch Schwimmen -, Arbeiten in schwierigen Verhältnissen, wie beispielsweise in einer Großküche – alles ist dann möglich.

Informationen von grundsätzlicher Bedeutung gibt es auch im Internet unter Adresse:

www.envoymedical.com


Im Detail

Wer kann sich melden?

Wer sich für das „Envoy System“ interessiert und bei dieser klinischen Erprobung mitmachen will, kann sich im Sekretariat von Professor Schröder im Klinikum Kassel HNO-Klinik, Tel: 0561/ 980-3056 melden.

Er/Sie sollte folgende Anforderungen erfüllen:




 
Leiterin Unternehmens­kommunikation
Ulrike Meyer auf der Heide
Telefon 0561 980-4804
Telefax 0561 980-6870
E-Mail
Pressesprecherin
Gisa Stämm
Telefon 0561 980-4807
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Pressereferent
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Telefon 0561 980-4898
Telefax 0561 980-6870
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