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Vorfahrt für Ausbildung – Silberstreif am Horizont

Kassel, 06.09.05. Ausbildung heißt nicht zwangsläufig, anschließend auch einen gesicherten Arbeitsplatz zu haben. Das erleben derzeit Auszubildende in verschiedenen Berufen und Betrieben schmerzlich nicht nur in Kassel und Nordhessen.

Trotzdem gibt es hier und da auch noch positive Nachrichten: Gemeinsam mit dem Ausbildungsinstitut DIALOG in Kassel als Träger ist es Arbeitsdirektorin und Personalvorstand der Gesundheit Nordhessen Holding AG Birgit Dilchert gelungen, im Rahmen einer neuen Kooperation 16 Menschen zusätzlich einen praktischen Ausbildungsplatz als Altenpflegehelfer/in zur Verfügung zu stellen. Ein Jahr lang werden elf Frauen und fünf Männer in den Seniorenwohnanlagen praktisch und im Institut Dr. Kilian theoretisch in Altenpflege ausgebildet. Auch hier ist natürlich keine Übernahmegarantie damit verbunden, dennoch ist eine gute Ausbildung die Grundlage und Voraussetzung für einen Start in die Berufstätigkeit. „Wir bilden seit Jahren weit über unseren eigenen Bedarf hinaus Krankenschwestern und Pfleger aus und wollen daran auch festhalten.

Auch wenn wir gern nach der Ausbildung möglichst viele junge Leute übernehmen würden, sind uns leider durch die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen die Hände gebunden. Es gibt leider keinen finanziellen Spielraum“ erläutert Birgit Dilchert. „Gerade als Unternehmen, das selbst im sozialen Bereich tätig ist, sehen wir es als unsere Verpflichtung, jungen Menschen mit einer guten Ausbildung wenigstens den ersten Schritt ins Berufsleben zu ermöglichen.“ Das war einmal anders: noch vor wenigen Jahren wurden fast alle Absolventen übernommen, die Fluktuation im Pflegeberuf war hoch.

Nach durchschnittlich sieben Jahren schieden viele junge Frauen aus, gründeten eine Familie oder sattelten in andere Berufe um. Heute ist das ganz anders. Die hohe Arbeitslosigkeit gerade in Kassel hat mit dazu geführt, dass kaum eine Pflegekraft aus ihrem Arbeitsverhältnis ausscheidet. Viele kommen vorzeitig aus der Elternzeit zurück. Hinzu kommt, dass sich die Verweildauer der Patienten deutlich reduziert hat.

Dazu Edda Hogrebe-Flake, Pflegedirektorin und Mitglied der Geschäftsführung: „Kürzere Liegezeiten bedeuten weniger belegte Betten, Stationen müssen geschlossen oder umstrukturiert werden.

Wir stehen in einem großen Veränderungsprozess und haben, gemessen an vergleichbaren Häusern, noch einen Personalüberhang in der Pflege, diese überzähligen Kräfte werden wir nicht kündigen, sondern wir werden die Stellen über die natürliche Altersentwicklung abschmelzen..“ Personal kostet Geld, in einem Krankenhaus sind rund zwei Drittel des Umsatzes Personalkosten, von dem Rest müssen alle Kosten für teure Geräte und Ausstattungen bezahlt werden. „Wir freuen uns deshalb ganz besonders“, so Arbeitsdirektorin Birgit Dilchert weiter, „ dass es uns doch gelungen ist, nun 6 ausgebildete Kinderkrankenschwestern im Kinderkrankenhaus Park Schönfeld
zum 1. Oktober zu übernehmen.

Schon in 6 bis 8 Jahren, so vermutet Personalvorstand Birgit Dilchert, wird es zu wenig Pflegekräfte geben, weil naturgemäß jetzt die Zahl der Bewerber sinken wird. „Berufe im Gesundheitswesen und insbesondere der Altenpflege haben Zukunft“ ist sich Birgit Dilchert deshalb sicher, „nicht unbedingt im Akut-Krankenhaus wie dem Klinikum, aber es gibt viel Bedarf sowohl in der häuslichen Krankenpflege als auch im Alten- und Pflegeheimbereich.“



 
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